Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


FORSCHUNG ZU FLURDENKMÄLERN

Schnaitseer Heimatverein will das Rätsel des Sühnekreuzes lösen

Das Sühnekreuz bei Pfaffenham: Wann wurde es aufgestellt? Welches Verbrechen war der Grund für die Sühne?
+
Das Sühnekreuz bei Pfaffenham: Wann wurde es aufgestellt? Welches Verbrechen war der Grund für die Sühne?
  • VonJosef Unterforsthuber
    schließen

Ein Sühnekreuz in Schnaitsee gibt Rätsel auf. Forschungen sollen Antworten liefern.

Schnaitsee – In Zeiten der Pandemie ist der Schnaitseer Heimatverein weiterhin gezwungen, auf Informationsveranstaltungen zu verzichten. Nur einzeln konnten in dieser Zeit Mitglieder aktiv sein. So hat sich der Schnaitseer Ortsheimatpfleger Reinhold Schuhbeck den Erforschungen von Flurdenkmälern in der Gemeinde verschrieben.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Dabei stehen in diesem Frühjahr die Sühnekreuze im Vordergrund. Erstes und wohl bekanntestes Objekt war das Sühnekreuz von Pfaffenham. Seit Langem gab es zu Alter und Ursache dieses Kreuzes nur die eine Einschätzung, die in allen Veröffentlichungen seit den „Beiträgen zur Geschichte der Pfarrei Schnaitsee“ von Pfarrer Braun aus dem Jahr 1928 zu finden ist: Laut „mündlicher Überlieferung“ stammt es aus dem 12. Jahrhundert.

Dort sollte ein Mönch erschlagen worden sein. Dieser habe etwas mit dem Pfarrhof zu tun gehabt, der im gleichen Jahrhundert von Pfaffenham nach Pfaffenberg, dem jetzigen Berg, verlegt worden sein soll.

Ortsheimatpfleger forscht nach neuen Aspekten

Allerdings fand Schuhbeck dazu in der sehr ausführlichen Veichtmayr-Chronik neue Aspekte. Die Aufzeichnungen dieser Chronik beginnen im Jahre 15 vor Christus und wurden im Jahr 1860 abgeschlossen. Hier sind aus dem 12. Jahrhundert keine Hinweise von einem Mord oder Totschlag – schon gar nicht an einem Mönch – zu finden. Auch von einem Pfarrhof in Pfaffenham oder dessen Verlegung nach Berg ist nirgends die Rede. Es sieht so aus, als sei der Pfarrhof schon immer auf dem „Pfaffenberg“ gewesen.

Nicht zuletzt datiert das Landesamt für Denkmalpflege das Kreuz wegen seiner Form und seines guten Zustands nicht ins 12. Jahrhundert, sondern in die Barockzeit, also ins 17. Jahrhundert. Fragen über Fragen tun sich auf. Aber Schuhbeck lässt nicht locker und will Licht in das Dunkel der Sühnekreuze bringen.

Zweifel an Darstellung des Überfalls auf Mönch

Das Kreuz bei Pfaffenham wurde noch einmal bekannter, als es 2007 gestohlen wurde. Die Besitzerfamilie Stocker in Pfaffenham und Ortsheimatpfleger Reinhold Schuhbeck bemerkten damals fast gleichzeitig das Fehlen des Steinkreuzes. „Das war ein echter Schock“ erinnert sich Schuhbeck an den dreisten Diebstahl. Nach der Veröffentlichung in der Heimatzeitung wurde das Kreuz in Ruhpolding zum Kauf angeboten. Über Umwege kam es dann nur wenige Wochen nach dem Diebstahl an seinen angestammten Platz zurück.

„Der Bauernhof in Pfaffenham, nachweislich einer der ältesten in der Gemeinde, wurde bis 1150 als Pfarrhof genutzt. Als nach einer Messe im Schloss Kling einer der Mönche nach Pfaffenham zurückkehrte, wurde er an besagter Stelle überfallen und getötet.“ Diese Begebenheit wurde seit Jahrhunderten mündlich überliefert. Aber zu diesen Überlieferungen sind nach den Nachforschungen Zweifel aufgekommen, so der Heimatverein.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren: Franz Mörtl ist der Wächter über die Burgruine in Kling bei Schnaitsee

Und so forscht Schuhbeck weiter und will auch zu den Sühnekreuzen bei Eggerding und Kratzberg den Verbrechen auf den Grund gehen, aus deren Anlass die Kreuze vor Jahrhunderten aufgestellt wurden.

Mehr zum Thema

Kommentare