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Faszinierender Vogel

Eine ganz besondere Freundschaft: Sebastian Aschauer zieht Uhu „Tscharlie“ groß

Haben Vertrauen zueinander: Sebastian Aschauer und sein Uhu Tscharlie.
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Haben Vertrauen zueinander: Sebastian Aschauer und sein Uhu Tscharlie.
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Uhu „Tscharlie“ war auf dem Wasserburger Inndammfest der Publikumsmagnet. Warum die Wasserburger Uhu Tscharlie lieben – und wie Falkner Sebastian Aicher den Vogel großgezogen hat.

Wasserburg/Rott – Der Uhu ist ein stolzer Vogel, der sich nicht so leicht aus der Reserve locken lässt. Auch nicht vom Reporter, der, wenige Meter entfernt, ihm auf dem Handschuh ein totes Küken als Futter darbietet, die Leib- und Magenspeise des edlen Greifers. Der Uhu schaut, aber er kommt nicht. Der misstrauische Uhu „Tscharlie“ hat bei Rott sein Gehege – im Anwesen von Sebastian Aschauer (54), Mitglied der Wasserburger Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbands. Aschauer hat den Vogel nach dem Hauptdarsteller aus der Fernsehserie „Münchner Geschichten“ benannt – Tscharlie Häusler.

Attraktion auf dem Inndammfest

Vor Kurzem war Tscharlie, der Uhu, auf dem Inndammfest die Attraktion, neugierig scharten sich um ihn und seinen Halter die Passanten. Was für ein faszinierendes Wesen: diese Augen, dieser Blick und diese Krallen! Im April ist Tscharlie zwei Jahre alt geworden, 1,8 Kilo bringt er auf die Waage. „Ich hab‘ ihn von einem Züchter im Bayerischen Wald geholt, gerade sechs oder sieben Tage war er auf der Welt“, berichtet Aschauer.

Uhus haben es ihm immer schon angetan. Mittlerweile ist der Schreiner, der den Falkner-Jagdschein besitzt, ein wahrer Uhu-Experte geworden. „Die Art war ja fast ausgestorben, die Vögel wurden Opfer der Insektizide und Pestizide“, so der Uhu-Freund.

Bestand hat sich zwischenzeitlich erholt

Der Bestand habe sich zwischenzeitlich wieder erholt: „Wir haben in Bayern sehr gute Lebensräume etwa in der Fränkischen Schweiz, aber auch am Ufer des Inns rund um Wasserburg. In den felsigen Schluchten, da fühlt sich der Uhu wohl.“ Seine Nahrung besteht aus Kleinnagern, also Ratten, Mäuse. Auch junge Füchse schmecken ihm, genauso Igel – der Schnabel knackt den Stachelpanzer problemlos. Der Uhu ist ein Nachttier, gern setzt er sich tagsüber auf einen dicken Ast und döst. Aufpassen muss er nur bei Krähen, die ihn auf eine besonders gemeine Art zur Strecke bringen können: „Sie koten ihn von oben regelrecht zu, dass er nicht mehr fliegen kann. Das Gefieder verklebt, und er geht ein“, weiß Aschauer.

Erste Wochen waren mühsam

Und wie hat sich Tscharlie in seinem neuen Zuhause entwickelt? Ganz schön mühsam war’s am Anfang: „Die erste Woche war herausfordernd. Ich musste ihn in kurzen Abständen – alle zwei Stunden, auch in der Nacht – mit püriertem, knochenfreien Rattenfleisch füttern.“ Ein alter Fleischwolf leistete bei der Zubereitung gute Dienste

Frisch geschlüpft: Hier ist Tscharlie drei Wochen alt.

Eine wichtige Phase, in der Vertrauen entstand, sich eine enge Bindung entwickelte. „Ich hätte mir auch einen erwachsenen Uhu kaufen können, aber der wird nie so zahm sein wie ein von mir aufgezogener“, ist sich das Mitglied des Bayerischen Jagdverbands sicher.

Kinder sind schwer beeindruckt

Tscharlie braucht freilich weiter Betreuung. „So ein Vogel wird schnell wieder wild, man muss ständig mit ihm arbeiten, muss bei ihm sein, muss ihn versorgen.“ Frei herumfliegen, ja, das darf er. „Er kommt ja zurück, wenn er Hunger hat“, weiß der Falkner.

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Die Frage, ob Tscharlie artgerecht in der Voliere gehalten werden kann, kontert Aschauer mit den Worten. „Der Mensch meint fälschlicherweise, dass die Tiere immer Spaß haben müssen und ein abwechslungsreiches Essen. Oder andauernd Gelegenheit zum Fliegen.“

Bespaßung? Eher selten. Tscharlie ist mittlerweile landauf, landab populär geworden – sein Pfleger hat ihn schon in vielen Kindergärten und Schulen vorgeführt. „Die Kinder sind schwer beeindruckt“, sagt Aschauer stolz. Sein Uhu wird ihm aller Voraussicht nach noch lange erhalten bleiben: „Dem geht es ja gut bei mir, der wird 40 Jahre alt.“ Viel älter als in der freien Natur.

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