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Was mich freut, was mich ärgert

Risse und Löcher in der Wand: Wasserburgerin vermutet neues Schöpfwerk hinter Bauschäden

Ärgern sich über Bauschäden am Haus: Johanna Pixner und ihr Lebensgefährte Kurt König aus Wasserburg..
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Ärgern sich über Bauschäden am Haus: Johanna Pixner und ihr Lebensgefährte Kurt König aus Wasserburg..
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Seit etwa zwei Jahren ist das Haus von Johanna Pixner in Wasserburg von mehr und mehr Bauschäden betroffen. Als Ursache hat sie das neue Schöpfwerk in der Riedener Straße in Verdacht. Die Stadt ist anderer Meinung.

Wasserburg – 60 Jahre hatte Johanna Pixner nach eigenen Angaben kaum Probleme mit ihrem Haus im Wasserburger Holzhofweg. Doch nun komme es vermehrt zu Bauschäden. Für die Ursache hat Pixner einen konkreten Verdacht: das neue Schöpfwerk in der Riedener Straße.

Der Anblick ihres Anwesens bereitet Pixner Sorgen. An den Außenwänden sind mehrere Löcher zu finden, aus denen sich der Putz löst. Die Risse, die sich zum Teil über die gesamte Wand ziehen, sind inzwischen auch in der Wohnung zu sehen und die Pflastersteine, die den Innenhof bilden, brechen einer nach dem anderen.

„Ich denke, das Gebäude sackt ab“

„Es ist normal, dass hier hin und wieder eine Steinplatte kaputt geht“, sagt Johanna Pixner, das stünde außer Frage. Aber das, was hier passiere, sei außerhalb jeglicher Norm, findet sie. Seit knapp zwei Jahren bemerke sie mehr und mehr Bauschäden, vor allem Risse an den Wänden fallen Pixner auf.

Die Risse werden schlimmer, davon ist Johanna Pixner überzeugt.

Aber nicht nur das: Das gesamte Gelände werde ihrer Meinung nach immer unebener. „Ich denke, das gesamte Haus sackt zur einen Seite ab.“ Als Beweis sieht sie insbesondere den Weg durch ihren Innengarten. „Vor zwei Jahren war das alles noch eben.

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Da konnte ich hier noch ganz normal kehren“, erklärt Pixner. Das sei nun nicht mehr möglich, denn der Weg hänge zur Seite, in Richtung Inn.

Dort, am Ufer des Inns, sieht sie auch die Ursache des Problems: das neue Schöpfwerk der Stadt Wasserburg. „Das alles hat kurz nach dem Bau des Pumpwerks angefangen“, meint Pixner festgestellt zu haben. Etwa einen Monat nach Baubeginn habe sie die ersten Schäden entdeckt.

Gebäude hat keinen Keller

Den Zeitpunkt könne sie auch deshalb so genau festlegen, weil erst kurz davor eine neue Mieterin in die frisch renovierte Wohnung im ersten Stock gezogen ist. „Sie wohnt jetzt seit zweieinhalb Jahren da“, sagt Pixner, „am Anfang war gar nichts. Kurz danach hat sie ersten Schäden entdeckt.“

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„Das Gebäude hat keinen Keller“, erklärt Lebensgefährte Kurt König. Eine weitere mögliche Erklärung sei eine Absenkung des Grundwassers während der Bauarbeiten. „Das hat natürlich Auswirkungen auf die umliegenden Gebäude.“ Insbesondere, da es sich ohnehin um lockeren und sandigen Boden handele. Vor Baubeginn gab es auch ein Gutachten der umliegenden Gebäude, doch Pixners Haus wurde nicht berücksichtigt, da es nicht in der direkten Umgebung des Schöpfwerks liegt.

