Schüler in Wasserburg und Eiselfing stellen fest: Mit Corona steigt die Wertschätzung

Die neuen Schulregeln an der Grund- und Mittelschule Eiselfing.
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Die neuen Schulregeln an der Grund- und Mittelschule Eiselfing.

Mittelschüler sprechen über ihre Erfahrungen mit dem Lockdown und beäugen kritisch die neuen Verhaltensregeln an ihren Schulen. Es gibt aber auch Positives zu vermelden.

Von Petra Maier

Wasserburg/Eiselfing – Der Schulalltag in Corona-Zeiten, wie sieht er aus? Seit einigen Wochen dürfen die Schüler an der Mittelschule Wasserburg und Eiselfing wieder die Schulbank drücken. Kritisch beäugen sie die neuen Verhaltensregeln nach dem Lockdown. Einiges haben sie vermisst – manches brauchen sie nicht.

Für die Jugendsozialarbeiter an den Schulen von Startklar Soziale Arbeit Oberbayern, die während des Lockdowns virtuell und telefonisch Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen gehalten haben, steht nun das persönliche Gespräch wieder an erster Stelle. Ihnen ist es wichtig, den jungen Menschen eine Stimme zu geben, damit deren Gedanken und Ideen bei künftigen Planungen gehört werden.

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„Viele Jugendliche können die Vorschrift zur Maskenpflicht in der Schule nicht ganz nachvollziehen“, erklärt Hans Leipold, Jugendsozialarbeiter von der Mittelschule Eiselfing. „Wenn ich zur Schule gehe soll ich sie tragen, im Klassenzimmer aber nicht“, erklärt beispielsweise ein Jugendlicher im Gespräch. Diese Regelung finden viele nicht sinnvoll und widerspricht auch den Empfehlungen der Experten, die eine höhere Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen vermuten.

Im Großen und Ganzen fänden aber die meisten Schüler die Maßnahmen zum Schutz vor Corona richtig und notwendig.

Viele haben große Angst sich anzustecken und den Virus in die Familie zu tragen, daher nehmen die Kinder und Jugendlichen die Abstandsregeln ernst und kommen damit auch gut zurecht.

Ihnen ist wichtig, dass sie ihre Freunde endlich wieder persönlich sehen und wieder gemeinsam in der Schule lernen können.

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„Viele Effekte empfinden die Jugendlichen aber im aktuellen Schulalltag auch als sehr angenehm“, erklärt Dagmar Kopriva von der Mittelschule Wasserburg.

Auf die Frage beispielsweise, wie die Schüler und Lehrkräfte mit den kleineren Gruppen zurechtkommen, waren sich alle einig, dass es jetzt viel leiser im Klassenraum ist und man dadurch besser lernen kann und aufmerksamer bleibt.

Auch das Verhalten untereinander hat sich verbessert: Der Umgangston ist freundlicher, die Klassenkameraden sind toleranter und der Konkurrenzdruck ist so gut wie weg. Alle gaben an, sich in der aktuellen Klassensituation viel wohler zu fühlen.

Tagesstruktur und Hilfe bei den Hausaufgaben fehlte

„Der Schulbesuch hat für viele an Qualität gewonnen und wird mehr wertgeschätzt“, erklären die Jugendsozialarbeiter von Startklar Soziale Arbeit Oberbayern. Vielen habe die Tagesstruktur und die professionelle Unterstützung bei den Schulaufgaben gefehlt. Darüber hinaus gab es auch erhebliche Probleme mit den digitalen Medien und der Geschwindigkeit des Internets beim Homeschooling.

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Für die Zukunft wünschen sich alle ihr normales Leben zurück. Aber die intensive Zeit und den Zusammenhalt mit der Familie möchten die Jugendlichen beibehalten. Viele haben in den vergangenen Wochen auch die Natur viel intensiver erlebt und möchten sich daher zukünftig mehr für Umwelt und Klima einsetzen. re

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