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Verbraucher zahlen Sanierung

Der Wasserpreis in Ramerberg steigt sintflutartig

Die Kosten für Wasser müssen neu kalkuliert werden.
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Die Kosten für Wasser wurden in Ramerberg jetzt neu kalkuliert.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Die Gemeinde Ramerberg saniert das Wassernetz. Die Investitionskosten teilen sich rund 522 Grundstücksbesitzer. Sie müssen tief in die Tasche greifen. Das kommt auf die Ramerberger zu.

Ramerberg - Es führt kein Weg dran vorbei: Der Wasserpreis in Ramerberg wird drastisch steigen und zwar um 96 Cent pro Kubikmeter auf künftig 2,36 Euro, zuzüglich Mehrwertsteuer und der jährlichen Grundgebühr, die gestaffelt ist und je nach tatsächlichem Wasserverbrauch zwischen 48 und 192 Euro im Jahr liegt. Die Gebühr für Bauwasser beträgt ebenfalls 2,36 Euro (bisher 1,40 €) pro Kubikmeter, wurde in der jüngsten Ramerberger Gemeinderatssitzung einstimmig beschlossen. Ebenfalls unisono verabschiedeten die Mitglieder die dazugehörigen Satzungen, die in Kürze von der Gemeinde veröffentlicht werden und damit in Kraft treten.

Die Grafik zeigt die aktuellen Wasserpreise einiger Gemeinden rund um Ramerberg im Vergleich.

Die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Ramerberg wird saniert. Die Kosten werden derzeit mit 726.879 Euro beziffert, es fällt um 120.000 Euro günstiger aus als zu Planungsbeginn veranschlagt. Ursprünglich war die Gemeinde von 850.000 Euro ausgegangen. Die rund 730.000 Euro haben laut Kommunalabgabengesetz (KAG) Grundstückseigentümer oder Erbbauberechtigte zu tragen.

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Rund 522 beitragspflichtige Grundstücke sind von dieser Zahlungspflicht betroffen. Die Gemeinde Ramerberg beschloss in vorherigen Sitzungen, die Investitionssumme über einen einmaligen Verbesserungsbeitrag (70 Prozent der Summe) und die Erhöhung der Wassergebühr (30 Prozent der Summe) von den Grundstückseigentümern einzuholen.

Berechnung des Verbesserungsbeitrages geändert

Ursprünglich hatte der Gemeinderat im Mai dieses Jahres beschlossen, den Verbesserungsbeitrag mit einem Anteil von 30 Prozent für die Grundstücksfläche und mit einem Anteil von 70 Prozent für die Geschossfläche zu errechnen. Inzwischen sei der Fachfrau Ingrid Hannemann von der Kommunalberatung Kubus allerdings aufgefallen, dass in Ramerberg in der Vergangenheit bei der Kalkulation von Herstellungsbeiträgen die Gewichtung der Investitionskosten mit zehn Prozent auf die Grundstücksflächen und mit 90 Prozent auf die Geschossflächen festgesetzt wurde. „Diese früher getroffene Festsetzung darf nicht verändert werden, da dies zu einer Ungleichbehandlung von Alt- und Neuanschließern führen würde“, machte sie deutlich. „Daran ist die Gemeinde für alle Ewigkeit gebunden“, fügte sie hinzu. Begeistert waren die Gemeinderäte nicht, zumal, wie Magnus Steinmüller von den Unabhängigen Wählern Ramerberg (UWR) verdeutlichte, nach der 10:90 Berechnung vor allem Landwirte profitieren würden. Hannemann bestätigte: „Die andere Kombi wäre ausgewogener gewesen.“ Rechtssicherheit ging jedoch diesmal vor und so hob der Gemeinderat seinen Beschluss vom Mai wieder auf und fasste einen neuen, der Rechtssicherheit auch für die Zukunft schaffen soll. Er lautet: „Die Verbesserungsbeiträge und Herstellungsbeiträge  werden mit einem Anteil von 90 Prozent auf die Geschossflächen und mit einem Anteil von zehn Prozent auf die Grundstücksflächen festgesetzt. Sollte in der Vergangenheit eine andere Aufteilung bestanden haben, wird diese durch den heutigen Beschluss aufgehoben.“

Der vorläufige Verbesserungsbeitrag wird nach der Grundstücks- und der Geschossfläche der vorhandenen Gebäude berechnet und beträgt in Ramerberg 0,07 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 2,08 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche.

Grundstücksgrößen und Geschossflächen wurden durch Aufnahmen mit einer Drohne ermittelt. Ingrid Hannemann, Fachfrau der Kommunalberatung Kubus, ist überzeugt, dass hierdurch erstmals eine ganz exakte Bestandsaufnahme möglich wurde. „Wir haben wesentlich mehr beitragspflichtige Grundstücksflächen und Geschossflächen registriert“, macht sie deutlich. Somit verteilt sich die Investitionssumme auch auf wesentlich mehr Beitragszahler und verringert sich dadurch für den Einzelnen. Der endgültige Beitragssatz pro Quadratmeter Grundstücksfläche und Geschossfläche wird nach Feststellbarkeit des Aufwands festgelegt.

Herstellungsbeiträge sinken

Eine weitere wichtige Komponente im Zahlungsmodus ist der Herstellungsbeitrag. Er wird beim erstmaligen Anschluss eines Grundstücks an die Wasserversorgung berechnet und beläuft sich künftig in Ramerberg auf 0,24 Euro pro Quadratmeter Grundfläche (bisher 0,36 Euro) und 6,54 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche (bisher 8,69 Euro).

In den kommenden Wochen wird die Verwaltung, die Rechnungen an die Anschließer versenden. Sie haben die Möglichkeit, die Zahlung des Verbesserungsbeitrags zu splitten. Es soll eine Vorauszahlung (20 Prozent) und erst im kommenden Jahr eine Rechnung für die Restzahlung (80 Prozent) geben.

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