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Der Streit spitzt sich zu

Weitere Ramerberger Vereine proben den Aufstand gegen Bürgermeister Reithmeier

Große Plakate weisen darauf hin, dass die Befürworter des geplatzten Sportplatzbaus in Zellereith nicht aufgeben werden. Der Streit um den Standort hat mit dem Protest von zwei weiteren Vereinen an Dramatik gewonnen.
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Große Plakate weisen darauf hin, dass die Befürworter des geplatzten Sportplatzbaus in Zellereith nicht aufgeben werden. Der Streit um den Standort hat mit dem Protest von zwei weiteren Vereinen an Dramatik gewonnen.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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  • Petra Maier
    Petra Maier
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Dass Bürgermeister Manfred Reithmeier und der Sportverein Ramerberg (SVR) zerstritten sind, ist bekannt. Jetzt proben jedoch noch zwei weitere Vereine im Dorf den Aufstand. Stein des Anstoßes sind Reithmeiers Aussagen im 500-Tage-Interview mit der Wasserburger Zeitung.

Ramerberg – Der Ramerberger Bürgermeister (UWR) hatte wie alle neuen Kollegen aus dem Verbreitungsgebiet die Möglichkeit erhalten, eine erste Bilanz zu ziehen. Seine Sicht der Lage in Ramerberg stößt bei den Vorständen von drei Vereinen auf scharfe Kritik. Neben dem SVR (510 Mitglieder) laufen auch die Vorsitzenden des Stockschützenclubs EC Zellereith-Sendling (98 Mitglieder) und der Schützengesellschaft Zellereith (175 Mitglieder) Sturm gegen die Aussagen Reithmeiers.

Alle Hintergründe und Artikel zum Streit in Ramerberg lesen Sie hier.

Im Fokus der Kritik: die Einschätzung des Rathauschefs, Ramerberg befinde sich auf einem guten Weg im Bemühen um Lösungen für die strittigen Themen im Dorf. Mitnichten, finden die Vereinsvorstände. Sie werfen Reithmeier vor, die Stimmung falsch einzuschätzen und kündigen die Zusammenarbeit auf.

Stockschützen lehnen eine Zusammenarbeit mit Bürgermeister Reithmeier ab

Hans Scherfler senior, Vorsitzender des Stockschützenclubs EC Zellereith-Sendling, ärgert sich über die Aussage Reithmeiers im 500-Tage-Interview, er bedauere, dass viele gemeinschaftliche Aktivitäten wie zum Beispiel Jahreshauptversammlungen, Sommer-, Feuerwehr-, Maibaum-, Schul- und Kindergartenfeste aufgrund von Corona abgesagt hätten werden müssen.

Scherfler entgegnet: „Fakt ist, dass diverse Events sehr wohl in Form von Präsenz-Veranstaltungen stattgefunden haben, der Ramerberger Bürgermeister Reithmeier wegen seines vereinsfeindlichen Verhaltens aber schlichtweg nicht erwünscht und insofern auch nicht eingeladen war. Zu nennen ist hier allen voran das vom Stockschützenverein EC Zellerreith-Sendling ausgerichtete Gemeindepokal-Schießen, das unter der Schirmherrschaft unseres Ex-Bürgermeisters Georg Gäch stattgefunden hat und mit der Rekordbeteiligung von 17 Mannschaften sowohl sportlich als auch gesellschaftlich als ein absolutes Veranstaltungs-Highlight in 2021 bezeichnet werden kann. Und was das fürs nächstes Jahr geplante Maibaum aufstellen betrifft, so möchte und werde ich als Vereinsvorstand auch bei dieser Veranstaltung nicht mit Bürgermeister Reithmeier zusammenarbeiten. Vor diesem Hintergrund erscheint es fast schon als blanker Hohn, wenn der Ramerberger Bürgermeister mit einem Schreiben vom 30. August 2021 den Vereinen auch noch seine ‚Unterstützung‘ anbietet. Da ich live miterleben durfte, wie diese Unterstützung beim SV Ramerberg ausgesehen hat, lehne ich als Vereinsvorstand dieses Angebot gerne dankend ab.“

SG Zellereith: „Vorschläge sind Lachnummern“

Ähnlich äußert sich Dieter Maier, Vorsitzender der Schützengesellschaft Zellereith: Offensichtlich habe Reithmeier vergessen, zu erwähnen, dass durchaus diverse Vereinsveranstaltungen stattgefunden hätten, „bei denen er halt aber einfach nicht eingeladen war“.

