In der Sauna wird nicht gewedelt: So läuft es im Wasserburger Badria zu Corona-Zeiten:

Rechnet mit Umsatzeinbußen bis zu 900000 Euro: Leiter der Stadtwerke, Marius Regler.
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Rechnet mit Umsatzeinbußen bis zu 900000 Euro: Leiter der Stadtwerke, Marius Regler.

Die Sonne scheint, das Badria lockt: Nach mehrmonatiger Schließungszeit wegen der Corona-Pandemie hat der Wasserburger Badetempel ab Mittwoch, 1. Juli, seine Pforten wieder ganz geöffnet – neben dem Freibad, das seit 8. Juni in Betrieb ist, laden Hallenbad und Saunawelt ebenso wieder zum Relaxen ein.

Von Winfried Weithofer

Wasserburg – Auch die Gastronomie im Innenbereich kann wieder servieren. Die externe Gaststätte soll in den nächsten Tagen in einen Testbetrieb gehen.

Die Gäste – eine Handvoll Leute stehen zur Öffnungszeit um elf Uhr am Eingang – freuen sich darauf, ihr Lieblingsbad nach langer Pause wieder genießen zu können. „Ich hab’s aus dem Internet erfahren, dass eswieder offen hat. Ich habe heute Zeit, und das Wetter ist schön“, sagt ein Rentner aus Ebersberg.

Besucherzahlen sind limitiert

Eine Frau aus Steinhöring ist zum ersten Mal in diesem Jahr im Badria. „Ich habe Urlaub, und deshalb kann ich kommen.“ Eine junge Mutter, die mit zwei kleinen Kindern aus Rohrdorf angereist ist, will den ganzen Tag über bleiben – „solange die Kinder nicht z’wider werden“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Badria-Personal stark motiviert

Marius Regler, als Leiter der Stadtwerke für das Badria verantwortlich, hat nach Kräften dafür gesorgt, dass der Start in den Vollbetrieb reibungslos klappt.

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Unsicherheiten bleiben jedoch: „Wir wissen nicht, wie das Bad jetzt angenommen wird, aber wir haben wahnsinnig viel für Hygiene und Sicherheit getan.“ Er habe aber ein „sehr gutes Gefühl“, sein Team sei sehr motiviert. Die sonst übliche Schließungszeit im September kann in diesem Jahr ausfallen, diejährlichen Revisionsarbeiten wurden in den vergangenen Wochen bereits erledigt.

Vor Corona: bis zu 2300 Badegäste am Tag

Der Außenbereich war in den vergangenen Wochen kaum frequentiert worden: Es seien pro Tag zwischen 100 und 250 Besucher gekommen, berichtet Regler. Geöffnet war das Badria ohnehin nur bei schönem Wetter. So wird die Besucherbilanz nach seinen Worten mager ausfallen: „Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende des Jahres reduzierte Zahlen haben“, sagt Regler.

Corona zwingt eben auch zur Reduzierung der Badegäste: Im großen Becken beispielsweise können maximal 24 Schwimmer ihre Bahnen zeitgleich ziehen. Insgesamt darf das Badria an Schönwettertagen bis zu 720 Gäste hereinlassen, an trüben, kalten Tagen 220. In der Saunawelt ist bei 120 Schwitzwütigen Schluss. Ein Bruchteil dessen, was vor Corona erlaubt war: An „Superspitzentagen“ wurden bis zu 2300 Badefreunde gezählt.

Deshalb sei, so Regler, mit erheblichen Umsatzeinbußen zu rechnen – nach seiner Schätzung belaufen sie sich auf 800 000 bis 900 000 Euro. „Das liegt Bereich von 40 Prozent der Jahreseinnahmen. Durch die Ersparnisse etwa bei Wasser und Strom wird der Betrag bei Weitem nicht kompensiert.“

Bei Aufgüssen wird nicht gewedelt

Im Badria wird man wohl noch für einige Zeit auf Attraktionen verzichten müssen – auf die Rutschen, auf den sprudelnden Whirlpool. Im Umkleidebereich wurden Föhne abmontiert und Händetrockner mit Klebeband versehen, damit man sie nicht benützt. Auch im Saunabereich muss der Gast Einschränkungen hinnehmen.

Bei Aufgüssen wird nicht gewedelt, und der Zugang zu den einzelnen Saunakabinen ist begrenzt. Stand jetzt soll die lange Saunanacht am 14. August aber stattfinden. Dazu müsste die Öffnungszeit verlängert werden – zurzeit schließt das Badria schon um 19 Uhr. Regler ist freilich optimistisch: „Im Moment gehe ich davon aus, dass wir den zweiwöchigen Testmodus klaglos überstehen.“

Das erhofft sich auch Wolfgang Vogel (67) aus Rott am Inn, der mit seinen beiden Enkeln Annalena (5) und Maxi (6) den Eröffnungstag im Badria verbringt. „Mit gefällt es gut hier, schön, dass wieder offen ist. Es ist auch sicherer als am See.“ Er will den ganzen Sommer über regelmäßig ins Bad kommen. „Der Urlaub fällt ja aus.“

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