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„Wir können auch so weitermachen wie bisher“

Ramerberg streitet sich zum Frieden: Einbindung eines Mediators in Fußballplatz-Zoff sorgt für Diskussionen

Ein Mediator soll im Ramerberger Gemeinderat für Frieden sorgen, dessen Vorgehensweise halten jedoch nicht alle Räte für sinnvoll.
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Ein Mediator soll im Ramerberger Gemeinderat für Frieden sorgen, dessen Vorgehensweise halten jedoch nicht alle Räte für sinnvoll.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Der Gemeinderat Ramerberg möchte endlich wieder Frieden in seinen Sitzungen. Dazu soll ein Mediator eingebunden werden, doch schon die Beauftragung sorgt erneut für Diskussionen im Gemeinderat.

Ramerberg – Es ist kein Geheimnis, dass in Ramerberg gestritten wird. Insbesondere seitdem der Standort Zellerreit für den Fußballplatz abgelehnt wurde, herrscht Unruhe im Gemeinderat. Das soll sich nach Wunsch der Ratsmitglieder ändern. Bürgermeister Manfred Reithmeier (UWR) hatte bereits vor einigen Wochen vorgeschlagen, einen Mediator kommen zu lassen, der Ruhe und des Friedens wegen.

Die konkreteren Pläne führten jedoch wieder zu Streit und Diskussionen. Denn der Mediator war bereits vor Ort und hat mit je zwei Personen aus den beiden Fraktionen gesprochen. Beim nächsten Termin möchte er noch zwei Personen hinzubitten, bis es schließlich zu einem Treffen mit dem gesamten Rat kommen soll.

Hätte sich der Mediator vorstellen sollen?

Eine Vorgehensweise, die Konrad Fuchs (NRL/FWR) nicht gut hieß. Er habe mit zwei anderen Personen, die Mediationsverfahren durchführen, gesprochen und beide hätten dieses Verfahren als ungewöhnlich beschrieben. „Alle Konfliktparteien müssen von Anfang an an einen Tisch, dann kann jeder etwas sagen“, erklärte Fuchs. Dazu gehöre nicht nur der Gemeinderat, sondern auch der Sportverein. Außerdem könne man nie komplett das erste, bereits stattgefunden Gespräch rekonstruieren. Zudem hätte er sich gewünscht, dass der Mediator sich im Gemeinderat vorstellt. Schließlich könne Fuchs nicht über jemanden abstimmen, den er gar nicht kenne.

Verfahren des Mediators umstritten.

Reithmeier versicherte, dass auch er den Mediator vor dem Gespräch nicht gekannt hatte, aber dass er im Gespräch positiv auf ihn gewirkt habe. „Mir war nur wichtig, dass der aus einem anderen Landkreis kommt“, erklärte Reithmeier. Damit sei sichergestellt, dass es sich um eine neutrale Person handele.

Jügen Zott (UWR) sah auch keine Probleme mit dem Verfahren. „Jeder Mediator hat wohl ein anderes Verfahren.“ Das sah Parteikollege Magnus Steinmüller ähnlich und verwies auf die wenig wünschenswerte Alternative: „Wir können auch so weitermachen wie bisher.“

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Fuchs blieb jedoch bei seiner Meinung. Das Vorgehen finde er seltsam. „Jeder Experte sollte sich erst einmal vorstellen“, meinte Fuchs. Dies sei auch bei Architekten üblich.

Das sah Bernd Stawiarski (NRL/FWR) anders. „Dass sich ein Mediator bei uns vorstellt, ist sehr ungewöhnlich.“ Schließlich würde ein Architekt mit einem Anliegen in den Gemeinderat kommen, bei einem Mediationsverfahren sei es jedoch genau anders herum. Der Gemeinderat komme mit einem Anliegen zum Mediator.

Auch dem Vorgehen des Mediators konnte Stawiarski etwas positives abgewinnen. „Ob es ein standardisiertes Mediationsverfahren gibt, weiß ich nicht“, stellte Stawiarski klar. Doch er sehe durchaus Vorteile darin, den Kreis der beratenden Personen erst einmal klein zu halten und diesen im Nachhinein auszubauen. „Sonst kommt es nur zu Diskussionen und zu keinem Ziel.“

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Auch Maximilian Jaroljmek (NRL/FWR) plädierte dafür, dem Mediator eine Chance zu geben. Es gebe immer verschiedene Ansätze, da könne der Rat nur eines tun: „Probieren wir es aus.“

Deren Meinung war auch Petra Hölzle (NRL/FWR), die auch bei dem ersten Treffen anwesend war. „Für mich klang es vernünftig.“ Das Gespräch hätte auch sie als positiv empfunden. Natürlich könne nicht garantiert werden, dass der Mediator für alle passe, aber das ganze Verfahren von vornherein abzulehnen, halte sie für unklug.

2.400 Euro kostet das Mediationsverfahren für dieses Jahr

2.400 Euro soll der Mediaton kosten. Fuchs versicherte sich bei Kämmerer Max Brockhoff, dass diese Kosten gedeckelt seien. Das bestätigte Brockhoff für dieses Haushaltsjahr. Sollten seine Dienste im nächsten Jahr noch gewünscht sein, müsste natürlich erneut verhandelt werden, so Brockhoff. Dann könnten die Kosten aber bereits im Haushaltsplan berücksichtigt werden und nicht, wie jetzt, überplanmäßig ausgegeben werden.

Einstimmig rang sich der Rat durch, die Mediation anzugehen und die Kosten zu bewilligen.

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