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Studie mit enttäuschenden Ergebnissen

Kaum Realisierungschance? Radwegbrücke über den Inn wäre der große Wurf in Wasserburg

Selten ordnet sich ein Pkw so wie auf unserem Foto Radfahrern auf der Roten Brücke unter. Hier kommt es bei Überholvorgängen oft zu gefährlichen Situationen. Doch der Anbau einer Radwegbrücke ist wohl nicht zu realisieren.
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Selten ordnet sich ein Pkw so wie auf unserem Foto Radfahrern auf der Roten Brücke unter. Hier kommt es bei Überholvorgängen oft zu gefährlichen Situationen. Doch der Anbau einer Radwegbrücke ist wohl nicht zu realisieren.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Wasserburg kämpft sich – quasi Meter für Meter – voran im Bemühen um mehr Sicherheit für die Radfahrer. Der Bauausschuss unternahm jetzt erneut einen Versuch und musste mal wieder feststellen, dass es kaum Möglichkeiten gibt – obwohl es an Ideen nicht mangelt.

Wasserburg – Der Ausschuss hatte im vergangenen Sommer als Reaktion auf einen Antrag der Grünen eine Machbarkeitsstudie zur Verbesserung der Sicherheit für Radler in Auftrag gegeben. Experte Alexander Reindl stellte das Konzept jetzt in öffentlicher Sitzung vor. Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) dämpfte gleich zu Beginn die Erwartungen: Der Planer habe „Lösungsansätze skizziert“, mehr sei derzeit nicht zu erwarten. Eine Entscheidung fiel deshalb auch nicht, zu mager erschienen die Ergebnisse.

Schuld daran ist die Stadt selber – die idyllische Lage in der Innschleife und die Topografie grenzen die Möglichkeiten stark ein, ebenso der Ensembleschutz für die Altstadt.

Verbesserungsbedarf gibt es vor allem an der Salzburger und Rosenheimer Straße, beides Staatsstraßen. Das Staatliche Bauamt sei zwar aufgeschlossen für Maßnahmen, die die Sicherheit der Radler erhöhen würden, so Kölbl. Trotzdem gehe nichts ohne das Ja der überörtlichen Behörde.

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An den beiden Staatsstraßen, die auch relativ steil bergauf und bergab führen, gibt es zwar Radwege und Schutzstreifen, sodass nicht überall Handlungsbedarf besteht, jedoch auch Lücken im Netz und viele Erschwernisse: Mal ist der Radweg zu schmal, mal wird er durch Hänge, Böschungen, Einfriedungen, Stützmauern, Einfahrten oder Treppen beengt. Mal kommen sich Fußgänger und Radler in die Quere. Mal muss Privatgrund abgetreten werden, um eine Verbreiterung zu erreichen. Mal sind Lücken zu schließen, mal die Höhenunterschiede zu groß, um eine komfortable Lösung zu erreichen, mal kleine Verbesserungen – etwa durch eine Verbreiterung von Schutzstreifen oder ihre Ergänzung – möglich, oft aber auch nicht.

Ideen gibt es viele, Lösungen eher wenig

Eine Idee für die Salzburger Straße: Hier könnte eine Verbindung zum Steinmühlweg geschaffen werden, um die Radler am Wuhrbach vorbeizuführen. Hier wären Grunderwerb mit Umbauten des Einmündungsbereichs notwendig. Der neue Weg würde steiler und länger – eine realistische Alternative zur Salzburger Straße? Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg) hatte da so seine Bedenken. Christian Stadler (Grüne) wies außerdem darauf hin, dass hier wohl aufgrund des im Winter oft vereisten und matschigen Areals kein Ganzjahresradweg entstehen könne.

Rote Brücke ist der größte Knackpunkt

Größter Knackpunkt im Fahrradnetz – da stimmten alle Wolfgang Schmid (CSU) zu – ist die Rote Brücke, ebenfalls ein Bauwerk mit Straße in Zuständigkeit des Staatlichen Bauamts. Auch hier gibt es einen Lösungsansatz, der wohl eher als utopisch einzuschätzen ist: den Anbau einer Radwegbrücke. Notwendig wäre dann auch eine Übergangsrampe zum Zirnweg. Diese Idee hat jedoch mehrere Haken: Vor allem die Rampe würde den Blick auf das Denkmalensemble vermutlich stören, auch die angebaute Radfahrbrücke würde eine eigene Gründung benötigen. Was ist bei Hochwasser? Wie umgehen mit der Gefahr von Verklausungen?

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Werner Gartner (SPD) wies darauf hin, dass im „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (ISEK) eine andere Brückenlösung stehe: der Innsteg über die Kapuzinerinsel. Dieser steht, wie berichtet, auf der Wunschliste viele Wasserburger ganz oben. . Ein Anbau an die Rote Brücke sei grundsätzlich keine Option, zeigte sich Stadler überzeugt.

Dicke Bretter sind zu bohren

Er sah weitaus mehr Handlungsbedarf an der Salzburger Straße als der Verkehrsplaner. Hier seien Radwege und Schutzstreifen an vielen Stellen zu eng, der motorisierte Verkehr oft zu schnell. Stadler stellte angesichts der Schwierigkeiten, der Topografie Platz für Radler abzutrotzen, eine grundsätzliche Frage: Ob es nicht sinnvoller sei, statt Radspuren ins beengte Gelände „hineinzuwürgen“, eine Temporeduzierung anzustreben. Wenn es keine vernünftige Lösungen für die Steigerung der Verkehrssicherheit der Radler gebe, müssten halt die Autofahrer zurückstecken.

„Wir müssen nun schauen, was möglich ist“, zog Bürgermeister Kölbl Bilanz. Viel wird nicht gehen, das steht schon fest. Doch der Bauausschuss will weiter dicke Bretter bohren.

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