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Unterstützung für Unwetteropfer

Reichertsheimer Maurer hilft im Flutgebiet von Ahrweiler auf seine Art

Das gesammelte Werkzeug durch Franz Schletter junior (rechts) ist vor Ort eine große Hilfe.
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Das gesammelte Werkzeug durch Franz Schletter junior (rechts) ist vor Ort eine große Hilfe.

Der Geruch von Heizöl und Schlamm ist noch immer in seiner Nase, die Bilder von der Zerstörung wird er niemals vergessen: Franz Schletter junior aus Reichertsheim hat im Katastrophengebiet von Ahrweiler geholfen – auf seine Art: mit einem Transporter voller Werkzeug.

Reichertsheim/Tiefenstätt – Das Schaufeln im Erdreich kennt der Maurer von seiner Arbeit her gut und auch den Umstand, dass dabei Werkzeug verschleißt. „Schaufeln kann jeder“, folgerte er. Durch erste Erkundigungen erfuhr er, dass Lebensmittel und Kleidung in den Katastrophengebieten vorhanden sind, doch es mangelt an Werkzeug.

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Durch einen Bekannten, der in der Gegend half, bekam er zwar keine genauen Anweisungen, aber das Versprechen: „Wenn du mit Werkzeug kommst, fährst du garantiert leer wieder heim!“ Daraufhin organisierte der junge Handwerker von umliegenden Geschäften und Betrieben 100 Schaufeln, 1000 Arbeitshandschuhe, außerdem Arbeitsschuhe, etwa einen Kilometer Kabel, unzählige Rundschlingen, Äxte, Sonnenschutzhüte, Regenkleidung, Kanister, Eimer und anderes Werkzeug.

So viel, dass es ein Lieferwagen plus Anhänger mit einem Gesamtgewicht von sechs Tonnen voll wurden. Während sich Firmen sehr spendabel zeigten, lockte der Aufruf in den sozialen Netzwerken lediglich drei Spender herbei. Insgesamt waren 20 Unterstützer beteiligt, schätzt er.

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Zusammen mit seiner ebenfalls zupackenden Mutter Traudi fuhr er die gut 600 Kilometer in Richtung Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort und in einem Lager am nahen Nürburgring ist alles dankbar ausgeladen worden.

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Es herrscht Chaos „wie im Krieg“: In Antweiler gibt es nach den Unwettern behelfsmäßig hergerichtete Brücken und kaum befahrbare Straßen.

„Da schaut es aus wie im Krieg“

In die meisten Ortschaften selbst kommt man gar nicht hinein, sah Schletter, das sei alles abgeriegelt. Die Situation beschreibt er als „surreal, da schaut es aus wie im Krieg, alles ist zerstört, viele Brücken sind weg, die Straßen nur zum Teil befahrbar“. In den Nachrichten sehe man vor allem harmlosere Bilder, doch werde er den Geruch unter anderem von ausgelaufenem Heizöl und modrigem Schlamm nicht so schnell vergessen.

Nach und nach tauchen Vermisste leider tot auf, teils an Orten, wo niemand damit rechnet, einfach deshalb, weil das Wasser sie da hingetragen hat.

Während seiner Mutter die Bilder sehr nahe gingen und sie sich dem nicht mehr aussetzen mag, könnte er sich vorstellen, dort mitzuhelfen: „Mal schauen, ob im Urlaub was geht“, überlegt Schletter, der auch hier in der Feuerwehr aktiv ist.

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