40 Jahre am Inn-Salzach-Klinikum

Scheidender Wasserburger Pflegedirektor sagt: „Anerkennung für den Beruf kommt zu spät.“

Robert Maurer.
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Robert Maurer.
  • Winfried Weithofer
    vonWinfried Weithofer
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Zufrieden blickt Robert Maurer, der 25 Jahre lang die Pflege am Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg leitete, auf sein berufliches Lebenswerk zurück. Trotzdem: Der scheidende Pflegedirektor hat auch manche Härten erlebt – und musste im letzten Jahr seiner Tätigkeit die Herausforderung Corona bewältigen.

Wasserburg – In dieser Woche hat für Peter Maurer (64) der wohlverdiente Ruhestand begonnen. 25 Jahre lang war er Pflegedirektor im kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburgs Stadtteil Gabersee. Er leitete die Pflege in einem der größten Fachkrankenhäuser für Psychiatrie, Psychotherapie, Geriatrie und Neurologie in Deutschland. Maurer war zuletzt für knapp 800 Patienten zuständig.

Geboren wurde er 1956 in Pittenhart bei Obing. Seine berufliche Karriere begann 1978 als Hilfspfleger im damaligen Wasserburger Bezirkskrankenhaus Gabersee, wo er auch zum Pfleger ausgebildet wurde. Dort war Maurer in der Aufnahme, in der geschlossenen Abteilung, in der Gerontopsychiatrie und in der damals noch sehr kleinen forensischen Abteilung tätig.

Auch manche Härten erlebt

1988 absolvierte er in Regensburg eine Weiterbildung zum Pflegedienstleiter. 1995 wurde er schließlich zunächst in dieser Funktion tätig in Gabersee, hier später dann Pflegedirektor. In diesem Amt war er Mitglied der Krankenhausleitung und damit für die strategische Entwicklung des Klinikums mitverantwortlich.

Lange Zeit noch als Pfleger gearbeitet, um Kontakt zur Basis zu halten

Eine lange Zeit arbeitete er weiterhin in zwei Neurologie-Stationen als Pfleger: „Ich wollte Abwechslung und die Kontakte zur Basis behalten“, sagt er. Auf sein Berufsleben blickt er insgesamt zufrieden zurück: „Ich hatte in Gabersee eine sehr schöne Zeit, das war wie eine Familie. Ein Großteil der Kollegen war einfach super und toll, das Klima war schön.“

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Freilich hat er durch Umstrukturierungen im Krankenhaus auch manche Härten erlebt. Zum Beispiel mussten zahlreiche Patienten in Pflegeheime und andere Einrichtungen verlegt werden – eine Aufgabe, die Maurer zufiel. „Das hat nicht unbedingt Spaß gemacht“, erinnert er sich. Die Corona-Krise habe dem letzten Jahr seiner Tätigkeit als Pflegedirektor noch intensiv den Stempel aufgedrückt. Es galt, umfangreiche Hygiene- und Schutzpläne zu entwickeln.

Corona hat dem Pflegeberuf nach seiner Ansicht neue Anerkennung verschafft. „Doch diese kommt meines Erachtens zu spät. Man hat in früheren Jahren versäumt, mehr für die Pflege zu tun. Jetzt ist der Pflegenotstand voll im Gang“, bedauert er.

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Die Fertigstellung des gemeinsamen Neubaus mit dem Romed-Klinikum Wassserburg erlebt Maurer als Pflegedirektor zwar nicht mehr. Trotzdem trägt das neue Großkrankenhaus auch seine Handschrift: Maurer hat sich intensiv in die Planungen eingebracht – unter anderem wurden nach seinen Anregungen die Stationen so konzipiert, dass sie von allen Fachrichtungen benutzt werden könnten und den modernsten Anforderungen an die Pflege genügen.

Freude auf Ausflüge mit dem Wohnmobil

Große Zukunftspläne für die Rentenzeit hat der frisch gebackene Ruheständler nicht. Zunächst will er sich vor allem um seine drei Enkelkinder kümmern. „Die nehmen meine Frau und mich stark in Anspruch, da die Eltern arbeiten“, sagt er im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung. Doch bald will Maurer sein Wohnmobil für Ausflüge nutzen.

Kerstin Weinisch, seit 2012 am Klinikum tätig, hat nun Maurers Stelle als Pflegedirektorin übernommen.

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