Ein Rathaus zieht um

In Reichertsheim spielt Bauhof mit Traktor und Schaufel Umzugshelfer

Treppensteigen muss nicht sein.
+
Treppensteigen muss nicht sein.
  • vonKarlheinz Günster
    schließen

Endlich ist es soweit: Das neue Rathaus in Reichertsheim ist bezugsfertig. Der Bauhof hilft mit einem Traktor mitsamt großer Schaufel, die Akten und die schweren Umzugskisten in den Neubau zu bringen. Ab kommenden Montag nimmt das Rathaus seinen regulären Betrieb wieder auf.

Reichertsheim – Wie zieht man ein Rathaus um? Erstaunlich gelassen, wenn man nach Reichertsheim blickt. Bürgermeister Franz Stein sitzt „am wichtigsten Tag des Umzugs“ in seinem Büro, räumt übrig gebliebene Dinge zusammen und beantwortet dabei zeitgleich ausführlich Fragen.

Offenbar ist das Vorhaben gut geplant, denn einige Büros sind bereits an diesem Umzugstag wieder funktionsbereit, wenn auch noch die Bilder an der Wand und die Blumen fehlen. Bürgermeister Stein freut sich, haben doch „alle neun Mitarbeiter sehr gut mitgeholfen“. Sie hätten nicht nur ihre Kartons gefüllt, sondern oft selbst „rüber“ transportiert und wieder ausgeräumt.

Bürgermeister Franz Stein mit seinem Computer auf dem Weg ins neue Rathaus.

Für die schweren Dinge habe ihnen der Bauhof mit einem Traktor und großer Schaufel unter die Arme gegriffen. Die reichte bis zum ersten Stock, wo die Kisten übers Fenster transportiert wurden.

Vom Freistaat kamen 1,3 Millionen Euro

Auf eine Umzugsfirma habe man generell verzichten können. Denn der Möbellieferant habe sich bereit erklärt, nicht nur die neuen, sondern auch die alten Möbel zu transportieren und aufzustellen, sagt Stein.

Die Außengestaltung benötigt noch ein paar Tage.

Weit war der Weg nicht, eben nur wenige hundert Meter vom leeren Obergeschoss des Kinderhauses zum neuen Rathaus in der Bräustraße. Bis vor zwei Jahren stand hier das alte Gebäude, dessen Sanierung nicht mehr lohnte. Durch einen großzügigen Zuschuss des Freistaates Bayern in Höhe von 1,3 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderprogramm, was etwa 90 Prozent der Gesamtkosten entspricht, entstand ein Gebäude mit repräsentativem Charakter. Schön anzuschauen sind viele Details, wie zum Beispiel die Außenbeleuchtung, die aber nach 23 Uhr erlischt.

Hat es beim Bau Auffälligkeiten gegeben? Schon ein paar, erklärt Bürgermeister Franz Stein, aber die Freude über den Einzug überwiegt bei ihm und er winkt lachend ab. In einer ersten Planung hätte das Gebäude Ende des vorigen Jahres fertig sein können, doch der Handwerkermangel führte zu Verzögerungen. Steins Vorgängerin Annemarie Haslberger hatte damals erklärt, dass alleine die Fenster dreimal ausgeschrieben werden mussten. Und dann kam auch noch Corona. Wegen dieser Schwierigkeiten rückte der Umzugstermin immer wieder in die Ferne.

Telefon-Nummern sind geblieben

Mitarbeiter Johannes Kern räumt seine Schränke ein.

Der wichtigste Tag des Umzuges hing an der Telekom. Denn ohne Telefon und Internet ist die Verwaltung ohne Rechenzentrum und damit nicht handlungsfähig, quasi funktionell tot. Die Telefonnummern sind geblieben, sodass die Bürger es leicht haben, ihre Ansprechpartner an die Strippe zu bekommen. Kirchdorf als Partner der Verwaltungsgemeinschaft ist auch angebunden und hat ebenfalls seine alte Nummer behalten können. „Das hat alles gut geklappt“, sagt der Bürgermeister, das Rathaus kann somit ab dem kommenden Montag, 23. November, ab 9 Uhr, seinen regulären Betrieb aufnehmen.

Lesen Sie auch: Weitere aktuelle Nachrichten und Artikel rund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite

Kommentare