Schildkrötendame „Max“ geht in Bachmehring auf Wanderschaft

Fester Panzer - weiches Herz: „Moritz“ folgt seiner Freundin „Max“ in Bachmehring auf Schritt und Tritt und verhilft ihr auch zu manchem Abenteuer, wie diese Woche zu sehen war.
+
Fester Panzer - weiches Herz: „Moritz“ folgt seiner Freundin „Max“ in Bachmehring auf Schritt und Tritt und verhilft ihr auch zu manchem Abenteuer, wie diese Woche zu sehen war.
  • vonPetra Maier
    schließen

Durch die Stimme einer Reporterin: Das abenteuerlustige Reptil berichtet für uns von seiner 100-Meter-Entdeckungsreise in Eiselfing. 

Bachmehring – In Bachmehring ging vergangene Woche eine Griechische Landschildkröte auf Entdeckungsreise. Lesen Sie hier ihren Bericht:

„Mein Name ist Max, ich bin eine Schildkrötendame und 13 Jahre jung. Seit 12 Jahren lebe ich zusammen mit meinem Kumpel „Moritz“ in Bachmehring. O.k., Kumpel ist vielleicht nicht das richtige Wort. Inzwischen haben wir nämlich schon Nachwuchs. 5 Kinder sind vor 9 Monaten geschlüpft – ausgebrütet wurden sie in einer Brutmaschine, da musste ich mich nicht drum kümmern.

Irgendwie wurde es mir Anfang der Woche trotzdem fad in unserem großen Freigehege und so überredete ich „Moritz“, mir zu helfen. Ich stürzte mich in ein noch nie da gewesenes Abenteuer. Mein Kumpel „Moritz“ machte eine Räuberleiter und ich konnte die Absperrung überwinden.

Lesen Sie auch: „Corona-Entrümpelung“ lässt nach: Wertstoffhöfe im Altlandkreis Wasserburg melden Entspannung

Los ging meine Entdeckungsreise. Und da wir uns je nach Witterung oft einmal in unserem Häuschen befinden, bemerkte keiner meiner Aufpasser mein Ausbüxn. Leider nahm meine Tour schon bald ein jähes Ende. Hundert Meter hatte ich mich mit meinen kurzen Beinen vorgearbeitet, da entdeckte mich eine Nachbarin. Sie wusste nicht, wo ich hingehöre, und setzte alle Hebel in Bewegung, um herauszufinden, wem ich gehöre. Meine Aufpasser waren völlig verdutzt, als ich auf dem Arm der Nachbarin plötzlich vor der Tür stand. Na ja, auf dem Arm bin ich ja gar nicht gern und Stress mag ich als Landschildkröte schon gar nicht – und so bin ich eigentlich sehr froh, wieder bei meinem Kumpel und meinen Aufpassern zu sein. Sie kümmern sich ja schon seit Jahren um uns – und zwar richtig gut.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Kinder an Edlinger Schule bekommen in Corona-Zeiten Unterstützung auf sechs Beinen

Wir waren damals ein Geburtstagsgeschenk zum 70. Geburtstag von Oma Resi. Eigentlich spricht man ja nicht darüber, was Geschenke gekostet haben, aber ich verrate es mal an dieser Stelle: Wir haben damals jeder 85 Euro gekostet. Ganz schön viel. Aber das sind wir auch wert, sagt Enkelin Melanie (8), die uns auch unsere Namen ausgesucht hat. Jedenfalls sind wir sehr glücklich bei unserer Familie.

Dort haben wir einen tollen Freilauf im Garten. Wir sind richtige Rennsemmeln, wie ich ja mit meinem Ausflug bewiesen habe. Am Tag sind wir aktiv und in der Nacht zurückgezogen oder eingegraben im Unterschlupf. In der Wildnis ist unser Bestand stark gefährdet. Aber „Moritz“ und ich haben ja schon für Nachwuchs gesorgt.

Lesen Sie auch: Ein Münchner Kindl ist neuer Polizeivize in Wasserburg

In den Wintermonaten können wir uns ausruhen, und schlafen uns ab Oktober ein paar Monate richtig aus. Das dürfen wir im Keller, da ist es schön kühl und wir genießen unsere Ruhe.

Jetzt im Sommer fresse ich am liebsten Klee und Löwenzahnblätter, natürlich auch Salat und Schildkrötenfutter. Gut, ich habe inzwischen mehr Gewicht als „Moritz“, aber das ist bei Griechischen Landschildkröten normal. Bei uns sind die Weibchen generell größer als die Männchen und auch schwerer. Wir gehören zu den mittelgroßen Schildkrötenarten und können problemlos ein Alter von 80 bis 100 Jahren erreichen. Gemeldet sind wir beim Landratsamt Rosenheim, haben auch sämtliche Papiere.“

Älter als die Dinosaurier

Schildkröten zählen zusammen mit anderen Reptilien zu den ältesten, höher entwickelten Tierarten auf unserem Planeten. Meeresschildkröten existieren seit 150 Millionen Jahren, Landschildkröten sogar vermutlich seit 250 Millionen Jahren.

Sie haben im Laufe der Erdgeschichte alle Widrigkeiten überstanden. Weder Naturkatastrophen noch die Eiszeiten konnten ihnen etwas anhaben – im Gegensatz zu den Dinosauriern.

Schildkröten sind anpassungsfähig.

Manche können sogar ein biblisches Alter erreichen. Im Jahr 2006 starb mit „Harriet“die wohl älteste Riesenschildkröte der Welt. Sie wurde einst von Charles Darwin dem Zoo in Brisbane/USA geschenkt und erreichte das stolze Alter von 176 Jahren.

Etwa sechs Wochen alt ist dieser kleine Nachkömmling vom „Max“ und „Moritz“. Viele Interessenten warten schon darauf, ihm und seinen vier Geschwistern ein Zuhause bieten zu können. Abgegeben werden sie aber mit etwa einem Jahr.

Kommentare