Unbekannter fällt bei Rott eine alte Eiche – 1.500 Euro für Hinweis auf den Täter

Die dichte Krone der alten Eichesetzte gerade zum Blühen an. Das hätte unzählige Insekten angelockt. Ein Baumfrevler machte dem ein jähes Ende. Lunghammer
  • vonPetra Maier
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Rotts Bürgermeister Marinus Schaber ist in Rage: „Wie krank muss man sein?“ 1.500 Euro sind zur Belohnung zur Ergreifung des Täters ausgesetzt worden, der am Ausee eine große Eiche gefällt hat. Die Polizei Rosenheim ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Update 4. Mai:  

Neue Erkenntnisse: Zeugin beobachtet Männer mit Kettensäge

Am Rotter Ausee wurde in der Nacht vom 25. auf den 26. April eine alte Eiche von bisher unbekannten Tätern gefällt. Inzwischen hat die zuständige Polizei in Rosenheim neue Ermittlungsansätze. Zeugen meldeten sich, darunter auch eine aufmerksame Spaziergängerin, so die Polizei. 

Sie hat zur Tatzeit eine wichtige Beobachtung gemacht: Vier bis fünf junge Männer haben demnach auf dem Parkplatz am Ausee mit einer Kettensäge hantiert. Es wird vermutet, dass die unbekannten Männer mit zwei weißen Fahrzeugen mit amtlichen Kennzeichen aus dem Ebersberger Landkreis zum See geko men waren. 

Inzwischen wurden 1500 Euro Belohnung auf die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Die Gemeinde Rott verspricht 500 Euro, eine Bürgerin, die die nicht genannt werden möchte, weitere 1000 Euro für Hinweise, welche den oder die Täter überführen. Wer hat die weißen Autos mit Ebersberger Nummer gesehen? 

Jetzt sucht die Polizei nach weiteren Zeugen gesucht, denen zur Tatzeit zwei weiße Fahrzeuge mit Ebersberger Kennzeichen am Rotter Ausee aufgefallen sind. Hinweise nimmt die Polizei in Rosenheim unter der Telefonnummer 0 80 31/ 2000 entgegen.

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Update 1. Mai: 

Belohnung auf 1.500 Euro erhöht

Rott/Schechen – Unbekannte fällten, wie berichtet, in der Nacht auf vergangenen Sonntag auf dem Parkplatz am Rotter Ausee eine fünfzigjährige Eiche. Die Täter hatten es nicht auf das Holz abgesehen. Denn sie ließen die gefällte Eiche einfach auf der Fahrbahn liegen. Viele Rotter sind entsetzt, eine fünfzigjährige Eiche mit einem Lebensraum für Kleinstlebewesen und Vögel ist nicht zu ersetzen. Die Gemeinde sprach bereits eine Belohnung von 500 Euro aus. Nun meldete sich eine Bürgerin, die nicht genannt werden will, bei Alt-Bürgermeister Marinus Schaber. Sie ist so schockiert über diese barbarische Tat, dass sie die Belohnung für Hinweise zur Ergreifung des oder der Täter um 1000 Euro aufstockt. Wer einen Hinweis geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Rosenheim unter der Telefonnummer (08031) 200-2200 oder jeder anderen Dienststelle zu melden.


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28. April:

Baumfrevler macht fassungslos 

Rott/Schechen – Am Rotter Ausee in Schechen machten der ansässige Kioskbetreiber und ein Mitarbeiter des Rotter Bauhofs eine traurige Entdeckung: Eine mindestens 15 Meter hohe Eiche lag gefällt quer über dem Parkplatz. Ein oder mehrere bisher unbekannte Täter hatten sie in der Nacht von Samstag auf Sonntag gefällt, so sieht es auch die Rosenheimer Polizei, die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen hat.

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Als Sinnbild für Standhaftigkeit, Stärke, Treue und die Ewigkeit sind Eichen bekannt. Ausgerechnet so ein prachtvoller Baum fiel jetzt Baumfrevlern zum Opfer. Bürgermeister Marinus Schaber aus Rott ist fassungslos. Zu seiner Gemeinde gehört der Ausee, der sich auf dem Grund der Nachbargemeinde Schechen befindet.

Die gefällte Eiche blockierte den anliegenden Parkplatz, sodass sie durch die Gemeinde Rott am Sonntagnachmittag kostenpflichtig entfernt werden musste.

Schaber kann vor lauter Wut über die Tat kaum an sich halten: „Da Wie krank muss man denn sein, um so etwas zu tun?“, fragt er sich immer wieder. „Da hört doch jeder Spaß auf. Mir tut das unwahrscheinlich weh, dass dieser gesunde Baum so grundlos sterben musste.“

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Man könne an dieser Stelle auch gar nicht feststellen, warum ausgerechnet dieser Baum gefällt wurde. „Er stand dort in einer ganzen Reihe von weiteren Bäumen“, beschreibt Schaber die Situation am Ausee. Er vermutet, dass dort jemand seine neue Aku-Motorsäge vorführen wollte. Es sei zunächst ein Spaltkeil ausgeschnitten worden, doch dann habe der Täter mehrmals seine Säge angesetzt, glaubt Schaber, am abgesägten Stamm zu erkennen.

Strengstens verboten ist es, Bäume in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden. Während dieser Frist schützt das Bundesnaturschutzgesetz nistende Vögel – doch das hat den oder die Täter wohl kaum interessiert.

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„Das ist doch wirklich eine Schandtat“, zürnt Schaber, um im nächsten Moment resigniert innezuhalten und traurig festzustellen: „Egal, was wir jetzt machen, wir können den alten Baum nicht ersetzen. Das hilft doch auch nicht, wenn ich jetzt eine Eiche nach pflanze. Da müsste ich ja gleich eine ganze Reihe Pflanzen. So ein großer, alter Baum ist doch einfach nicht zu ersetzen.“

Das Rotter Gemeindeoberhaupt möchte den oder die Täter unbedingt dingfest machen. „Wir haben von Seite der Gemeinde eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt“, verkündet er. „Vielleicht kann das ja helfen, den oder die Täter zu fassen.“

Von Spaß, wie es die Kritzeleien unter der Rabenbachbrücke beschreiben, kann bei diesen Schmierereien keine Rede sein, findet nicht nur Bürgermeister Schaber.

Schmierereien an der Rabenbachbrücke

Bauhofleiter Manfred Lunghammer hatte gestern jedoch noch weiter schlechte Nachrichten für den Bürgermeister. Auf seinem Weg zum Ausee hatte Lunghammer entdeckt, dass auch an der Rabenbachbrücke wieder Graffiti-Schmierer am Werk waren.

„Das war vor drei Jahren schon mal der Fall“, erinnert er sich. Damals seien die beteiligten Jugendlichen ermittelt worden. „Soweit ich mich richtig erinnere, haben sie dann auch im Nachhinein die Brücke wieder grau gestrichen“, glaubt er.

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Bürgermeister Schaber will auch gegen diese Kritzeleien mit einer Anzeige bei der Polizei vorgehen. „Wir hatten ja auch schon Sprayer in der Hauptstraße, die Schilder wild besprüht hatten und leider nie gefasst wurden. Uns blieb dann der Schaden von rund 30 000 Euro“, schimpft Schaber.

Wer Hinweise zu diesen Vorfällen in Rott geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Rosenheim unter der Telefonnummer 08031/200-2200 oder jeden weiteren Dienststelle zu melden.

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