„Ich bin jetzt Rekordhalterin.“

So a Wuide: Celina Liebmann (19) aus Albaching hat Speedway-Geschichte geschrieben

Daher kennen sie viele Wasserburger: Celina Liebmann aus Albaching bei der Eisspeedwaypräsentation im letzten Jahr. Dieses Event wird 2020 nicht stattfinden. Doch trotzdem und trotz Verletzung spricht Liebmann von einem positiven Jahr.
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Daher kennen sie viele Wasserburger: Celina Liebmann aus Albaching bei der Eisspeedwaypräsentation im letzten Jahr. Dieses Event wird 2020 nicht stattfinden. Doch trotzdem und trotz Verletzung spricht Liebmann von einem positiven Jahr.
  • Sophia Huber
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Viele Wasserburger kennen Celina Liebmann vom Eisspeedway-Event, das im Dezember 2019 in der Herrengasse stattfand. Dieses wird es 2020 nicht geben, dennoch darf die Albachingerin zufrieden sein. Sie hat Geschichte geschrieben. Als erste Frau im Speedway konnte sie Punkte schreiben in der polnischen Liga.

Albaching – „Das ist natürlich ein tolles Gefühl. Ich bin jetzt Rekordhalterin.“ Dass die 19-Jährige auf einen solchen Erfolg zurückblicken kann, hat sie auch der Pandemie zu verdanken. „Für mich hatte Corona viele Vorteile“, sagte sie, denn durch die wenigen Rennen habe sie viel mehr Zeit gehabt zu trainieren. „Da konnte ich Dinge ausprobieren, die ich davor noch nie gemacht habe.“

In Wittstock wurde sie verletzt

Aber nicht alles in diesem Jahr war positiv für Liebmann. In Wittstock, wo die Rennen der polnischen Liga stattfanden, wurde die junge Frau verletzt. Und das sei kein normaler Rennunfall gewesen. „Unfälle passieren immer wieder“, sagt sie. „Aber das war sehr unfair.“ Ein Teamkollege der MSC Wölfe Wittstock habe immer wieder versucht, in ihre Maschine hineinzufahren.

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„Von Anfang an war klar, was er vorhatte“, nämlich, Liebmann zu Fall zu bringen. Er habe immer wieder die Spur gewechselt. „Ich bin außen gefahren, er innen. Aber in den Kurven hat er dann immer ganz knapp vor mir gewechselt.“ Um ihm auszuweichen, habe sie zuerst immer wieder das Gas zugemacht, doch in der letzten Runde habe sie sich dagegen entschieden. „Ich war einfach schneller. Er hätte bremsen müssen.“ Das habe er aber nicht getan, stattdessen knallte der Teamkollege in ihr Vorderrad und Liebmann wurde vom Motorrad gerissen. Beim Sturz verletzte sie sich schwer an der Hand und am Unterarm. Geärgert habe sie aber das weitere Verhalten des Teamkollegen. Denn der fuhr noch über die Ziellinie. „Als Unfallverursacher bekommt man in unserem Sport keine Punkte.“ Es sei also vollkommen unnütz gewesen, das Rennen zu beenden.

Der Teamkollege wurde rausgeworfen

Teamleiter der MSC Wölfe Frank Mauer bestätigt Liebmanns Eindruck. „Es war absolut unfair. Ich weiß nicht, was er sich dabei gedacht hatte.“ Mauer erklärt, dass er sofort die Konsequenzen gezogen habe. „Ich habe ihn aus dem Team geworfen. So ein Verhalten geht gar nicht. Und die Leidtragende ist jetzt die Celina.“ Warum er das getan hat? Liebmann hat eine Vermutung. „Ich denke, es war, weil ich ein Mädchen bin. Das konnte er einfach nicht aushalten.“

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Sie startete verspätet in die Trainingssaison

Trotz dieses Unfalls blicke aber das ganze Team auf eine erfolgreiche Saison zurück. „Ich bin zufrieden. Wir sind zehn Rennen gefahren und konnten einige Punkte sammeln.“ Auch Liebmann gibt dem Jahr bisher eine positive Bilanz. Obwohl vieles anders lief, als geplant. „Normalerweise fangen wir immer so Ende März oder Anfang April mit dem Training an“, erklärt sie. Zum Start der Trainingssaison sei sie aber noch in Südafrika gewesen. „Da habe ich ein Praktikum von der Schule aus gemacht.“ In einem Kindergarten am Kap, denn Liebmann lässt sich zur Erziehrein ausbilden. „Südafrika war toll“, erzählt sie. „Da möchte ich sofort wieder hin. Das Land, die Leute und die Kinder das war einfach unvergleichlich.“

In Bayern konnte sie nur einmal trainieren

Wegen ihres Praktikums startete sie erst verspätet in die Saison und gleich danach kam der Lockdown. „Das hat mich ein bisschen überrascht“, gibt sie zu. In Südafrika habe sie nichts von Corona mitbekommen „Und dann bin ich zurück und hier ist plötzlich die Hölle los.“ Wegen der strengen Auflagen in Bayern habe sie dann hauptsächlich in Brandenburg trainiert. „In Bayern konnte ich tatsächlich das ganze Jahr nur ein einziges mal ein Training absolvieren.“ Denn: „Hier wurde alles zugemacht“, obwohl die Fahrer durchgehend Helme tragen würden. „Wenn wir absteigen könnten wir ja eine Maske aufsetzen“, meint sie.

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Ziel: Punktestand weiter ausbauen

Aber Liebmann ist froh, dass sie überhaupt trainieren konnte. Und trotz ihrer Verletzung ist sie guter Dinge. „Am Anfang hat sich der Chirurg noch Sorgen gemacht, aber jetzt sind wir alle ganz optimistisch.“ Sie habe jetzt eine Platte in den Arm eingesetzt bekommen. „Und ich mache jetzt Ergotherapie.“

Bis die Verletzung ausgeheilt ist, ruht sie sich bei ihren Eltern in Albaching aus. Danach geht es aber wieder auf die Bahn, denn die 19-Jährige hat große Pläne für nächstes Jahr. „Ich möchte meinen Punktestand ausbauen. Damit mich niemand einholen kann.“

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