h&m und Hervis eröffnen am Donnerstag Hervis

S4-Zentrum: Außen rot, innen hell

Auf Vordermann gebracht:das Parkhaus.
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Auf Vordermann gebracht:das Parkhaus.

„Die rote gezackte Fassade macht das Gebäude sichtbar, ein selbstständiger Ort entsteht“, sagt Architekt Eik Kammerl zum Konzept für die Sanierung des Gebäudes neben der Sparkasse. Dafür sorgt das mit roter Lackfarbe beschichtete Aluminium-Lochblech in der Rosenheimer Straße bis zum Gimplberg und um die Ecke in der Salzburger Straße. Ein neues Zentrum vor der ebenso roten Innbrücke ist entstanden, sein Name: S4, steht für Salzburger Straße 4. Am Donnerstag eröffnen dort H&M und der Sportartikelhändler Hervis.

Wasserburg – In dem Mitte der 70er Jahre gebauten Komplex war erst das Edeka Wendelstein-Zentrum, daraus wurde Alueda, wo es alles zu kaufen gab, später folgte Norma und Tela, letzterer machte Pleite, Norma zog 2011 aus und der Pächter sah keine Möglichkeit mehr, die Räume zu vermieten und verlängerte seinen auslaufenden Vertrag nicht mehr. „Es war über Jahrzehnte ein unsichtbarer Ort, ein Haus ohne Gesicht“, sagt Eik Kammerl.

Die Eigentümerin Maria Meyer versuchte eine Lösung zu finden, nach ihrem Tod ein Jahr später übernahmen ihre Tochter Monika Meyer und ihr Mann Reinhard Reindl die Aufgabe, für die nicht gerade kleine Immobilie ein Projekt zu entwickeln. Im Gespräch war vieles, Tengelmann zog zurück, Rossmann und Müllermarkt hatten nach der Schleckerpleite andere Objekte im Blick. Der österreichische Sportarktikelhändler Hervis war interessiert, dann wieder nicht und am Ende kam dann doch die Zusage wie auch von Hennes&Mauritz, kurz h&m. Rund 2000 Quadratmeter groß ist die Fläche für die Mode, Accessoires und Schuhe für Frauen, Männer und Kinder, Hervis bietet seine Sportartikel auf rund 780 Quadratmetern an. Komplett fertig sein werden die Bauarbeiten für „S4“ im Sommer, dann ziehen Mrs. Sporty dort ein, ein Frisör wird sein Geschäft eröffnen und ein Café lädt zum Essen und Trinken ein.

Man habe, erzählt Reinhard Reindl für das Objekt zwei Möglichkeiten gehabt: Die billige Variante, einfach neue Farbe und ein Billigmarkt. „Wir sehen das Gebäude aber jeden Tag“, lacht er. Also entschied man sich für die Komplettsanierung, die am Ende allerdings wesentlich teuer als gedacht ausfiel.

Ende November 2014 begannen die Arbeiten, die erste Überraschung folgte: Das Dach war anders als in der Baubeschreibung steht, es trägt nicht, musste neu gemacht werden. Zweiter wesentlicher Faktor für die Mehrkosten: Der Brandschutz. So steht zum Beispiel im Untergeschoss ein Tank für 100 Kubikmeter für die Sprinkleranlage, voll mit Wasser. In der Garage, mit Platz für 84 Autos, hängen um die 200 kleine Lautsprecher. Eine höfliche Stimme würde im Ernstfall die Kunden bitten, das Gebäude zu verlassen. Am Ende stehen für die Investitionen in das S4-Zentrum rund sechs Millionen Euro.

Parken ist die erste Stunde kostenlos

In der Garage mit Zufahrt von der Rosenheimer Straße geblieben ist von vorher nur der Boden, es gibt jetzt eine eigene Ein- und eine eigene Ausfahrt. Kostenfreies Parken ist für eine Stunde möglich, ab der zweiten sind am Automaten 1,50 Euro zu bezahlen. Von der Garage kommen die Kunden entweder mit einem Lift, groß genug auch für Kinderwagen und Rollstuhl, oder mit der ersten Rolltreppe in der Geschichte Wasserburgs zu den Geschäften. Alles ist hell, leicht, lichtdurchflutet.

Von außen hat die rote Fassade dem Gebäude eine komplett neue Erscheinung gegeben. Sie abstrahiert das Gebäude. Was Innen ist verrät das Äußere nicht. Das Gebäude ist kein Anhängsel an den Sparkassenbau mehr und „die senkrechte, rote Fassadenstruktur erinnert an die Wasserburger Brücke, nimmt so modern bestehende Elemente auf und tritt in Kontakt mit der Stadt“, beschreibt der Architekt sein Konzept.

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