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Tierschutzorganisation Peta klagt wegen toter Kälber

„Qualvoll in Flammen gestorben“: Anzeige gegen Obinger Familie nach Brand ihres Bauernhofs - Die Reaktionen

Die Trümmer liegen auf der Wiese vor dem zerstörten Hof.
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Die Trümmer liegen auf der Wiese vor dem zerstörten Hof.
  • VonPaula L. Trautmann
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Ein Brand hat den Bauernhof einer Obinger Familie in der Nacht zum Samstag, 9. Juli, zerstört. In den Flammen sind vier Kälber gestorben. Deshalb hat die Tierschutzorganisation Peta Anzeige gegen die Hofbesitzer bei der Traunsteiner Staatsanwaltschaft erstattet.

Obing – Nach Angaben in der Pressemitteilung der Organisation sind bei dem Brand zehn Kälber „qualvoll in den Flammen“ gestorben. Es habe „kein Entkommen“ gegeben. Tatsächlich sind nicht zehn, sondern vier Tiere gestorben (wir berichteten).

Wie es in der Mitteilung richtig heißt, ist die Brandursache bislang unklar. Die Kriminalpolizei Traunstein ermittelt derzeit. Obwohl keine neuen Erkenntnisse über die Ursache bekannt sind, entschied sich Peta Anzeige zu erstatten.

„Jährlich sterben Zehntausende Tiere bei Stallbränden, weil die gesetzlichen Vorgaben unzureichend sind“, heißt es in der Pressemitteilung. „Aufgrund mutmaßlich unzureichender Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Schweine qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen.“

„Nicht genau recherchiert“

Plötzlich ist in dem Pressetext nicht mehr die Rede von Kälbern, sondern von Schweinen. Die Organisation scheint nicht gut informiert zu sein, denn Schweine sind bei dem Brand nicht umgekommen. „Das ist nicht genau recherchiert“, sagt Bürgermeister Josef Huber.

Die Familie will Huber zufolge warten, bis sie ein Schreiben von der Traunsteiner Staatsanwaltschaft bekommt und sich beraten lassen. Bis dahin werde sie keine Stellungnahme abgeben. Auch der Bürgermeister will sich vorerst nicht äußern. „Da muss man erst mal abwarten, was in der Klageschrift steht“, sagt Huber.

Josef Bodmaier vom Bayerischen Bauernverband hat hingegen eine klare Meinung: „Ich finde, es ist eine Unverschämtheit. Das ist schon fast niederträchtig. Die Leute sind gestraft genug.“ Dass Tiere bei einem Stallbrand sterben, könne niemand verhindern. Die Kühe verließen den Stall bei einem Brand nicht einfach. „Zumindest bei großen Tieren ist das so“, erklärt Bodmaier.

Der Kreisobmann erinnert sich, dass Peta nach Bränden im vergangenen Jahr auch Bauern aus Landshut und Erding angezeigt hat. „Die Masche ist nicht neu“, sagt Bodmaier. Er rät der Familie, sich beim Bauernverband des Landkreises Erding zu erkundigen, wie die Betroffenen den Fall gehandhabt haben.

Abläufe dauern einige Tage

Bei der Staatsanwaltschaft Traunstein ist indes noch keine Strafanzeige eingegangen. Oberstaatsanwalt Rainer Vietze zufolge sind die Postlaufzeiten zu berücksichtigen. Womöglich treffe die Anzeige erst kommende Woche ein. Auch die regulären Abläufe bei der Staatsanwaltschaft nähmen in der Regel einige Tage in Anspruch: die Eintragung einer neuen Strafanzeige in der Zentralen Namenkartei, Vorsichtung durch den Abteilungsleiter und erst dann Vorlage bei dem zuständigen Staatsanwalt.

Peta bemängelte nicht nur den Tod der Tiere in Obing. Nach eigenen Angaben kritisiert die Organisation die bestehenden Brandschutzverordnungen allgemein. Ein Schutz der Tiere sei „so gut wie nicht geregelt“. Der Pressemitteilung zufolge werden die unzureichenden Schutzmaßnahmen in der Praxis meist nicht umgesetzt.

„Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung kommt es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die die Rettung der Tiere verhindern“, heißt es weiter. Die Polizei müsse ermitteln, ob dies auch bei dem Brand in Obing der Fall war.

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