Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


KRITIK AN CORONA-MANAGEMENT FÜR DIE SCHULEN

Kultusminister Piazolo gibt in St. Wolfgang „keine Garantie für Präsenzunterricht“

Kultusminister Professor Dr. Michael Piazolo wurde von Birgit Obermaier (rechts), Bundestagskandidatin der Freien Wähler, und den Kindern empfangen.
+
Kultusminister Professor Dr. Michael Piazolo wurde von Birgit Obermaier (rechts), Bundestagskandidatin der Freien Wähler, und den Kindern empfangen.
  • VonKarlheinz Günster
    schließen

Bayerns Kultusminister stellte sich in St. Wolfgang auf Einladung der Freien Wähler der Kritik am Corona-Management für die Schulen. Für Piazolo steht schon jetzt – kurz vor den großen Ferien – fest: Auch das neue Schuljahr wird durch die Pandemie geprägt sein.

St. Wolfgang – Nahezu zwei Stunden war Kultusminister Professor Dr. Michael Piazolo auf Einladung seiner Partei, der Freien Wähler, in St. Wolfgang. Dort stellte er sich den Fragen zur Schule unter Corona-Maßnahmen. Eine Diskussion war angekündigt worden, war es aber letztlich nicht, weil Minister Piazolo im Saal des Gasthofes Schex vor rund 60 Besuchern sehr ausführlich auf die Fragen und Anmerkungen antwortete und dabei oft vorangegangenes wiederholte.

Deshalb hatte es Moderator Sven Krage, Dritter Bürgermeister aus Dorfen, nicht leicht, denn einen Minister zu unterbrechen, sollte durch die eindringliche Bitte um eine kurze Antwort vermieden werden – was nicht ganz gelang.

Kinderwünsche mit Ballons symbolisiert

Leicht gemacht hatten es dem Minister die Kinder der Grundschule. Die ließen zum Empfang des Gastes Luftballons mit ihren Wünschen steigen: Nette Lehrer, Freunde und Glück. Bürgermeister Ullrich Gaigl, Vorsitzender der Freie Wähler Erding, begrüßte auch Vertreter von umliegenden Schulen, von Eltern, aus dem Schulamt. Er formulierte die zentrale Frage in Pandemizeiten: „Wie geht’s weiter?“ Vor Ort habe man 70.000 Euro in Computer und Luftreinigungsgeräte investiert.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Die Bundestagskandidatin der Freien Wähler, Birgit Obermaier, berichtete von guten eigenen Erfahrungen mit ihren Kindern in der Schule, doch habe sie auch andere Erfahrungen von Eltern vernommen, deren Familien unter den Corona-Maßnahmen stark zu leiden hätten. Das Schuljahr zu streichen, gab sie als Kinderwunsch in Form einer Frage an den Minister weiter.

Der erwähnte die Errungenschaften bei der technischen Weiterentwicklung der Schulen. Es sei gelungen, die Herausforderungen miteinander zu lösen. „Wir wollen möglichst keinen Distanzunterricht“, bekräftigte er. Ja, er wisse auch von „psychischen Problemen“ bei Kindern. Auch die Behebung von Lerndefiziten liege ihm sehr am Herzen“. Der Minister sprach von einem „Sicherheitsnetz“ an den Schulen: „Lüften, Reinigen und Testen.“ Auch das künftige werde „kein normales Schuljahr sein“, wusste er. Eine Schule lebe von Planungssicherheit, viele Entscheidungen seien jedoch kurzfristig erfolgt: „Es geht oft nicht anders.“

+++Aktuelle Nachrichten und Artikel rund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite +++

Auf die Frage, ob das „Corona-Management“ zum „Wohl der Schüler“ war, zählte Piazolo in weitem Bogen die Maßnahmen der Landesregierung auf.

Das Thema Lehrermangel werde man nicht schnell lösen können, betonte er außerdem. Rein zahlenmäßig gebe es genug Pädagogen, doch nicht am benötigten Ort, war eine weitere Antwort.

Luftreiniger seien bei 50 Prozent Zuschuss zu empfehlen, doch gebe es keine „eindeutige“ Beurteilung des Umweltbundesamtes. Daher könne auch keine Garantie für Präsenzunterricht abgegeben werden. Können Geimpfte in der Schule bleiben? So lautete die Frage eines Arztes, der auch Jugendliche nach eigenen Angaben bereits „g’scheid durchgeimpft hat“. Nein, so Piazolo, andere Parameter würden auch eine Rolle spielen. Doch man wolle künftig weniger auf die Inzidenz schauen, versprach er..

Maskenpflicht bei Kindern in der Kritik

Die Besucher kritisierten auch Aspekte wie eine oft fehlende Breitbandanbindung. In Frage gestellt wurde der generelle Einsatz von Masken bei Kindern. „Die „tragen alle oder keiner“, so der Minister. Weshalb keine „Spucktests“ durchgeführt würden, lautete eine weitere Frage. Man habe Tests angeschafft, erklärte der Minister. Doch wechsele man jetzt zu sogenannten Pooltests an Grundschulen.

„Wir wissen nicht, ob alles immer richtig ist“, warb Piazolo für Verständnis, dass die Pandemiebewältigung manchmal auch holprig verlief.

Kommentare