Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Was der Chef alles zu tun hat

Schlaflos in Wasserburg: Die Romed-Klinik zieht um

Jeder einzelne Schritt ist terminiert: Klinikleiter Christof Maaßen und Assistentin Sabrina Moffa vor der Umzugstafel.
+
Jeder einzelne Schritt ist terminiert: Klinikleiter Christof Maaßen und Assistentin Sabrina Moffa vor der Umzugstafel.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
    schließen

„Schlaflose Nächte? Fragen Sie mich lieber, wann ich das letzte Mal eine Nacht geschlafen habe.“ Christof Maaßen, Klinikleiter von Romed Wasserburg, ist im Stress. Kein Wunder: Es geschieht nicht alle Tage, dass ein Krankenhaus umzieht.

Wasserburg - Fast alle Parkplätze sind belegt, im Eingangsbereich von Romed-Wasserburg herrscht an diesem Morgen wenige Tage vor dem Umzug ein Kommen und Gehen: Patienten warten mit gepackten Taschen auf Aufnahme oder Entlassung, Pflegekräfte und Ärzte eilen über die Flure. Ein ganz normaler Tag im Klinikum. Kaum zu fassen, dass hier bald gähnende Leere herrschen wird: Denn die Romed-Klinik zieht ab Freitag, 2. Dezember, um in den gemeinsamen Neubau mit dem kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg. Dieser liegt zwar nur wenige Meter entfernt im Stadtteil Gabersee, trotzdem ist ein Krankenhausumzug eine große logistische Herausforderung. Dazu wird hier eine ganze Armada an Rettungswagen und Krankentransportern auffahren.

Klinikleiter Christof Maaßen und Assistentin Sabrina Moffa sitzen im Casino, den Blick auf eine riesige, vom Laptop aus an die Wand geworfene Tafel, auf der jeder einzelne Schritt festgelegt ist. Eine Ampel bewertet die Maßnahmen: Ist ein Vorgang mit roter Farbe unterlegt, geht es um die Verlegung von Risikopatienten und kritischer Infrastruktur. Gelb symbolisiert Umzugsschritte, bei denen Patienten in wahrsten Sinne des Wortes mitziehen müssen, Grün gekennzeichnet sind unkritische Vorgänge. Die Farben Gelb und Rot sind klar in der Mehrzahl.

Der Altbau vom Romed Wasserburg: Am Freitag, 2. Dezember, ist hier Schluss.

Doch Maaßen, der in diesen Tagen den ersten Krankenhaus-Komplettumzug seiner beruflichen Laufbahn stemmt, wirkt ganz entspannt - und überhaupt nicht übermüdet, trotz vieler schlafloser Nächte. Denn die Mammutaufgabe ist monatelang von diversen Teams und Steuerungsgruppen bis ins kleinste Detail vorbereitet worden. Es gibt nichts, was nicht durchgespielt wurde, sagt er. Was Maaßen beruhigt: „Corona ist uns gnädig.“ Nach jetzigem Stand der Planungen könne der Umzug ohne einen infizierten Patienten stattfinden. Eine Urlaubssperre für das Personal gibt es nicht, denn der erste Umzugstermin im Herbst konnte aufgrund von Probleme mit der Lüftungstechnik nicht gehalten werden. Eine erneute Sperre war dem Personal nicht zuzumuten. Doch es sind laut Maaßen am Wochenende weitaus mehr Mitarbeitende im Dienst als gewöhnlich, „zum Teil doppelt so viele.“ Außerdem helfen viele Freiwillige mit, freut sich der kaufmännische Leiter. Aus den Pflegeschulen rücken unter anderem Nachwuchskräfte zum Mithelfen an.

Denn es kann auch sein, dass es am Freitag ein paar Minuten gibt, in denen es in Wasserburg sogar zwei Romed-Kliniken geben wird: Wenn im Altgebäude etwa auf der Geburtshilfestation ein Not-Kaiserschnitt notwendig ist, bei dem nicht gewartet werden kann, bis der neue OP-Saal im neuen Klinikgebäude bereit ist.

Doch die schwierigste Aufgabe ist laut Maaßen die Kommunikation mit den Patienten. Auf den Stationen sind diese bereits gut informiert, doch es gibt schließlich auch Notfälle und Personen, die spontan kommen. „Ich möchte nicht, dass jemand Hilfe benötigt und im Umzugsgetümmel untergeht.“ Deshalb ist der Umzug der Zentralen Notaufnahme einer der wichtigsten Vorgänge. Was der Klinikleiter in diesem Zusammenhang hofft: „Dass das Wetter mitspielt. Bitte kein Glatteis, das führt in der Regel zu vollen Notaufnahmen.“

Ab Freitag, 2. Dezember, im Betrieb: die neue Romed-Klinik Wasserburg.

Damit im neuen Klinikum alles an Verbrauchsmaterialien parat steht, hat Romed in den vergangenen Monaten vom Zentrallager aus die Räumlichkeiten dort schon mit Grundausstattungen versorgt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in den Großgeräten geschult, haben Operationen simuliert, die Abläufe in den neuen Räumen trainiert, berichtet Maaßen. „Wir sind betriebsbereit.“

Kommentare