Ramerbergs Bürgermeister protestiert gegen Pläne für B 15 neu: „Bau-Wahnsinn müssen wir verhindern“

Nahe der Häuser des Ramerberger Ortsteils Angerwürde die B 15 neu verlaufen. Im Vordergrund sind die Gartenhütten auf den bebauten Grundstücken von Anger zu sehen. Die Wiesen im Mittelgrund könnten der vierspurigen Trasse zum Opfer fallen, befürchtet der Ramerberger Bürgermeister. Kirchgraber

Auch in Ramerberg lebt der Widerstand gegen die B 15 neu wieder auf. Bürgermeister Manfred Reithmeier (UWR) erklärt im Interview mit der Wasseburger Zeitung, warum.

Von Heike Duczek

Ramerberg – Im Interview mit der Wasserburger Zeitung spricht Bürgermeister Manfred Reithmeier (UWR) über den wiederaufflammenden Widerstand in Ramerberg gegen die B 15 neu.

Herr Reithmeier, Sie haben in einem Schreiben an alle Ramerberger Bürger das Thema B 15 neu wieder aufgegriffen. Was ist der aktuelle Anlass?

Manfred Reithmeier: Seit Kurzem ist der Referenten-Entwurf zum neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 online zugänglich. Darin ist der 55 Kilometer lange und 250 Millionen teure Bauabschnitt ,B 15 neu‘ von Landshut bis Rosenheim mit ,Planungsrecht‘ eingestuft. Diesen Bau-Wahnsinn müssen wir verhindern. Derzeit in der Diskussion sind die Pläne zur Ortsumfahrung Landshut. Was immer dort entschieden wird, hat enormen Einfluss auf den weiteren Verlauf der südlichen Trasse.

In wieweit sind Ramerberg und umliegende Orte wie Rott von den Planungen betroffen?

Reithmeier: Die geplante vierspurige Trasse (30 Meter breit), die man schon als ,Autobahn‘ bezeichnen könnte, würde südlich der Gemeinde Edling zuerst leicht nach Westen und in Höhe unserer Gemeinde sogar stark nach Westen abschwenken. Sie würde zwischen den Ramerberger Ortsteilen Sendling und Anger verlaufen und alle dort lebenden Menschen zu Anwohnern unmittelbar an einer „Autobahn“ machen. Die Trasse würde erst kurz vor der Abzweigung nach Griesstätt wieder auf die B 15 alt treffen.

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Die Lärmbelästigung durch das zu erwartende höhere Verkehrsaufkommen auf einer Autobahn ist ungleich höher als auf einer Bundesstraße. Den Lärm hört man bei ungünstigen Windverhältnissen noch kilometerweit in die Wohngebiete von Edling, Ramerberg, Griesstätt und Rott hinein.

Sie sprechen von gravierenden Nachteilen für Ramerberg. Was befürchten Sie?

Reithmeier: Insbesondere die Anwohner von Sendling und Anger wären einer enormen Lärmbelästigung ausgesetzt, die Landwirtschaft in unserer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde würde massiv beeinträchtigt. Natürlich würde die Luftverschmutzung durch Auto-Abgase gewaltig zunehmen, und unsere ländliche Idylle, auf die wir so stolz sind und die unsere Gemeinde prägt, wäre zerstört. Und natürlich würden die anliegenden Grundstücke und Immobilien einen eklatanten Werteverlust erleiden. Das alles werden wir nicht hinnehmen.

Sie hoffen auf die Unterstützung der Bürger. Was können diese tun, um ihren Protest kundzutun?

Reithmeier: Wir hoffen stark darauf, dass sich unsere Bürger wie auch die Bürgerinitative Ramerberg-Rott in ihrem ureigensten Interesse in großer Zahl zur Wehr setzen. Wir haben Hunderte von Rundschreiben an alle Haushalte verteilt und ein offizielles Einwände-Schreiben angeheftet. Jeder unterschriftsberechtigte Bürger muss lediglich Name und Adresse nennen, unterschreiben und selbst an die zuständigen Behörden weiterleiten. Wir brauchen unbedingt eine sehr große Anzahl von Einsprüchen, wenn wir diese Bauvorhaben noch stoppen wollen.

Natürlich kann man nicht gegen alles sein und eine Alternative wäre, die bestehende B15 vernünftig auszubauen, an manchen Stellen die Fahrspur zweispurig zu machen (wie am Attler Berg), um sicher den Schwerverkehr zu überholen, Anlieger an der bestehenden B 15 mit Lärmschutzwänden zu schützen und sichere Wege zu ihren Objekten zu schaffen.

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