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Rückfall ins letzte Jahrtausend

Dialekt gleich Unterschicht und Bildungsferne? Diese Gleichung ist eigentlich längst vom Tisch, wurde aber kürzlich in der Fachoberschule im Deutschunterricht wieder einmal aufgemacht. "Mehr als unglücklich" ist darüber die Schulleitung.

Wasserburg - Dialekt spricht man oder nicht - je nach geografischer Herkunft und landsmannschaftlicher Abstammung. Die Ärztin, Kind einer alteingesessenen Wasserburger Familie, wird wohl eher bayerisch sprechen, als der Zimmermann, der mit Großeltern aus Sachsen, dem Harz und Schwaben in Westfalen und Oberbayern aufwuchs. Sagt der gesunde Menschenverstand und die Sprachwissenschaftler würden es wohl unterschreiben.

Deren Dialekt-Definition klingt anders, sagt aber das Gleiche: "Unter Dialekt (auch: Mundart) versteht man eine sprachliche Erscheinungsform mit begrenzter räumlicher Geltung, die sich vor allem in der Aussprache und im Wortschatz von der sie überdachenden Standardsprache unterscheidet." So zu finden mittels Schnellsuche im Internet unter anderem bei Duden.de, Wikipedia oder Fremdwort.de

Etwas anders lernten das von ihrer Lehrkraft in diesem Schuljahr Jugendliche an der Wasserburger FOS. Denn die bekamen die oben zitierte Definition schriftlich mit dem Zusatz "Mundart wird vorwiegend von der Unterschicht beziehungsweise von Personen mit geringer Schulbildung gesprochen." Eine Auffassung, die weit ins letzte Jahrtausend zurückreicht.

Schulleiter Johann Schaller erklärte auf Anfrage, das sei "von der Lehrkraft offensichtlich nicht reflektiert und mehr als unglücklich". Und sicher Thema bei der nächsten Fachkonferenz. Diese Auffassung vertrage sich auch überhaupt nicht mit dem schulischen Auftrag, Dialekt zu fördern. Ein Auftrag, den er sehr unterstütze, "ich kann und will mein Schwäbisch ja selber nicht verbergen." syl

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