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Mit Rückenwind von Bürgermeister und Sportverein

Die coolen Jungs aus Reichertsheim verwirklichen einen Pumptrack im Dorf

Bastian, Quirin, Jonas und Bene sind auf der Pumptrack ganz in ihrem Element.
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Bastian, Quirin, Jonas und Bene sind auf der Pumptrack ganz in ihrem Element.
  • VonKarlheinz Günster
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Wo andere Leute von ihrem Radl absteigen, legen Bastian, Quirin, Jonas und Bene die Strecke gern mal „fliegend“ zurück. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass es in Reichertsheim jetzt einen Pumptrack gibt. Rückenwind kam vom Bürgermeister, dem Sportverein und dem LEADER-Förderprogramm.

Reichertsheim – Eine Mountainbike-Strecke zum Üben anlegen? Kein Problem, macht man es wie die coolen Jungs mit ihren tollen Bikes aus Reichertsheim. Eine gute Handvoll, darunter Bastian, Quirin, Jonas und Bene, treffen sich regelmäßig, um mit dem Fahrrad neue „Tricks“ einzuüben. Hindernisse überwinden, weiterfahren, wo andere absteigen und auch mal einen Teil des Wegs fliegend durch die Luft zurückzulegen – das ist es, was alle antreibt. Und so stellte auch die Errichtung eines Pumptracks kein wirkliches Hindernis für die Jungs dar. Sie konnten sogar Guido Tschugg, einen „Masters Downhill Weltmeister“ für ihr Projekt gewinnen.

Bürgermeister Stein sehr offen

Doch erstmal langsam, alles der Reihe nach: Bei ihrer Suche nach einem geeigneten Trainingsparcours bekamen die Jungs zunächst den Tipp von ihren Eltern, den Bürgermeister nach einer geeigneten Trainingsfläche zu fragen.

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Dort rannten die Radler offene Türen ein, bekamen aber von Gemeindeoberhaupt Franz Stein die Vorgabe mit auf den Weg, dafür aus versicherungsrechtlichen Gründen einen Verein als Organisator zu finden. Beim Sportverein mit Andreas Binsteiner als Vorstand war die Tür ebenfalls weit geöffnet. Er bekennt, dass er „sehr froh“ über dieses Engagement sei, denn bisher würde der Sportverein lediglich mit Fußball in Verbindung gebracht; BMX sei nun neben der Garde die dritte Abteilung.

Platz für den Pumptrack hinter dem Bräu-Gelände

Das unterstreicht auch Sandra Radlmair als Veranstaltungsbeauftragte des Vereins. Sie freut sich auch darüber, dass nach der längeren Zwangspause durch die Corona-Maßnahmen nun wieder Leben einkehrt. Durch den Verein kommen auch Zuschüsse herein, 2500 Euro durch das Förderprogramm „Leader“, das die Entwicklung ländlicher Regionen unterstützt, und von der Gemeinde. 13.000 Euro kostet das insgesamt, zählt Binsteiner auf, den Rest hoffe man mit Werbung auf einer großen Tafel hereinzubekommen.

Sandra Radlmair und Andreas Binsteiner aus der Vorstandschaft des SV Reichertsheim freuen sich über so viel sportliches Engagement.

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Einen Platz fand sich bald hinter dem Bräu-Gelände, hier trainierten früher einmal die Stockschützen auf einer Asphaltbahn. In den letzten 30 Jahren war es jedoch still, die Abteilung existiert lange nicht mehr, bedauert Binsteiner. Immerhin startete der SV einmal mit den Stockschützen.

Hügel, Kurven und Wellen

Die Jungs wurden dabei vom Glück verfolgt, denn Guido Tschugg wohnt nicht weit weg im Chiemgau, ist international in der Mountainbike-Szene bekannt und sogar „Masters Downhill Weltmeister“. Zudem kennt er sich im Anlegen eines solchen Kurses aus, so eine Arbeit hat er auch schon mal bei sich im Garten, seinem „Backyard“, als Ferienprogramm angeboten.

Zusammen mit den Reichertsheimer Kindern und Jugendlichen, etwa zehn an der Zahl, verwirklichte er jetzt diese Strecke. Die Gemeinde spendierte das Erdreich, daraus entstanden Hügel, Kurven und Wellen. Ein Teil ist bereits befahrbar, bald kommt Mineralbeton hinzu, der das Ganze verfestigt. In zwei Wochen könnte alles fertig sein, hofft Binsteiner.

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Schwierig wird es aufgrund der Corona-Maßnahmen mit einer passenden Eröffnungsfeier, das sei sehr ungewiss. Aber fahren könne man, Interessenten müssten aber aufgrund des Versicherungsschutzes Mitglied im Sportverein werden, wenn sie es in Reichertsheim nicht eh schon sind.

Weitere coole Biker sind willkommen

Bastian Radlmair ist 15 Jahre alt und fährt seit drei Jahren mit so einem Rad. Toll sei es, meint er, sich in der Luft zu bewegen. Dem pflichtet auch Quirin Aigner, ebenfalls 15, bei, Adrenalin sei dabei zu spüren. Jonas Eisenmann, elf Jahre, freut sich über die gelungenen Tricks von der Vorstellung im Kopf bis zur Umsetzung auf der Bahn. „100 mal probieren, dann geht‘s endlich“, was auch Bene Pflügl, ebenfalls 11 Jahre alt, bestätigt. Sicher komme man auch mit dem Boden in Kontakt und falle hin, doch das seien höchstens Prellungen, nichts ernsthaftes, versichern alle.

Während die jungen Talente ganz zufrieden mit der rund zehnköpfigen Besetzung der Abteilung sind, würde sich der Verein über weiteren Zuwachs freuen. Thomas Radlmair, Abteilungsleiter BMX, ist unter 0171/ 1 93 63 66 erreichbar.

Stichwort Pumptrack:

Was stellt man sich unter einem Pumptrack vor? Das ist eine Bahn für ein spezielles Fahrrad, die man alleine mit Schwung bewältigt, ohne zu treten. In Reichertsheim findet sich eine gemischte Variante, die auch das Treten zulässt. Einige BMX-Räder, das ist der englische Begriff für Bicycle Moto-Cross und meint das Radfahren im Gelände, haben dann auch gar keine Bremse, denn so schnell ist man nicht unterwegs.

Ohne herunterzufallen auf dem Hinterrad oder auf dem Vorderrad fahren, sich um die Achse drehen, schwierige Hindernisse bewältigen, springen, Hände vom Lenker nehmen und so weiter, das sind die Herausforderungen. So etwas erfordert viel Können, ein Gefühl fürs Rad und für den Untergrund. Von Bedeutung ist das Abschätzen der eigenen Fähigkeiten genauso wie das Gleichgewicht und das Tempo.

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