Recipharm investiert 32 Millionen

Links hinten der geplante Neubau für die Wasserburger Arzneimittelwerke.
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Links hinten der geplante Neubau für die Wasserburger Arzneimittelwerke.

32 Millionen Euro investiert der schwedische Konzern Recipharm in sein Werk in Wasserburg in den Neubau eines Gebäudes für einen vierten Produktionsbereich. "Wir haben die Eigentümer überzeugt", sagt Armin Dalügge, Geschäftsführer des Werks in der Herderstraße und ist auch ein bisschen stolz darauf. Wasserburg ist das erste Werk, in das die Schweden Geld für einen Neubau stecken, in das Werk mit dem Alleinherstellungsmerkmal Gefriertrocknung von injezierbaren Arzneimitteln.

Wasserburg - Für Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl ist diese Investition "ein Glücksfall. Wo findet man das denn noch, ein produzierendes Gewerbe ohne Abwasser, ohne Abgas, ohne Geräuschemmissionen mit sicheren und gut bezahlten Arbeitsplätzen?".

Auf firmeneigenem Grund soll ab Frühjahr Baubeginn für den rund 1700 Quadratmeter großen Erweiterungsbau sein, eine hochmoderne Anlage mit der neuesten automatischen Be- und Entladetechnik. Rund 60 Prozent der Kosten machen die technischen Anlagen aus. Zwei Stockwerke hat das neue Gebäude, für das in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Bauantrag vorlag. Dem stimmten die Mitglieder zu, begrüßten die Investition in Wasserburg, die auch neue Arbeitsplätze bringen wird, wollten aber auch genau wissen, welche Medikamente dort hergestellt werden. Die Geschichte der geplanten Deponie in Odelsham habe doch sensibilisiert, meinte Friederike Kayser-Büker. Es sei wichtig, zu wissen, mit was für Stoffen dort gearbeitet werde, man müsse wissen, ob zum Beispiel die Feuerwehr die richtige Ausrüstung habe, sollte dort etwas passieren. Das sahen im Bauausschuss mehrere so.

Als Wasserburger Arzneimittelwerk vor bald 40 Jahren gegründet, steht dieser Name auch heute im Handelsregister. Bei der Gründung wie heute ist das Arzneimittelwerk Lohnhersteller für Arzneimittel in Ampullen und Spezialist für die sterile Abfüllung und Gefriertrocknung von injezierbaren Arzneimitteln, die Kunden sind große und kleinere pharmazeutische Unternehmer auf der ganzen Welt. "Wir sind kein Chemieunternehmen, bei uns gibt es keine Gefahrenstoffe oder Gefahrengüter, die Stoffe bei uns sind hochverdünnt. Die Medikamente sind etwa Beruhigungsmittel oder Magen-Therapeutika, Krebstherapeutika machen wir nicht", sagt Armin Dalügge zu den Bedenken der Kommunalpolitiker.

Man habe, so der Geschäftsführer, immense Kontroll-Strukturen, man arbeite unter hochreinsten, sterilen Bedingungen, die Labors seinen ständig in Betrieb, man habe permanentes Monitoring und: "Wir haben noch nie ein Medikament verloren".

Die große Nachfrage der Produkte des Wasserburger Arzneimittelwerks weltweit führt Dalügge vor allem auf zwei Trends zurück: Aus Kostengründen gebe es eine große Tendenz der Großpharmakaunternehmen, mit Leihherstellern zu arbeiten. Zum anderen zeigten Marktstudien, dass die Gefriertrocknung Zukunft habe. Die hochverdünnte Arzneimittellösung durch eine Gefriertrocknung in kristalline Form verwandelt und mit einem Tropfen Wasser wieder zurück in den flüssigen Zustand habe große Vorteile, "sie ist robuster, länger stabil, schnell injezierbar, am sinnvollsten in Ländern mit großen Temperaturschwankungen und längeren Lagerschwankungen".

2016 soll der Neubau in der Herderstraße fertig sein für den Probebetrieb. Für die Testläufe und Testproduktionen rechnet man ein Jahr. Entstehen werden mit dem Erweiterungsbau 30 bis 40 neue Arbeitsplätze im administrativen Bereich, im Qualitätswesen, auch Techniker und vor allem für den Sterilbereich werden etliche Kräfte gesucht, die ein Jahr für ihre Arbeit trainiert werden. vo

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