Sammlung Joa hat großes Werk eines Wasserburgers erworben

Neuerwerbung: das Gemälde des Wasserburger Malers Rudolf Englberger.
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Neuerwerbung: das Gemälde des Wasserburger Malers Rudolf Englberger.

Der Kunstsammler Bernd Joa ist wieder fündig geworden: Der Ausstellung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ kann er ein weiteres hervorragendes Werk hinzufügen, das er der Stadt stifte

Von Winfried Weithofer

Wasserburg – Es handelt sich um ein Gemälde, Öl auf Hartfaser, von Rudolf Englberger (1908 bis 1985) aus dem Jahr 1959, das es ihm ganz besonders angetan hat. Der Titel: „Jesus und Maria Magdalena“. Englberger war Zahnarzt in Wasserburg, seine Eltern hätten nicht gewollt, dass er Künstler wird, berichtet Joa. „Dabei gilt er als einer der besten Wasserburger Maler“, so der Kunstexperte.

Der Maler war Zahnarzt

Es ist ein Bild mit allegorischen Anspielungen, eines, das sich erst nach längerem Anschauen dem Betrachter erschließt. Besonders die Darstellung des Turms der Stadtpfarrkirche St. Jakob war für Joa der Kaufanreiz. „Das Bild war im Besitz einer Münchner Familie, die sich von einem Teil der Englberger Werke getrennt hat“, berichtet Joa. Eines der Gemälde stellte der Kunsthändler Joseph Steutzger im Kasenbacher-Haus in Wasserburg aus, wo Joa es entdeckte und erwarb.

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„Wir sehen Jesus Christus mit dem Heiligenschein und eine locker bekleidete Frau, Maria Magdalena.“ Nach Joas Interpretation hält Jesus der Frau ihr Leben mit einem Spiegel vor. „Und er drängt sie, eine Entscheidung zu treffen – ihr bisheriges Leben im Freudenhaus weiterzuführen oder zum Glauben zu finden.“

Die Neuerwerbung wird Teil der Ausstellung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“, beheimatet im ehemaligen Spital am Brucktor. Alljährlich zur Adventszeit öffnet sie ihre Toren. Sammler Joa hat die Sammlung 2007 der Stadt vermacht. Alljährlich kauft er weitere Werke hinzu, die er in der Weihnachtssitzung des Stadtrates vorstellt.

Auf vier Etagen sind Kunstgegenstände aus der Geschichte der Stadt zu sehen: Gemälde, Stiche, Skulpturen, Keramik, Silber, Zinn, Tabakdosen, Kleider, Waffen. Im „Wasserburger Saal“ hängen Gemälde von Otto Geigenberger, Hans Ganser, Willi Reichert, Karl Wähmann und Ludwig Weninger. Die ältesten Stücke der Sammlung sind Silberpflennige aus dem Jahr 1396.

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