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Das rät die Polizei

Schulbus-Unfall: Mutter des schwer verunglückten Buben (9) aus Rechtmehring mahnt zur Vorsicht

Kinder proben in Rechtmehring die Fahrt mit dem Schulbus.
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Kinder proben in Rechtmehring die Fahrt mit dem Schulbus.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Ein Neunjähriger wurde am Montag (28. November) in Rechtmehring an einer Schulbushaltestelle schwer verletzt. Seine Mutter mahnt zur Vorsicht, die Polizei gibt Sicherheitstipps.

Rechtmehring - Die gute Nachricht vorweg: Der schwer verletzte Junge ist nicht in Lebensgefahr. Seine Mutter, die ihren Namen nicht in der Presse lesen möchte, sprach mit unserer Redaktion. „Gottseidank geht es meinem Sohn inzwischen besser, als wir direkt nach dem Unfall zu hoffen wagten“, macht sie deutlich. Inzwischen sei ihr Sohn auf dem Weg der Besserung, so hofft sie weiter.

Am Montag, 28. November, war ihr Sohn auf dem Heimweg von der Schule am Schulbus schwer verunglückt. Laut Polizeimeldung kam es zu dem Unfall, nachdem der Junge den Schulbus verlassen hatte. Er wollte die Straße noch beim parkenden Bus überqueren und wurde dabei von einem BMW erfasst, der genau zu diesem Zeitpunkt auf der Gegenfahrbahn unterwegs war. Der Neunjährige wurde durch die Luft geschleudert und verletzte sich dabei schwer. Mit einem Rettungshubschrauber wurde er in eine Klinik in Traunstein gebracht.

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Seine Mutter sitzt seitdem viel bei ihrem Sohn am Krankenbett und natürlich gehen ihr da die verschiedensten Gedanken durch den Kopf. „Schreiben Sie in Ihrem Bericht einen Appell an alle Eltern, dass sie sich Zeit nehmen sollten, ihren Kindern so oft wie möglich zu sagen und zu zeigen, wie sehr sie geliebt werden, “ bittet sie eindringlich. „Ich habe in den letzten Stunden gelernt, wie unwichtig alles Materielle ist. Jeden Tag sollten wir unsere Kinder in den Arm nehmen und die Zeit mit ihnen genießen“, macht sie deutlich.

Ganz genau schauen - nicht blind vertrauen

Außerdem ist ihr wichtig, dass andere Verkehrsteilnehmer aus dem Unfall ihres Sohnes dazulernen. Kinder und auch Erwachsene mahnt sie deshalb zur Vorsicht: „Vertraut nicht blind auf andere Verkehrsteilnehmer, die euch vielleicht rüberwinken und die Gefahr nicht sehen“, gibt sie zu bedenken. „Schaut selbst ganz genau, verlasst euch auf eure Sinne, auf Sehen und Hören, und geht erst über die Straße, wenn ihr ganz sicher seid, dass niemand kommt.“ Das könne man gar nicht oft genug üben, glaubt sie.

Ganz unabhängig von diesem schweren Unfall fand in Rechtmehring ein Busfahrtraining für Grundschüler statt. Sandra Glaser-Liebl, Schulleiterin der Grundschule Rechtmehring-Maitenbeth schickte dazu eine gemeinsame Pressemitteilung von Schule und Gemeinde. Sie lautet: „Um den Kindern zu vermitteln, wie sie sich im Bus und an der Haltestelle verhalten sollen, fand am 24. und 25. November für alle Klassen der Grundschule Rechtmehring-Maitenbeth ein Busfahrtraining statt. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler, wie sie sich in einer Reihe hinter der weißen Haltelinie aufstellen, ohne durch einen heranfahrenden Bus gefährdet zu werden. Weiterhin übten die Kinder das Ein- und Aussteigen und konnten durch praktische Tests erfahren, dass es sehr wichtig ist, sich anzuschnallen und auf dem Platz sitzen zu bleiben. Begleitet wurde das Busfahrtraining durch den Verkehrsbetrieb Isenquelle aus Maitenbeth und durch Herrn Gottwald, der bei der Polizei Waldkraiburg tätig ist und gemeinsam mit seinen Kollegen auch die Jugendverkehrsschule leitet.“ 

Bei der Wasserburger Polizei kümmert sich Ludwig Gralka seit zwei Jahren um die Schulwegsicherheit der Erstklässler und die Jugendverkehrserziehung der Viertklässler. Immer wieder probt er mit den Schülern das richtige Verhalten. Gerade in der dunklen Jahreszeit könne es für die Kinder lebensrettend sein, wenn sie weithin sichtbar gekleidet sind, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Sichtbarkeit schafft Sicherheit“ heißt das Motto. Außerdem sei es ganz wichtig, dass Kinder warten, bis der Bus weggefahren ist, bevor sie die Straße überqueren. „Man geht weder vor oder hinter dem Bus über die Straße“, macht der Verkehrsexperte deutlich und appelliert an die Kinder: „Erst überprüfen, ob du die Straße wirklich ganz einsehen kannst und erst dann hinübergehen, wenn du ganz deutlich siehst, dass niemand kommt.“

Klare Regeln in der Straßenverkehrsordnung

Für Autofahrerstehen die Regeln in der Straßenverkehrsordnung (StVO). Gralka hat auch gleich den passenden Paragrafen parat: „Paragraf 20 der StVO klärt die Regel sehr verständlich“, regt er zum Nachlesen an. Dort steht unter anderem: (1) An Omnibussen des Linienverkehrs, an Straßenbahnen und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen (Zeichen 224) halten, darf, auch im Gegenverkehr, nur vorsichtig vorbeigefahren werden. (2) Wenn Fahrgäste ein- oder aussteigen, darf rechts nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Sie dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss, wer ein Fahrzeug führt, warten.

„Wenn man sieht, da fährt ein Schulbus ab, dann muss man immer damit rechnen“, so betont Gralka, dass gerade ein Kind ausgestiegen ist, das vielleicht noch nicht alle Verkehrsregeln im Kopf hat. Erhöhte Vorsicht sei an dieser Stelle also immer geboten, rät er deshalb.

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