Schluss mit den Corona-Bad-Hair-Tagen: Wasserburger Friseure freuen sich auf Neustart

Erwartungsfroh: das Wasserburger Friseurgeschäft „Stylebox“. win

Die Geschäfte haben in Wasserburg schon seit einer Woche auf, am Montag starten auch die Friseure wieder – zur Erleichterung vieler Bürger, die seit Wochen mit ihren aus dem Ruder geratenen Frisuren kämpfen. Nur wenige hatten die Haare schön, aus dem gelegentlichen „Bad-Hair-Tag“ waren – coronabedingt – „Bad-Hair-Wochen“ geworden.

Von Winfried Weithofer

Wasserburg – .Graue Haare, wilde Matten, dunkle Ansätze, zu lange Ponys: Vor allem Frauen haben in den vergangenen Wochen unter der Tatsache gelitten, dass sie nicht zum Friseur gehen konnten. Das ist jetzt endlich vorbei.

+++

Lesen Sie auch: Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

+++

Wer sich die Haare schneiden lassen will, muss sich freilich zwingend anmelden. „Termine werden nur noch nach telefonischer Vereinbarung vergeben. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer“, lautet etwa die Ansage beim Friseursalon von Hanni Machl. „Bitte haben Sie Geduld und Verständnis mit unserer Terminvergabe“, war zu hören, wenn man in den vergangenen Tagen das Geschäft von Sabine Fellner anwählte.

Es ist ein Neustart, der den Friseuren umfangreiche Vorbereitungen abverlangt. Darüber berichtet Jürgen Zettl unserer Zeitung; er ist Inhaber eines großen Salons in der Ledererzeile. Nach seinen Angaben hat die Berufsgenossenschaft mit dem Gesundheitsministerium einen verbindlichen Hygieneplan erstellt.

Danach wird die Anzahl der Kunden im Laden gedeckelt. „Wegen der Abstandsregeln mussten wir von insgesamt 17 Plätzen vier entfernen“, so Zettl. Zudem habe er mobile Glastrennwände installieren und die Laufwege im Geschäft kennzeichnen lassen – überall kommt es auf die Wahrung des Abstands an. Damit nicht genug: Desinfektionsmittel müssen bereitgestellt, die Wäsche nach bestimmten Regeln eingesammelt werden, so Zettl.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Voranmeldungen hat Zettl viele: „Der Terminkalender ist für zwei Wochen rappelvoll“, sagt er. Dabei sei die Zahl der Mitarbeiter, die er zur gleichen Zeit einsetzen dürfe, nach den Vorgaben auf neun begrenzt. Insgesamt arbeiten bei Zettl 25 Fachkräfte.

Die ersten Kunden sind alles Frauen

Ob er sich auf den Neustart freut? Da lacht Zettl ins Telefon: „Und wie!“ Er habe sich zwar in Videokonferenzen mit seinen Beschäftigten ausgetauscht, aber das sei auf Dauer keine Lösung. „Wir sind gewohnt, unter Leuten zu sein“, sagt Zettl. „Deshalb freuen wir uns wirklich alle sehr, wenn es endlich wieder losgeht.“ Zunächst einmal sind es vor allem Frauen, die sich bei ihm einen Termin gesichert haben.

Männer haben sich darauf einzustellen, dass das Haarewaschen zum Schneiden obligatorisch dazugehört – so wie es bei Zettl schon immer der Fall war. Auf diese Weise sollen mögliche Viren in den Haaren abgetötet werden. Vor dem Friseurbesuch die Haare selbst zu waschen, wird nicht akzeptiert.

Zu den verpflichtenden Maßnahmen zählen auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes – für Friseure und Kunden. Der Salonbesuch wird jedenfalls nicht mehr so sein wie gewohnt.

Kommentare