Interview zu virtuellem Forum

Regionalgruppe Gemeinwohl-Ökonomie kämpft im Altlandkreis Wasserburg für „enkeltaugliches Leben“

Werner Furtner (links) und Albert Bernstetter sind die Koordinatoren der Regionalgruppe der GWÖ.
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Werner Furtner (links) und Albert Bernstetter sind die Koordinatoren der Regionalgruppe der GWÖ.

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) Regionalgruppe Altlandkreis Wasserburg veranstaltet für Kommunen ein virtuelles Forum zu Thema Bürgerbeteiligung. „Wir wollen nicht, dass durch die Pandemie unsere Anliegen zum Gemeinwohl und zur Nachhaltigkeit in Vergessenheit geraten“, sagt Albert Bernstetter von der GWÖ.

Wasserburg – „Enkeltauglich leben und wirtschaften“ ist eine Prämisse der GWÖ, also etwa Nachhaltigkeit, Wertschätzung, Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit sollen gelebt werden – auch auf kommunaler Ebene.

Im Juli fand die erste online Veranstaltung dieser Reihe statt. 28 Teilnehmer – von Brannenburg bis Dorfen – brachten ihre Anliegen vor, die nun im zweiten Teil am wird das erste Anliegen aus dem Forum Thema Bürgerbeteiligung im zweiten Teil am Mittwoch, 21. Oktober, 19 Uhr vorgestellt werden.

Herr Bernstetter, worum geht es bei diesem Termin?

Albert Bernstetter:Bürgermeister/innen und Gemeinderät/innen erhalten konkrete Tipps, Anregungen und Antworten auf die Frage, wie echte Bürgerbeteiligung in die Praxis umgesetzt werden kann und bei welchen Themen sie sinnvoll ist. Referent Hanns-Jörg Sippel ist Vorsitzender der Stiftung Mitarbeit. Er teilt seine reiche Erfahrung mit Beteiligungsprozessen, zeigt Möglichkeiten für Kommunen auf.

Warum ist Ihrer Regionalgruppe das Thema „Gemeinwohl in Kommunen“ ein solches Anliegen?

Bernstetter: Gemeinwohl, häufig wird dieses Wort in Zusammenhang mit kommunalen Themen und Aufgaben verwendet – aber wird das auch so gelebt? Gemeinwohl ist auch in der bayerischen Verfassung verankert, dort heißt es unter anderem im Artikel 3: „Bayern ist ein Rechts- Kultur- und Sozialstaat. Er dient dem Gemeinwohl.“ Wir wollen hier Anregungen anstoßen.

Bernstetter: So ist es. Die Bedürfnisse und das Potenzial von Unternehmen, Organisationen, Vereinen, Schulen, Familien und Privatpersonen fließen in Städten und Gemeinden bürgernah zusammen. Dabei ist die Aufgabe von Kommunen, die Belange von Mensch, Umwelt, Natur, Politik und Wirtschaft zu berücksichtigen und zu bündeln. Einerseits sind Kommunen mit ihrer Verwaltung und ihren Eigenbetrieben wirtschaftliche Akteure, andererseits wirken sie an der Ausgestaltung von Regeln und Gesetzen für das Gemeinwesen mit. Daher haben Gemeinden in Bezug auf das Gemeinwohl eine Förder-, Vorbild und Hüterfunktion.

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Was verbirgt sich hinter diesem Anspruch ganz konkret im Alltag?

Bernstetter: Was bedeutet den Kommunen das Gemeinwohl? Wie können die kommunale Verwaltung und die gewählten Bürgervertreter dies aktiv vor Ort umsetzen? Wir wollen als Regionalgruppe des GWÖ Bayern e.V. mit dem virtuellen Gemeinwohl-Forum eine Plattform für Gemeindevertreter und Bürgermeister bieten. Im virtuellen Raum können sie sich zu verschiedenen Gemeinwohl-Themen informieren, sich mit Kollegen aus anderen Kommunen austauschen und sich vernetzen. Gelebtes Gemeinwohl heißt auch Transparenz und Kooperation statt Konkurrenz.

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An wen richtet sich das Gemeinwohl-Forum?

Bernstetter: Eingeladen sind alle interessierten Bürgermeister, Gemeinderäte und Verwaltungsangestellten der Kommunen aus dem Landkreis Rosenheim und dem Altlandkreis Wasserburg am Inn. Das Forum dauert etwa 1,5 Stunden. Anmeldung bis 19. Oktober per eMail an altlandkreis-wasserburg@list.ecogood.org.

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