Die Rotter Tafel macht weiter

Jeder hält derzeit Abstand – auch bei der Rotter Tafel:Die Vorsitzende Michaela Arndt (rechts) mit ihrer Stellvertreterin Christa Stürzer. Günster
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Jeder hält derzeit Abstand – auch bei der Rotter Tafel:Die Vorsitzende Michaela Arndt (rechts) mit ihrer Stellvertreterin Christa Stürzer. Günster

Trotz, oder gerade auch aufgrund der Corona-Krise, ist die Rotter Tafel für die Menschen da. Darauf weist jetzt die Vorstandschaft des Hilfevereins hin. Sicher spüre man die Krise, erklärte Vorsitzende Michaela Arndt vor Ort, denn Lieferungen und die Ausgabe seien anders zu koordinieren.

Von Karlheinz Günster

Rott – Auch die Spenden seien nun unterschiedlich. Die wichtigste Botschaft lautet aber, dass die Ausgabe an preiswertem Lebensmitteln gesichert ist.

Die Rotter Tafel besteht sei mittlerweile 13 Jahren und gibt für einen symbolischen Euro je Einkauf Lebensmittel an Bedürftige aus. Dazu zählen Rentner, Arbeitslose, Wohngeld- und Sozialhilfeempfänger und jeder, der in Not geraten ist. Benötigt wird dafür lediglich eine Bescheinigung vom Sozialamt der jeweiligen Gemeinde.

Vor allem ältere Menschen betroffen

Das ist durchaus eine Hemmschwelle, wissen die Helfer, denn es fällt nicht leicht, zuzugeben, etwa ein Leben lang gearbeitet zu haben und dann reicht die Rente doch nicht. Das sah die damalige Mitgründerin Julia Zöhrer, denn sie hatte als Mitarbeiterin im Rathaus Einblick in die Situation. Daran erinnert sich Ruth Sigrüner als weiteres Gründungsmitglied und heutige Kassiererin. Für die Bedürftigkeit könne man außerdem einen Blick entwickeln, weiß sie, wenn etwa der Einkaufswagen nur wenig und die billigen Lebensmittel enthalte; ja das sei meistens bei älteren Menschen der Fall.

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Froh sei die Tafel über die Räume im Bauhof, das sei eine gute Unterkunft, wenn auch etwas eng, so Arndt. Die leichte Abgelegenheit vom Ort habe auch Vorteile, denn die senke die Hemmschwelle, überhaupt hierhin zu kommen. Sehr hilfreich sei von Anfang an die Unterstützung durch die Gemeinde gewesen, sind sich alle einig.

Voraussetzung für einen Einkauf ist zwar eine entsprechende Bescheinigung, doch stehe die Hilfe im Vordergrund. Als eine Vielzahl Asylsuchender eintraf, habe man die zuerst einmal versorgt und dann die Formalitäten geklärt, erinnern sich die Frauen.

Wo kommen die Lebensmittel her? Unter anderem von umliegenden Lebensmittel-Märkten, Bäcker und Gastwirtschaft. Es sind Produkte quer durchs Sortiment, die kurz vor dem Ablaufen stehen, aber noch in Ordnung sind. Ein interessanter Spender ist auch der Ameranger Maschinenhersteller für Verpackungen Somic, der mit echter Ware Testläufe absolviert. Die Sparkasse hat jetzt 500 Euro überwiesen, die umliegenden Molkereien sind auch dabei, eine private Spende brachte spontan 300 Euro.

Für dieses Geld werden Lebensmittel gekauft, was aber auch nicht so einfach ist, da die Abgabe derzeit auf haushaltsübliche Mengen begrenzt ist. Das dürfe man koordinieren, weiß die Vorsitzende Michaela Arndt.

25 Helfer zählen zum harten Kern, meist im Rentenalter und eigentlich zur Risikogruppe zählend. Dabei haben die Helfer für sich selber entschieden, dass für sie Abstand und Desinfektionsmittel genügen. Fünf Fahrer holen Waren regelmäßig ab, andere räumen die sieben Kühlschränke und die Regale voll. Stets gebe es auch einen Austausch mit den umliegenden Tafeln.

Großer Einzugsbereich mit 34 Haushalten

Der Einzugsbereich erstreckt sich außer auf Rott auch auf die Gemeinden Ramerberg, Edling, Pfaffing, Schechen, Griesstätt und Vogtareuth. Ziemlich konstant ist die Zahl der Kunden, das sind derzeit 34 Haushalte mit fast 90 Personen.

Neu ist in Zeiten der Coronakrise die Ausgabe, die geschieht immer noch mittwochs am Bauhof in Meiling, doch vor der Tür, denn dort kann auf Abstände geachtet werden.

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