Schonstett und die Frage: Wohin mit dem Mobilfunkmast?

Bürgermeister Josef Fink: „Unsere Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 642 Euro“. red

Ein Thema ist weiter die Suche nach einem Standort für einen Mobilfunkmast. Das wurde bei der Bürgerversammlung in Schonstett deutlich.

Schonstett – In der mäßig besuchten Bürgerversammlung in der Schonstetter Mehrzweckhalle ging Bürgermeister Josef Fink in seinem Bericht unter anderem ausführlich auf die Finanzen der Gemeinde ein. Ein Thema ist weiter die Suche nach einem Standort für einen Mobilfunkmast.

Der Haushalt 2018 hatte einen Umfang von knapp vier Millionen Euro, davon entfielen auf den Verwaltungshaushalt knapp 2,5 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt rund 1,5 Millionen Euro. Der Haushaltsansatz für dieses Jahr sei um knapp 600 000 Euro höher, „was annähernd ausschließlich den Vermögenshaushalt betrifft“, so der Bürgermeister. „Hier wirken sich die Investitionen in das neue Baugebiet aus.“

Ausgaben für den Winterdienst erhöht

Die im Haushalt angesetzten Beträge für den Breitbandausbau werden laut Fink ins kommende Jahr übertragen. Diese Verzögerung sei ärgerlich, „aber leider nicht zu ändern“. Ein „Ausreißer“ nach oben war bei den Ausgaben für den Winterdienst 2018/2019 zu verzeichnen, sie haben sich fast verdoppelt, hieß es im Bericht weiter.

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Aufgrund der „beständig hohen“ Einnahmen aus der Gewerbesteuer und der Einkommenssteuerbeteiligung konnte trotz stetig steigender Umlagen (Gewerbesteuer, Kreis, Schulverband und Verwaltungsgemeinde) der Schuldenstand auf rund 880 000 Euro abgebaut werden. „Unsere Pro-Kopf-Verschuldung beträgt somit noch 642 Euro“, so der Bürgermeister. Sie nähere sich der durchschnittlichen Verschuldung bayerischer Gemeinden in dieser Größe von 605 Euro an.

Die Einwohnerzahl der Gemeinde blieb mit 1439 annähernd unverändert, erfreulich seien 23 Geburten (Vorjahr 12), verwies Fink auf die Gemeindestatistik.

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Diesen stehen 19 Sterbefälle, davon acht Bewohner aus dem Caritasheim, gegenüber. Auch werde mehr geheiratet, bis dato gab es zwölf Trauungen in der Gemeinde (Vorjahr neun). Stark rückläufig waren laut Fink die Straftaten mit zehn (21).

Die Zahl der Verkehrsunfälle sei unverändert hoch – von den 34 passierten 31 außerorts, drei davon mit schwerwiegendem Schaden und vier mit Personenschaden. Dazu seien noch 20 Wildunfälle zu zählen. Ein Fahrer hatte zu viel „getankt“.

Für den „Dorfladen“ habe der Gemeinderat jetzt die Nutzungsänderung für die Räumlichkeiten genehmigt. Anteile ab 300 Euro könnten noch bis 31. Dezember gezeichnet werden, erinnerte der Bürgermeister.

Wohin mit dem Mobilfunkmast?

In der Bürgerversammlung interessierten sich einige Besucher besonders für den Sachstand zum geplantenMobilfunkmast. Die Deutsche Funkturm GmbH hatte bereits im Januar die baurechtliche Genehmigung zur Errichtung eines 35 Meter hohen Stahlgittermastes beantragt, erinnerte Bürgermeister Fink. Der Gemeinderat habe dies jedoch abgelehnt (wir berichteten). Das Landratsamt als Genehmigungsbehörde hatte laut Fink der Firma dann geraten, einen alternativen Standort zu suchen. Für den hatte die Firma einen Genehmigungsantrag gestellt; errichtet werden solle der Mast neben dem neuen Wasserhochbehälter am Irlinger Berg.

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Die Gemeindeverwaltung hatte dazu eine Fotomontage des Standorts erstellt, von dem einige Bürger wenig begeistert sind, wie in der Versammlung deutlich wurde. Sie befürchten neben der Verschandelung des Ortsbildes eine Gesundheitsbelastung. Wenn schon der Masten nicht verhindert werden könne, sollte auf jeden Fall bei der Sendeleistung darauf geachtet werden, nur so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich zu genehmigen, hieß es in ihren Wortmeldungen.

Bürgermeister Josef Fink informierte, dass als Alternativstandort in der Nähe ein Grundstück des Wasserzweckverbandes in Frage käme. Hier stünde aber noch die Zustimmung des Zweckverbandes aus. Auch über die geplante Höhe gebe es noch Diskussionsbedarf.

„Sanierung light“

Angesprochen wurde auch die Situation der Mittelschule Eiselfing. Hier wäre die Gemeinde über die Schulverbandsumlage bei befürchteten „ausufernden Kosten“ bei einem Neubau oder Sanierung mit betroffen. „Ist ein Fortbestand der Mittelschule in Eiselfing für einen längeren Zeitraum überhaupt gesichert?“, kam eine Frage aus dem Publikum.

Aufgrund der Kosten setze die Gemeinde auf eine „Sanierung light“, antwortete Bürgermeister Fink. Die Gemeinde habe zwar schon in Wasserburg angefragt, ob die Stadt in der Lage wäre, die Kinder aufzunehmen. Aber da die Schülerzahlen ausreichen, werde sich vonseiten der Schulbehörde „nichts am Mittelschulstandort Eiselfing ändern“.

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