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Aufruf der Helfer

Rehe retten für Fortgeschrittene: Wildtierhilfe Amerang will ihr Einsatzrevier erweitern

Eine der Rehkitzretter: Mit nach Gras riechenden Handschuhen holt Susanne Bauer die jungen Tiere vorsichtig aus der Wiese.
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Eine der Rehkitzretter: Mit nach Gras riechenden Handschuhen holt Susanne Bauer die jungen Tiere vorsichtig aus der Wiese.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Mit Drohne und Wärmebildkamera sind rund 25 Helfer nahezu täglich im Landkreis Rosenheim unterwegs und versuchen, möglichst viele Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. Doch um viele Tiere in der gesamten Region zu retten, brauchen die Vereinsmitglieder dringend Unterstützung.

Rosenheim/Samerberg/Prien/Amerang – Bevor die Bauern in der Region ihre Wiesen bearbeiten, suchen die ehrenamtlichen Arbeiter die Mähfläche ab und holen die jungen Rehe aus dem Gefahrenbereich. Was 2019 in Amerang begann, soll nun mithilfe der Bauern nach Rosenheim, Prien und vor allem dem Samerberg ausgeweitet werden.

Drei Drohnen und 25 Helfer

„Wir haben mittlerweile drei gut ausgestattete Drohnen, mit denen wir agieren können“, berichtet Elke Stepen, Koordinationsleiterin aus Rosenheim. Die 54-Jährige engagiert sich seit einem Jahr bei dem Ameranger Verein und arbeitet nun daran, das Einsatzgebiet auch auf den Samerberg auszuweiten. Das freut die dort ansässigen Bauern wie Josef Bogenhauser: „Bisher bin ich vor der Mahd klatschend durch die Wiese gelaufen. Die Rehe jetzt mit einer Drohne zu suchen, würde das Ganze erleichtern.“

Die Grundidee ist dabei seit Jahren dieselbe. Jedes Jahr zwischen April und Juni rücken die Teams des Vereins aus, um die Rehkitze vor den Mähmaschinen in Sicherheit zu bringen. Denn wenn die Landwirte ihre Felder bearbeiten, bleiben die jungen Tiere aufgrund des noch fehlenden Fluchtreflexes bewegungslos im hohen Gras sitzen. Da die Bauern die kleinen Vierbeiner meist nicht erkennen können, geraten diese schnell unter die scharfen Klingen.

Um das zu verhindern kommen Stepen und die anderen Mitglieder des Vereins kostenlos zu den „kritischen Wiesen“ und fliegen mithilfe einer kleinen Drohne mit Wärmebildkamera über die Grasfläche. Erscheint ein kleiner Punkt auf dem Radar, gehen die Helfer zur fraglichen Stelle und holen das Tier aus der Wiese. „Entweder können die Rehe bereits laufen, dann reicht es schon, sie von der Wiese wegzuscheuchen. Sehr junge Tiere ,die noch keinen Fluchtreflex haben, werden vorsichtig aus der Wiese getragen und unter Körben am Waldrand abgelegt. Nach der Mahd werden sie unmittelbar wieder freigelassen“, erklärt die Leiterin. Wichtig sei außerdem, dass man die Kitze nicht mit bloßen Händen anfasst, da die Rehgeiß ihre Kinder sonst nicht zurücknehmen würde.

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Die ganze Aktion nimmt laut Stepen ungefähr zehn Minuten pro Hektar in Anspruch. Bei größeren Feldern kann das daher schon einmal mehrere Stunden dauern. Hinzu kommt, dass man nur in der Früh arbeiten kann, wenn es so kalt ist, dass die Wärmekamera die Körper auch erkennt. Für die 54-Jährige heißt es daher, fast jeden Tag um vier Uhr morgens aufzustehen, um möglichst viele Wiesen abzuarbeiten, bevor sie ihren normalen Job im Vertrieb anfängt.

Bei ihren Einsätzen sind die Tierhelfer stark auf die Hilfe der Bauern angewiesen. Denn bevor die Wiesen am Mähtag abgeflogen werden können, müssen neue Flächen erst einmal inspiziert und für die Drohne programmiert werden. Aus diesem Grund ruft der Verein die Bauern ab sofort dazu auf, sich so früh wie möglich zu melden, um die Rettungen besser planen zu können.

Der Aufruf an die Bauern: So werden die Rehkitze gerettet:

1. Kontakt aufnehmen: Amerang: 0152 2134 84 98, Rosenheim/Prien/Samerberg: 01520 393 27 63

E-Mail: kontakt@wildtierhilfeamerang.org

2. Ort und Fläche der Wiese durchgeben

3. Termin der Mahd mit den Helfern absprechen

Auch einige Jäger tragen mittlerweile ihren Teil zur Rettung bei, wie Franz Sommer, Vorsitzender der Jägervereinigung Rosenheim, bestätigt: „Ich kann den Teams immer vorher schon sagen, auf welchen Wiesen sie vermutlich suchen müssen.“ So hat Sommer dieses Jahr beispielsweise viele Rehgeißen am Skiberg in Prien in der Nähe der Villa Herrenberg gesehen, weshalb er davon überzeugt ist, dass dort viele Kitze zu finden sein werden.

Zwischen April und Juni auf den Wiesen

Für Stepen steht jedenfalls fest, dass ihr in den kommenden zwei Monaten auf jeden Fall nicht langweilig wird. Sie hofft, auch dieses Jahr wieder einige Dutzend Rehkitze in der Region vor dem Mähtod zu retten und zudem langfristig noch mehr Unterstützung zu erhalten, um noch mehr Wiesen im Landkreis abdecken zu können.

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