Reichertsheim braucht einen Plan

Kann ein Flächennutzungsplan helfen, die Entwicklung der Gemeinde Reichertsheim festzulegen? Günster

Reichertsheim – Wie soll sich die Gemeinde Reichertsheim entwickeln – beim Wohnen, Gewerbe oder in der Landwirtschaft und in der Natur?

Wie möchte die Gemeinde ihre Flächen nutzen? Die Beantwortung dieser Fragen steht an, doch soll sich damit der künftige Gemeinderat beschäftigen, der im März gewählt wird. Zu dem Schluss kam das Gremium in seiner Sitzung.

Den Grund für die Diskussion lieferten Gespräche mit dem Landratsamt, als es um mögliches Bauen in Thambach oder Tiefenstätt ging, berichtete Bürgermeisterin Annemarie Haslberger (Einigkeit Ramsau).

Die Gemeinde habe kein aktuelles Entwicklungskonzept, lautete dabei der Vorwurf der Behörde. Gemeint sei ein Flächennutzungsplan. Der solle sich unter anderem am Landesentwicklungsplan orientieren und aktuelle Vorgaben, wie das Einsparen von Flächen, berücksichtigen. Zweiter Bürgermeister Augustin Grundner (IG Reichertsheim) wusste, dass das schon länger gefordert werde, man habe es bisher umgehen können, „aber irgendwann“ müsse die Gemeinde diesen Flächennutzungsplan doch erneuern. Immerhin sei der bestehende aus dem Jahr 1984 und sei bisher lediglich fortgeschrieben worden. Hilfreich sei eine Arbeitsgrundlage mit dem aktuellen Zustand. Für Georg Hanslmeier (IG Reichertsheim) stellte sich das „sehr theoretisch“ dar, denn wo gebaut werden könne, finde man selbst heraus, so ein Plan, so ist er überzeugt, „schmeißt eher alles über den Haufen“. Und: Der neue Gemeinderat sollte sich damit beschäftigen und eigene Prioritäten für die kommenden Jahre festlegen, da sollte man jetzt nicht vorgreifen.

Hoffen auf schnellereBauverfahren

Die Bürgermeisterin ergänzte, dass bereits im derzeitigen Plan unter anderem Gewerbeflächen ausgewiesen seien. Doch was helfe es, „wenn wir dann keinen Grund von den Eigentümern bekommen?“ Mit einem aktuellen Plan gingen Bauverfahren jedoch schneller.

„Wir kommen nicht aus“, folgerte Ludwig Schußmüller (Einigkeit Ramsau). Einen Beschluss fasste der Rat nicht.

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