Weiter heißt es in Maiers Stellungnahme: „Was das Thema Fußballplatz betrifft, so erwähnt er (Reithmeier, Anmerkung der Redaktion) aktuelle Gespräche, die aus seiner Sicht zu einer attraktiven Lösung für den SV Ramerberg und auch die Gemeinde führen sollten. Da ich seine letzten beiden irrwitzigen Fußballplatz-Alternativvorschläge kenne, bin ich jetzt schon gespannt, was hier wieder für eine Lachnummer aus dem Hut gezaubert wird. Wie Bürgermeister Reithmeier im Interview zu dem Schluss ‚Wir sind auf einem guten Weg‘ kommt, bleibt mir ein absolutes Rätsel. Tatsache ist, dass der Ramerberger Gemeinderat absolut zerstritten ist und ein externer Mediator eingeschaltet wurde. Während die Fragen nach der Wahrheit immer lauter werden und somit das Ergebnis der Mediation in den Sternen steht, besteht zumindest dahingehend Gewissheit, dass auch hier wieder vierstellige Summen an Beratungskosten aus der Gemeindekasse fällig werden. Mit Ablehnung des Fußballplatz-Standorts Zellerreit durch ausschließlich Reithmeiers angehöriger UWR wurden 87.000 Euro Planungskosten final in den Sand gesetzt. Es bleibt also beim Anschein, dass Geld in Ramerberg, wenn es um die Durchsetzung von Reithmeiers Interessen geht, offensichtlich keine große Rolle spielt. Letztlich zahlen diese Zeche unsere Ramerberger Bürger. Ein schlechtes Gewissen hat unser ‚ehrenamtlicher Bürgermeister‘‘ dabei augenscheinlich nicht.“

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SVR: „Diverse Pseudo-Alternativen präsentiert“

Reithmeier zeichne bei seinen Antworten im Interview „ein völlig falsches Bild von der realen Sach- und Faktenlage“, findet auch der Vorsitzende des Fußballvereins SV Ramerberg, Andreas Baumgartner.

Baumgartners Stellungnahme: „Wie am 20. Mai 2021 im OVB-Beitrag ‚Das Maß ist voll! SV Ramerberg toleriert Bürgermeister Reithmeier nicht mehr als Verhandlungspartner‘ zu lesen war, hat der SV Ramerberg die Gespräche bezüglich des neuen Fußballplatzes explizit mit Reithmeier in Person wegen seiner diversen, teils auch öffentlich gemachten Falschangaben und den gegenüber dem Verein aufgetischten abstrusen Geschichten, welche an Märchen erinnern, abgebrochen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.“

Baumgartner kritisiert, dass Reithmeier im 500-Tage-Interview ausführt, es gebe die gute Nachricht, dass derzeit Gespräche zu einer aus seiner Sicht sehr attraktiven Lösung für den SV Ramerberg und auch für die Gemeinde laufen würden.

Der SVR-Vorsitzende dazu: „Fakt ist, dass der SV Ramerberg eine pachtfreie und weitgehend verkehrssichere Fußballplatz-Alternative garantiert über die nächsten 30 Jahre gehabt hätte, die der Ramerberger Bürgermeister und seine UWR-Fraktion dann rein politisch motiviert vereitelt haben. Dafür wurden diverse Pseudo-Alternativen präsentiert, die sich bereits auf den ersten Blick als nicht realisierbare Luftnummern herausgestellt haben. Da nun mal geeignete Fußballplätze in einer so kleinen Gemeinde wie Ramerberg nicht wie Sand am Meer verfügbar sind, bin ich fest überzeugt, dass es sich auch bei seiner neuen ‚attraktiven Lösung‘ mal wieder um eine utopische Luftnummer handelt (sofern es sie denn überhaupt geben sollte). Vor diesem Hintergrund sehe ich mit einem Bürgermeister Reithmeier definitiv keinen guten Weg für den SV Ramerberg und auch nicht für das Vereinsleben insgesamt in der Gemeinde.“

Dienstag Bürgerversammlung in Ramerberg

Wie sich diese Positionierung der Vereine auswirkt, könnte auch bei der Bürgerversammlung in Ramerberg Thema sein. Sie findet am Dienstag, 26. Oktober, ab 19.30 Uhr im Gasthof Bichler statt. Für die Besucher gilt die 3G-Regelung.

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