PEFC Zertifikat

Schnaitseer Familie besteht den „Wald-TÜV“

Stolze Riesen und naturnahe Verjüngung luden zur Pause ein. Andreas Pichler (Mitte) führte Alexander Graßl und Regine Wurnig durch seine vorbildlich bewirtschafteten Wälder.
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Stolze Riesen und naturnahe Verjüngung luden zur Pause ein. Andreas Pichler (Mitte) führte Alexander Graßl und Regine Wurnig durch seine vorbildlich bewirtschafteten Wälder.
  • vonJosef Unterforsthuber
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Stolze Baumriesen stehen im Wald bei Surbrunn gut im Saft und dienen als Paten für den Nachwuchs. Es ist, als wüssten sie, dass Waldbauer Andreas Pichler erst kürzlich eine großartige Auszeichnung für sie entgegennehmen durfte.

Schnaitsee – Der Wald von Pichler trägt jetzt die „PEFC-Zertifizierung“. PEFC ist die Abkürzung für ein internationales Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen. Mit diesem Siegel bestand der Forst in Schnaitsee eindrucksvoll den „Wald-TÜV“.

Stolze und alte Baumriesen

Beim Waldspaziergang bei Surbrunn in der Gemeinde Schnaitsee kann sich der Wanderer voll der reinen Natur hingeben. Stolze und alte Riesen bilden hier das Dach für die Naturverjüngung mit Buchen, Fichten und vielen Tannen. Im vielschichtigen Wald kann der aufmerksame Waldbesucher auch Lärchen, Douglasien, Winterlinden, Kirchbäume und Ahorn sehen. Für diese optimale Mischung haben der Waldbauer Andreas Pichler und seine Eltern in den letzten Jahrzehnten gesorgt.

Waldidylle ist hier kein Fremdwort. Pichlers Wald ist neben der ausgezeichneten Bewirtschaftung auch der perfekte Ort zur Erholung. Hier kann auch gerne ein Baum umarmt werden.

Pichler hob beim Gespräch mit der Wasserburger Zeitung hervor, dass wegen der großen Schwierigkeiten in den vergangenen Jahrzehnten die Fichten-Monobestände einfach den Gefahren, die durch den Borkenkäfer oder die Trockenheit entstehen, nicht mehr standhielten.

Ziel: ein gesunder Mischwald

So war Pichler schon fast gezwungen, für einen gesunden Mischwald zu sorgen. Das tolle Ergebnis war im Rahmen einer Wanderung mit dem Waldbauer sowie mit dem Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung Wasserburg-Haag, Alexander Graßl und der Forstingenieurin und Auditorin Regine Wurnig aus Miesbach zu sehen. Im Rahmen dieses Waldspaziergangs sollte die Zertifizierung in einem Vor-Ort-Audit überprüft werden. Laut Graßl werden die 12 000 Hektar der knapp 2200 Mitglieder immer wieder Stichproben zur Zertifizierung unterzogen.

Stabile Bäume trotzen dem Klimawandel

Schon nach wenigen Metern kam Graßl ins Schwärmen: „Das ist hier ideal. Hier könnte das beliebte neue „Waldbaden zur reinen Erholung führen.“ Und Regine Wurnig erklärte an einem besonders schönen Waldstück, das sich für eine Pause anbot, dass die PEFC-Zertifizierung der Garant für eine nachhaltige Waldwirtschaft bedeute.

„Die Waldbesitzer setzen sich für einen bewussten Umgang mit Holz ein und damit für eine langfristige und verantwortungsvolle Nutzung unserer Wälder. Ziel ist die Schaffung von artenreichen Mischwäldern, die sich aus standortgerechten Baumarten zusammensetzen. Die Bildung von stabilen Beständen, die den zunehmenden Naturkatastrophen gewachsen sind, sowie die Förderung der heimischen Familienforstwirtschaft.“

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PEFC ist die weltweit wichtigste unabhängige Organisation zur Sicherstellung nachhaltiger Waldwirtschaft. Holzprodukte und Papier mit dem PEFC-Siegel stammen aus Wäldern, die nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Standards bewirtschaftet werden. In Pichlers Wäldern prüfte Wurnig, ob auf flächiges Befahren mit schweren Geräten verzichtet wurde, ob die Düngung zur Steigerung der Holzproduktion unterlassen oder ob das Verbot des Kahlschlags eingehalten wurde. Die Auditorin fand nur lobende Worte für den Waldbesitzer Andreas Pichler und bescheinigte eine vorbildliche Bewirtschaftung.

Jagdpächter Maier schützt vor Verbiss

Dazu hob Pichler auch den Verdienst seines Jagdpächters Thomas Maier hervor, der es mit seiner vorbildlichen Bejagung ermöglicht habe, dass sich die Jungpflanzen fast ohne Verbiss entwickeln konnten und so sich auch die Vielfalt in seinem Wald einstellen konnte.

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