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Mit nur 14 Jahren

„Kein Alte-Männer-Sport“: Fabian Neumaier aus Ramsau ist Deutscher Meister und Europameister

Fabian Neumaier mit Medaillen und Eisstock.
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Fabian Neumaier mit Medaillen und Eisstock.
  • VonKarlheinz Günster
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Der 14-jährige Fabian Neumaier aus Ramsau hat in seinen jungen Jahren sportlich schon viel erreicht. Er genießt den Erfolg, weiß aber auch, wie viel Arbeit dahinter steckt. Die Sportart: Etwas ungewöhnlich.

Reichertsheim – Mit 14 Jahren bereits Deutscher Meister und Europameister im Stockschießen innerhalb seiner Altersgruppe: Das fühlt sich für Fabian Neumaier aus Ramsau, bei Reichertsheim, sehr gut an. Er genießt den Erfolg, weiß aber auch, dass das nicht von selber kam. Viele Stunden Training waren dafür erforderlich.

Erfolg durch Konzentration und Willen zum Treffer

Fabian, so bestätigt sein Vater und Trainer in Personalunion Tom Neumaier, müsse man „manchmal aus der Trainingshalle hinausschieben“. Selbst könnte der Teenager „stundenlang“ den Eisstock über die Bahn schießen, bekennt er. Wie leicht das geht – zumindest für ihn – zeigt Fabian gerne. Sich hinstellen, den als Daube bezeichneten Ring mit zwölf Zentimetern Durchmesser auf dem anderen Ende der Bahn als Ziel anvisieren, konzentriert mit dem Stock für den passenden Schwung pendeln und im richtigen Moment loslassen. Schon saust der rund drei Kilogramm schwere Stock über gut 20 Meter nach vorne. Tut das der talentierte Fabian Neumaier, berührt der Stock die Daube leicht und bleibt nahe dabei stehen. Bei weniger begabten hingegen fliegt beides irgendwohin. Schaffen das zwei Mannschaften aus jeweils vier Spielern über sechs Runden, stehen die Chancen auf einen Sieg sehr gut.

Ist das nicht ein Sport für ältere Männer? Immerhin sieht man die zumeist auf zugefrorenen Weihern Eisstock schießen. Das stimmt nur zum Teil, weiß Fabian, das Gesellige spielt auf jeden Fall eine Rolle, aber für ihn sei auch wichtig, „dass ich treff‘“.

Trainer Tom Neumaier vom DJK-SG Ramsau zählt dann auch zwei Nachwuchsmannschaften auf, U14 und U16, die hier trainieren, also nichts mit Alte-Männer-Sport. Erst vor ein paar Jahren hat der Verein den Bahnen eine Halle spendiert und damit regelmäßiges Spielen ermöglicht.

Selbst betreibt der Vater diesen Sport seit seiner Kindheit, er kennt den Verein lange und trainiert zusammen mit Norbert Lackner diese Abteilung. Wie ist das, wenn der Vater auch Trainer ist? „Schon ganz gut“ fasst Fabian zusammen. Das Vertrauensverhältnis sei ein Vorteil, doch höre er auch „immer wieder Hinweise“ – manchmal eben auch daheim.

Wie lief die Karriere? Sieg in der Kreis- und Bezirksmeisterschaft, dann die Bayerische Meisterschaft, die Deutsche Meisterschaft, immer wieder Talentsichtungen, und die Europameisterschaft. Jetzt spielt er auch im Nationalteam.

Stockschießen bei Olympia als Ziel bereits anvisiert

Das nächste sportliche Ziel nach dem Deutschen Meister in Ruhpolding und dem Europameister in Südtirol könnte der Euro Grand Prix in Litauen sein und vielleicht auch einmal die Olympischen Spiele, sofern Stockschießen in die Sportarten aufgenommen wird; Curling ist ähnlich und schon dabei.

Von dem Sport leben kann Fabian aber nicht, vielleicht helfen von einem Sponsor ein paar Hundert Euro im Jahr die Fahrtkosten zu reduzieren, mehr sei nicht in Sicht, rechnet der Vater vor. Daher bleibt für den Neuntklässler der Haager Realschule mit Sport und Mathematik als Lieblingsfächer ein regulärer Beruf. Ein Praktikum in einer Bank hat ihm gefallen, denn Konzentration und Zahlen ergänzen sich gut.

Wie waren die letzten beiden durch die Corona-Maßnahmen eingeschränkten Jahre? Weniger dramatisch, denn mit Freunden treffen und fast täglich trainieren, das ging auch so, fasst Fabian zusammen. Gerne spielt er am Computer Autorennen, hört Musik und isst gern Pizza: „am liebsten selbstgemacht“.

Bürgermeister Franz Stein gratuliert dem Ramsauer Sporttalent Fabian Neumaier im Namen der Gemeinde.

Ehrung durch die Gemeinde

Im Namen der Gemeinde Reichertsheim hat Bürgermeister Franz Stein jetzt Fabian Neumaier mit einer Urkunde und einem Buch geehrt. Der Bürgermeister gab zu, die Urkunde mit dem „Deutschen Meister“ angefertigt zu haben, das hatte sich aber kurz darauf erledigt, denn Fabian schaffte den Europameister in seiner Altersklasse. Es sei schon „was Besonderes“, bei so viel Schüssen müsse man schon „sehr kontrolliert sein“, nun sei er auch „Vorbild und Ansporn für andere“, lobte Stein. Vor dem Gemeinderat gab der Sportler mit ruhigen Worten einen Eindruck von seinen Wettkämpfen wieder. Etwa wie spannend es war, als er während des Spiels für kurze Zeit auf der Anzeigetafel „nur Zweiter“ war, „aber das ist dann noch gut ausgegangen“, freut sich Fabian.

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