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WASSERVERSORGUNG

Gemeinde Ramerberg rechnet mit zwei Millionen Euro für Gesamtsanierung des Trinkwassernetzes

Banger Blick in den notsanierten Tiefbehälter im Feuerwehrhaus: Ob er noch 3 bis 4 Jahre seinen Dienst tun kann, wird sich erst noch herausstellen.
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Banger Blick in den notsanierten Tiefbehälter im Feuerwehrhaus: Ob er noch 3 bis 4 Jahre seinen Dienst tun kann, wird sich erst noch herausstellen.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Im Juli vergangenen Jahres wurden im Leitungsnetz der Gemeinde Ramerberg coliforme Bakterien nachgewiesen. Seitdem wird das Trinkwasser gechlort. Die Gemeinde sucht nicht nur die Ursache für die Keime, sondern auch nach einer zukunftsträchtigen Lösung für eine ordnungsgemäße Wasserversorgung. Das wird teuer.

Ramerberg – Eine Generalsanierung könnte insgesamt etwa zwei Millionen Euro kosten, rechnete in der jüngsten Gemeinderatssitzung Georg Schollerer vom Ingenieurbüro Roplan vor. Er präsentierte dem Ramerberger Gemeinderat die Ergebnisse einer umfassenden Untersuchung der Ramerberger Wasserversorgung. Dazu beschrieb er den desolaten Ist-Zustand, nannte die gesetzlichen Vorschriften für eine neu angelegte Wasserversorgung und stellte drei mögliche Ertüchtigungsmaßnahmen vor, die sein Büro in Hinsicht auf Versorgungssicherheit, Risiken und Kosten untersucht hatte.

Sendling aktuell am schwersten betroffen

Dabei kristallisierte sich heraus, dass die bestehenden 2 Versorgungszonen in Ramerberg (West: 934 Einwohner; Tiefbehälter Eich: Fassungsvermögen von 239,50 Kubikmetern, und Ost: 531 Einwohner; Hochbehälter Sendling 110 Kubikmeter, nicht mehr sanierbar) unterschiedliche „Probleme“ haben.

Sendling sei besonders betroffen, da der Hochbehälter nicht mehr einsatzbereit und auch nicht sanierbar sei, so der Planer. Im Falle eines Brandes könnte die Versorgung mit Löschwasser dort sehr schwierig werden. Eine Übersichtskarte zeigte viele unterversorgte Stellen in dem Bereich rot dargestellt.

Lesen Sie auch: Coliforme Bakterien in der Wasserleitung - Ramerberg muss chloren

Schnell war sich der Gemeinderat einig, dass hier als erstes Abhilfe geschaffen werden sollte. Eine Direktleitung aus Edling, die unter der Attel durchlaufen müsste, könnte helfen, stellte Schollerer vor. Diese direkte Einspeisung und eine „Sicherungslösung“, die notfalls rückläufig aus dem Tiefbehälter in Eich erfolgen könnte, würde die Wasserversorgung in Sendling sichern können. Bis zur Fertigstellung müsse allerdings weiter gechlort werden. Schollerer rechnet vorsichtig mit dem Abschluss dieser Arbeiten im kommenden Jahr. Die Kosten dafür bezifferte er mit rund 600.000 Euro. Ein eigener Hochbehälter sei dann für Sendling nicht mehr nötig.

Im weiteren Schritt könnten, wie in Variante 3 berechnet, in Eich ein größerer Tiefbehälter neu installiert und ein Notverbund mit Pfaffing eingegangen werden. Auf alle Fälle müsste die Ertüchtigung des Systems den Anforderungen der nächsten 50 Jahre entsprechen, erklärte Schollerer die Vorschriften. Die voraussichtlichen Kosten hierfür beziffert er mit 1,4 Millionen Euro.

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In der regen Diskussion der Gemeinderäte, bei der Petra Hözle und Konrad Fuchs (beide Neue Ramerberger Liste/Freie Wählergemeinschaft Ramerberg) auch immer wieder Fragen zu den Kosten stellten, erklärte Bürgermeister Manfred Reithmeier (Unabhängige Wähler Ramerberg): „Es wird auf die Bürger was zukommen.“ Der Kämmerer prüfe noch, ob es Fördermöglichkeiten gebe. Eine Härtefallregelung würde in diesem Fall nicht greifen, da in den vergangenen Jahren zu wenig in das Wassersystem investiert worden sei, so der Bürgermeister.

3 Varianten für eine mögliche künftige Wasserversorgung in Ramerberg hat das Ingenieurbüro Roplan genau berechnet. Der Gemeinderat sprach sich am Dienstagabend einstimmig für Variante 3 aus. Präsentation: Ingenieurbüro Roplan

„Jetzt wollen wir erst einmal die allernötigsten Vorkehrungen treffen“, fasste Reithmeier zusammen. „Wir brauchen einen Druckerhöher für Ramerberg und so schnell wie möglich die Direkteinspeisung für Sendling.“

Am Ende einigte sich der Gemeinderat einstimmig darauf, zunächst die Wasserversorgung für Sendling sicher zu stellen und dann in einem 2. Schritt in Ruhe das weitere Vorgehen zu planen.

„Eventuell könne man den Wasserbezug allein durch Direkteinspeisung aus Edling und Pfaffing organisieren“, warf Fuchs in den Raum. Auch ein Notverbund mit Rott sei vorstellbar. Für solche Planungen hat man jetzt 3 bis 5 Jahre Zeit gewonnen – vorausgesetzt, der notsanierte Tiefbehälter im Feuerwehrhaus hält durch.

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