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Portrait der Woche

Ruhestand für Wasserburger Bauhofmitarbeiter: „Wolfi“ ist bekannter als der Bürgermeister

Wolfgang Strunz beim Faschingszug in der Altstadt: Er liebt auch das gesellige Leben. .
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Wolfgang Strunz beim Faschingszug in der Altstadt: Er liebt auch das gesellige Leben. .

Wolfgang Strunz kennt gefühlt jeder in Wasserburg. Das liegt nicht nur an seinem auffälligen Schnurrbart, sondern auch an seinem unermüdlichen Einsatz für „seine Stadt“ und ihre Menschen. Ein Portrait zum beginnenden „Unruhestand“.

von Thomas Rothmaier

Wasserburg – Er ist und bleibt ein Wasserburger Original: Wolfgang – „Wolfi“ – Strunz. Über 29 Jahre war er Vorarbeiter des städtischen Bauhofs. Und nun ist er „frischgebackener“ Rentner. Kürzlich wurde er im Stadtrat mit viel Applaus verabschiedet. Ein „kurzer“ Rückblick auf annähernd 30 Jahre in „seiner“ Stadt.

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„Ein Mann für alle Fälle“. „Ein Mann für den ganz kurzen Dienstweg“. „Stets für jeden Spaß zu haben und immer aufgeweckt“. „Durchaus aber auch wesensstark und kritisch“. So beschreiben ihn Weggeführten. Und einer, der Wasserburg besser kennt, als seine eigene Westentasche. Mitunter auch aufgrund der Neuigkeiten, die er meist als Erster erfuhr. Nicht nur die eigenen Kollegen innerhalb der Stadtverwaltung charakterisieren diesen zugänglich-sympathischen Menschen so trefflich prägnant. Sondern auch die Mehrzahl der Wasserburger dürfte Strunz kennen. Stets präsent mit seinem elegant geschwungenen und frisch gewichsten Schnurrbart. Es wird sogar gemunkelt, dass er möglicherweise bekannter sei als der Bürgermeister.

Allround-Talent mit Fahrzeugleidenschaft

„Ich habe es nie bereut, dass ich zur Stadt Wasserburg gewechselt bin“, beteuerte der gelernte und erfahrene Mechaniker vor dem Stadtrat. Unter Bürgermeister Dr. Martin Geiger kam Strunz 1992 nach 20 Arbeitsjahren in einer großen Fahrzeugwerkstätte zur Stadtverwaltung. Eigentlich hatte er sich als Techniker für das Badria beworben. Doch die Stadtoberen erkannten sein Allround-Talent, und so bekam er schließlich eine verantwortungsvolle Stelle als Vorarbeiter im städtischen Bauhof.

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Die war eine Punktlandung für den bekennenden Fahrzeug-Liebhaber. „Do san´ an Hauf´n Autos. Dös is´ ned schiach für di´“, wie er sich noch heute erinnert. Und er packte an. Über die Erlebnisse in annähernd 30 Jahren im Bauhof könnte er „mindestens drei Bücher schreiben“.

Auch Beauftragter für den Christbaum

Doch einige Vorkommnisse haben sich eingeprägt. So unter anderem ein Februar-Wochenende anfangs der 2000-er Jahre, als die Altstadt für den Taubenmarkt innerhalb kürzester Zeit von Schneemassen befreit werden musste. Und natürlich das Jahrhunderthochwasser am 24. August 2005, als die ganze Stadt den Atem anhielt. Doch auch die alljährlichen Christbäume in der Altstadt haben ihn gefordert. War er doch der „städtische Christbaumbeauftragte“. Verantwortlich für Fällen, Transport und Aufstellen. „Das war oft nervenaufreibend, dass ja nichts passiert“, wie er noch heute resümiert.

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Und dann gab es noch ein historiches Ereigniss: die Renovierung des Stadtturms an der Frauenkirche, im Jahr 1998. Der Maßgebende hierfür war Wolfgang Strunz, zusammen mit dem damaligen Techniker der Stadt, Kaspar Steindlmüller. „Wega de Einschusslöcher aus´m 2. Weltkrieg war der Turm beinah´ z´samma´gfault´“, durch die eintretende Nässe. Doch die Substanz konnte gerettet werden.

Schneemelder in den Wintermonaten

Bis zuletzt war Strunz als „StraMot“ (motorisierter Straßenwärter) und stellvertretender Bauhofleiter tätig. Und bis zuletzt war er auch „Melder“, nämlich wenn es in Wintermonaten hieß, die städtischen Straßen ab 2.30 Uhr in der Früh zu kontrollieren, ob ein Räumen oder Streuen notwendig werden würde. Und dann hieß obendrein noch weitere 14 Kollegen zu alarmieren.

Seine Dienststelle wird ihn auch im Ruhestand nicht loslassen. Er ist ein viel gefragter Mann mit Erfahrung. Mindestens ein Termin pro Woche in Wasserburg ist jetzt schon Pflicht. Zum Kaffeetrinken, zum Ratschen, für Neuigkeiten und zum Kontrollieren, wie er selbst bekennt. Aus Leidenschaft und Passion.

Museum mit über 15 Oldtimer-Motorrädern

Und überhaupt wird Langweile für ihn in Zukunft ein Fremdwort sein. Die Enkelkinder warten auf ihn. Und natürlich auch sein „kleines Museum“ mit gut über 15 Oldtimer-Motorrädern. Restaurieren, reparieren, tüfteln und „einfach durch die Gegend fahren“. „Da stehen noch einige Projekte an“, wie er versichert.

Kamerateams haben sich schon angekündigt, um eine Reportage über dieses Museum zu drehen. Aber berühmt braucht Strunz nicht mehr zu werden. Er ist es schon.

Steckbrief

Name: Wolfgang Strunz

Beruf: Mechaniker

Geburtsdatum: 29.10.1957

Wohnort : Emmering

Familienstand: verheiratet

Kurz & bündig

Was ist Ihr Lebensmotto?

Wolfgang Strunz : Wer später bremst, ist länger schnell.

Was würden sie gerne noch einmal machen?:

Strunz: Einen Amerika-Tripp mit der Harley, wie im Jahr 2000.

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