Kritik an der Begutachtung

Pixner hat sich beim Stadtbauamt gemeldet und die Sachlage aus ihrer Sicht erklärt. „Die haben dann im Juli 2020 einen Gutachter geschickt.“ Doch ein wirkliches Gutachten sei es nicht gewesen, findet sie. „Der Gutachter hat nur schnell, schnell ein paar Fotos gemacht“, erklärt König, „und meinte dann, das liegt nicht am Werk.“

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Besonders ärgert die beiden aber, dass der Experte nur einmal zu ihnen gekommen sei. „Ich kann doch kein Gutachten nach nur einem Treffen erstellen und dann entscheiden, dass der Grund nicht am Pumpwerk liegt“, sagt König. „Ich muss mir doch die Entwicklung anschauen und überprüfen, ob das schlimmer wird.“

Und schlimmer sei es auf jeden Fall geworden, davon sind die beiden Bewohner überzeugt.

Stadt Wasserburg: „Für uns ist kein Zusammenhang erkennbar.“

Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann weist die Kritik von Pixner zurück. Die Stadt sehe keinerlei Zusammenhang zwischen dem Schöpfwerk und den Bauschäden an Pixners Gebäude. „Eine Beeinflussung des Gebäudes war und ist für uns für uns nicht ersichtlich“, erklärt Herrmann auf Anfrage.

Das Gebäude von Pixner liege in Luftlinie 125 Meter von dem Standort des neuen Schöpfwerks entfernt, somit sei eine Beeinträchtigung des Gebäudes für die Stadt nicht erkennbar. „Weder die Arbeiten für die Bohrpfahlwand am Inndamm noch die Aushubarbeiten waren mit größeren Erschütterungen verbunden“, erklärt Herrmann. Auch beim Baustellenverkehr könne sie keine Ursache für Bauschäden erkennen, da er mit der vorherigen Belastung durch den Lkw-Verkehr der Essigfabrik Burghard vergleichbar sei.

Eine Grundwasserabsenkung als Ursache für die Bauschäden ist für die Stadtbaumeisterin ebenfalls nicht erkennbar. „Die Auswirkungen von Grundwasserabsenkungen in Bauräumen sind räumlich begrenzt, ein Einfluss auf das Gebäude ist wegen der Entfernung für uns nicht erkennbar.“ Zudem sei es zu keiner wesentlichen Grundwasserabsenkung gekommen, sondern nur zu den üblichen Schwankungen, die von der Wasserspiegelhöhe des Inns abhängig seien.

Auch die Kritik am Gutachten weist Herrmann von sich. „Es wurde eine Gebäudeaufnahme, keine gutachtliche Auswertung beauftragt“, erklärt sie. Bei einer Gebäudeaufnahme werde der Ist-Zustand fotografisch festgehalten. Bei dieser wurde zwar ein baulich schlechter Zustand festgestellt, dieser sei aber nicht erst seit der Baustelle vorhanden. Eine zweite Begehung werde nur veranlasst, wenn die Stadt Rückmeldungen erhalte, dass während einer Baumaßnahme Veränderungen am Gebäude auftreten würden, die sich gegebenenfalls auf die Bauarbeiten zurückführen lassen könnten. „Wir haben von Frau Pixner keine Meldung zur Veränderung des Bauzustandes seit der Gebäudeaufnahme erhalten“, erklärt Herrmann.

Bei den Aufnahmen vor Baubeginn wurde Pixners Anwesen tatsächlich nicht berücksichtigt, wie Herrmann erklärt. Als Grund verweist sie auf die Entfernung zur Baustelle. „In Abstimmung mit dem Bodengutachter wurden die Gebäude im Radius von etwa 60 Metern um die Baustelle aufgenommen, das waren die angrenzenden Gebäude im Holzhofweg und am Riedener Weg“, erklärt Herrmann, damit sei das Anwesen von Pixner ausgenommen worden. „Wir haben keine Erkenntnisse, dass der schlechte bauliche Zustand des Gebäudes durch die Baustelle veranlasst ist.“

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