Schloss Amerang: Grünes Licht für die Millionensanierung

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Wasserburg – Mit drei verschiedenen Standbeinen der Holzverarbeitung und 250 Mitarbeitern gehört die Firma Huber zwischen Eiselfing und Wasserburg zu den größten Betrieben der Branche.

In Amerang kann es mit der langersehnten Renovierung des Schlosses weitergehen.

Bachmehring – An der Wand hängt noch der Meisterbrief im Zimmererhandwerk. Josef Huber senior ist sichtlich stolz darauf, auch wenn sein Betrieb mittlerweile mit einer herkömmlichen Zimmerei nur mehr recht wenig gemeinsam hat. Mit rund 250 Mitarbeitern ist die Firma „Huber & Sohn GmbH und Co KG“ einer der größten Betriebe der Branche. Fensterbau, Holz-Ingenieurbau und Großcontainer sind die drei Standbeine des Holzverarbeiters, das eigene Sägewerk liefert die notwendige Schnittware. Der Bau von Holzhallen für die amerikanischen Truppen war das große Wagnis, das nach dem Krieg den Durchbruch brachte. Den Anfang nahm der Ingenieurbau mit Schalungen und Lehrgerüsten. An komplizierten Bauwerken wie U-Bahn-Schächten oder am Donaukraftwerk Dillingen baute man mit. Im zweiten Hauptsektor, dem Fensterbau, setzte man frühzeitig auf Qualität. Heute steht die modernste Fenster-Lackieranlage Deutschlands in Bachmehring. Um das Abfallholz besser zu nutzen, baute man Container und Paletten – und hatte ein weiteres Standbein. An diesem Betriebszweig verdeutlicht Huber aber auch die Probleme der Holzverarbeitung spätestens seit der Öffnung des Ostens. Die Preise der dortigen Konkurrenz kann der Bachmehringer nicht unterbieten „und Qualität muss man erst einmal verkaufen“.

Amerang – Mit der Renovierung des Ameranger Schlosses geht es weiter. „Die Regierung von Oberbayern hat grünes Licht gegeben“, erklärte Diplom-Ingenieur Ulrich Mertig den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung. Für die Instandsetzung sind 6,6 Millionen Mark veranschlagt. Da ein Großteil der Kosten durch die Städtebauförderung abgedeckt wird, drängt nun die Zeit. Der Antrag muss im Oktober gestellt werden, sonst fließt nächstes Jahr kein Geld. Daneben liegen die Zusagen des Fördervereins des Schlosses, der Bayerischen Landesstiftung, des Bezirks Oberbayerns und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vor. Der Bauherr, Ortholf von Crailsheim, ist mit rund einer Millionen Mark dabei. Für Mertig ist es ein besonderer Fall, dass so viele Einrichtungen zusammenhelfen und damit die Renovierung ermöglichen. Das geschehe seiner Ansicht nach aus dem Wissen heraus, „wenn es jetzt nicht geht, dann klappt es nicht mehr.“

Weitere Meldungen in der Woche vom 28. September bis zum 4. Oktober 1995:

Freising – Über eine steigende Arbeitsbelastung und großen Stress klagen erstmals die katholischen Priester. Auf einer Konferenz europäischer Priesterräte hieß es, die wöchentliche Stundenbelastung der katholischen Priester belaufe sich einschließlich der Gottesdienste auf 55 bis 60 Stunden. Zunehmende Individualisierung, das Einfordern von Glück als „Quasi-Religion“ und andere lautstarke „Quer-Botschaften“ behinderten die christliche Verkündigung, beklagte der Eichstätter Theologie Ludwig Mödl.

London – Eine um 1940 für die Deutsche Wehrmacht gebaute Enigma-Verschlüsselungsmaschine ist bei Sotheby’s in London für umgerechnet 29 000 Mark verkauft worden. Das nur 34 Zentimeter lange Gerät für das Entziffern und Verschlüsseln von Funknachrichten wurde im Rahmen der Schätzung zugeschlagen. Die Alliierten hatten Jahre gebraucht, um den Code des Gerätes zu knacken.

Augsburg – Die Denkmalpflege leidet unter einem Mangel an Fachpersonal. „Der Markt an qualifizierten Kräften ist sehr klein“, bedauert der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Heribert Späth. Die meisten Handwerksbetriebe sähen sich heute zur Spezialisierung gezwungen, wodurch immer mehr alte Handwerkstechniken verloren gingen. Die ungenügende Schulausbildung vieler Berufsanfänger verschärfe das Problem.

London – Kaum haben die Briten sich daran gewöhnt, dass der Einkaufswagen nur mit einer Pfund-Münze flottzukriegen ist, steht im Supermarkt die nächste Revolution bevor. „Höllisch kompliziert wird das“, meinen Shopper, wenn ab Oktober Maße und Gewichte auf das metrische System umgestellt werden. Mit wenigen Ausnahmen dürfen nach europäischer Vorschrift alle nach Gewicht verkauften Waren nicht mehr in Unzen, sondern nur noch in Gramm über den Ladentisch wandern.

München – In Bayern soll dem Missbrauch von Hunden für Kampfzwecke und der Ausbildung mit Elektroschocks ein Riegel vorgeschoben werden. Entsprechende Anträge hat der Umweltausschuss einstimmig verabschiedet. Immer mehr Hundebesitzer lassen ihre Tiere zu Killerhunden ausbilden. Der Ausschuss forderte die Staatsregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass Hunde nicht mehr zu verstärkter Aggressivität abgerichtet werden dürfen.

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