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Kontroverse Debatten um Ausnahmeregelungen

„Warum dürfen die und wir nicht?“ Bebauungspläne sorgen für Unruhe in Ramerberg

Themenbild: Änderungen eines Bebauungsplans sorgen derzeit in Ramerberg für Diskussionen.
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Themenbild: Änderungen eines Bebauungsplans sorgen derzeit in Ramerberg für Diskussionen.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Wie viel Ausnahmeregelungen bei Bebauungsplänen sind in Ordnung und ab wann kommt Unruhe in die Gemeinde? Darüber diskutierte der Ramerberger Gemeinderat kontrovers.

Ramerberg – Um Änderungen des Bebauungsplanes „Eich-West“ ging es in der jüngsten Sitzung des Ramerberger Gemeinderates. Zwei voneinander unabhängige Bauwerber beantragten in der Seilerstraße Ausnahmen von den Planvorgaben für ihre jeweiligen Grundstücke. Einstimmig befürwortete der Gemeinderat die Vorhaben beider Antragsteller, auch wenn sie vorher im Gremium kontrovers diskutiert worden waren.

Man war sich in der Beratung unsicher, ob durch eine Bebauungsplanänderung eventuell diejenigen im Nachteil wären, die bereits nach den aktuell geltenden Bemessungsgrundlagen gebaut haben. Konrad Fuchs von der neuen Ramerberger Liste/Freie Wählergemeinschaft (NRL/FWG) befürchtete, mancher könne fragen „Warum dürfen die und wir nicht?“ Das schaffe Unruhe in der Gemeinde, warnte Fuchs. Mancher hätte anders bauen wollen und keine Genehmigung bekommen, deshalb würde er als Gemeinderat nicht zustimmen, kündigte Fuchs an.

Fabian Tretter von den Unabhängigen Wählern Ramerberg (UWR) argumentierte: „Man muss ja nicht grundsätzlich am Bebauungsplan festhalten, nur weil man es einmal nicht so schlau gemacht hat.“

Entwurf für Einfamilienhaus mit integrierter Garage.

Florian Baumann (NRL/FWG) stimmte seinem Vorredner zu. „Man kann doch auch mal Schwächen korrigieren“ merkte er an und überzeugte damit auch Konrad Fuchs, sodass die Beschlussfassung einstimmig ausfiel.

Vergrößerung von 34 Prozent

Und das sind die Projekte, um die es ging: Ein Eigentümer beabsichtigt, ein Wohnhaus mit integrierter Doppelgarage zu errichten. Die geplanten Gebäudemaße ergeben eine Grundfläche von rund 147 Quadratmetern, so die Verwaltung. Das bedeute eine Vergrößerung von rund 34 Prozent.

Bei einer bisher erlaubten Grundfläche von 110 Quadratmetern und einer zulässigen Grundflächenüberschreitung von 80 Prozent (für Garagen, Nebenanlagen und sonstige befestigte Flächen sowie Terrassen) würde sich nach dem bestehenden Bebauungsplan für ein Einfamilienhaus-Grundstück eine insgesamt zulässige Flächenversiegelung von 198 Quadratmetern ergeben, erklärte der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Rott, Maximilian Brockhoff. Die Verwaltung schlug deshalb vor, die Grundflächenüberschreitung für Nebenanlagen und sonstige befestigte Flächen sowie Terrassen auf 60 Prozent festzusetzen. Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu und erteilte auch der Grundflächenerhöhung für das Einfamilienhaus sein Einverständnis, wenn auf die Errichtung einer Doppelgarage verzichtet wird und als Ersatz im Wohngebäude zwei Kfz-Stell- beziehungsweise Garagenplätze geschaffen werden.

Technikraum statt Keller

Der zweite Bauwerber beabsichtigt, ein Wohnhaus ohne Keller zu errichten. Aus Platzgründen soll der Technikraum an der Nordseite des Wohnhauses, außerhalb der Baugrenze, mit einer Größe von 15 Quadratmetern angebaut werden. Mit dem Wohnhausneubau soll die bisherige überbaubare Grundfläche von 110 Quadratmetern voll ausgenutzt werden. Mit dem Anbau des Technikraums wird die Festsetzung einer überbaubaren Grundfläche von 125 Quadratmetern erforderlich so die Verwaltung.

Auch in diesem Fall stimmte der Gemeinderat einstimmig einer Bebauungsplanänderung zu. Für beide Bauvorhaben wird die Verwaltung einen städtebaulichen Vertrag mit den beiden Antragstellern abschließen, der sie zur Übernahme sämtlicher Planungs- und Verfahrenskosten verpflichtet. Mit Planung und Durchführung des Verfahrens soll ein externes Planungsbüro beauftragt werden.

Die Bebauungsregeln für „Eich-West“

Vor sieben Jahren präsentierte das Rosenheimer Planungsbüro Huber dem damaligen Ramerberger Gemeinderat einen Plan für das Neubaugebiet „Eich-West“. Die Grundstücke seien relativ klein gehalten, so hieß es damals, um die Kosten für die Bauherren erschwinglich zu halten. Die maximal überbaubaren Flächen für Ein- und Zweifamilienhäuser betragen 110 Quadratmeter, hieß es damals, was bei einer möglichen zweistöckigen Gebäudeplanung Wohnflächen bis zu 220 Quadratmeter erlaubt.

Weitere Planvorgaben lauteten: Bei Doppelhaushälften können maximal 160 Quadratmeter überbaut werden, empfohlen wird der Bau von Doppelgaragen. Diese Maße für die Überbauung dürfen für Garagen, Nebenanlagen oder Terrassen bis zu 80 Prozent überschritten werden.

Als maximale Wandhöhe der Gebäude werden 6,20 Meter bis zur Oberkante Dach zugelassen, die Gebäudelänge soll in der Regel das 1,2-fache der Gebäudebreite betragen, so die Vorgaben.

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