Schlosshof umgestalten und öffnen

Der Schlosshof soll umgestaltet werden und dann auch frei zugänglich für die Öffentlichkeit sein. Archiv Günster
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Der Schlosshof soll umgestaltet werden und dann auch frei zugänglich für die Öffentlichkeit sein. Archiv Günster

Ein „markantes Votum“ setzte der Bauausschuss des Haager Gemeinderats mit dem neuen Konzept für den Schlosshof. Haag.

Dafür erwartet man nun die Zustimmung des Denkmalamtes. Neu für die Bürger ist: der Schlosshof wird nächstes Jahr für alle frei zugänglich sein.

– Die längste Zeit in der neueren Geschichte war der Schlosshof des Haager Schlossturms für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Vor der Schließung konnten Besucher nur im Rahmen der Öffnungszeiten des Museums des Geschichtsvereins einen Blick um den Turm werfen. In den 60er- und 70er-Jahren mussten die Jugendlichen und Kinder, die sich für das Gelände interessierten, den Schlüssel noch im Pfarrhof abholen. Vorher, in den 50er- Jahren, war die gesamte Anlage als Jugendherberge genutzt.

Ab 2016 soll das anders werden. Für die Besucher wird der Schlosshof nach der Eröffnung am 15. Juli 2016 gewisse Zeiten während des Tages regelmäßig zugänglich sein. Nachts bleibt er geschlossen, da wird er zur Vorbeugung gegen Vandalismus auf Empfehlung der Kriminalpolizei sogar per Video überwacht werden.

Zum Schlossturm selbst berichtete Bürgermeisterin Sissi Schätz vor dem Bauausschuss: „Der ist jetzt so gut wie hergerichtet.“ Nun konzentrierten sich die Restaurierungsmaßnahmen auf das Technische und auf den Schlosshof. Die Regierung habe empfohlen, die Gemeinde solle einen Antrag auf Zuschuss stellen. Es stünde ein Sonderfördersatz in Höhe von 80 Prozent der Kosten in Aussicht.

Die ersten Details stellte Städteplaner Udo Rieger vor. So werde die Bühne verwirklicht, die man mit einer temporären Überdachung ausstatten wolle. Das Gestaltungselement des Innenhofes bilde der Kreis. Weiter wolle man Sitzstufen auf dem Rasen schaffen, Marktstände, Bänke, Sitzgelegenheiten, eine Rundbank entlang der östlichen Rundmauer und Bestuhlungsmöglichkeiten für größere Veranstaltungen. Der einstige Grafenstock soll im Parterre, früher einmal auch Waschküche, Toiletten erhalten. Im ersten Stock, früher Jugendraum mit Tischtennisplatte, könnte ein Büro einziehen.

Ein ganz neues Element plant Rieger mit einem zweiten Aufgang auf die Ringmauer, der am Südtor ansetzen könnte und dann auf einen inneren Wehrgang führte. So lasse sich für den Besucher auch die Burgmauer auf einer adäquaten Höhe erleben. Zu unterstreichen gelte es die optische Attraktion, die beispielsweise auch Spezialmärkte suchten. Die Behörden der Städtebauförderung hielten das für eine gute Idee, so Udo Rieger abschließend.

Nutzung für Kultur und Märkte

Nutzung und Gestaltung sollten harmonisieren, schlug Baureferent Stefan Högenauer (CSU) vor. Wegen eventueller Begradigungen des buckligen Schlosshofs befürchtete Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) Beeinträchtigungen der archäologischen Bodenvorkommen. Das trifft nach Rieger jedoch nicht zu, da relevante Fundamente erst ab einer Tiefe von 80 Zentimetern auftauchten. Einig war man sich, bisherige Veranstaltungen wie Rockkonzerte und Theater weiter zu fördern. Zu beachten bleibe die Auffahrtsmöglichkeit für die Feuerwehr.

Die Kosten bezifferte Städteplaner Udo Rieger für 1400 Quadratmeter auf 300 000 Euro. „Ein überzeugendes Konzept“, so Zweiter Bürgermeister Dr. Wolfgang Weißmüller (PWG), der mit Bürgermeisterin Sissi Schätz da rin auch eine Positionierung Haags zur Vorlage für den Denkmalschutz sah. Gegen diese Nutzung, so Rieger, habe wohl niemand etwas einzuwenden.

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