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Aus dem Gemeinderat

Projekt Waldkindergarten in Eiselfing schreitet voran

Kinder beobachten mit einer Erzieherin in einem Waldkindergarten einen Specht.
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Kinder beobachten mit einer Erzieherin in einem Waldkindergarten einen Specht.

Bereits in der Märzsitzung hatte der Eiselfinger Gemeinderat einstimmig den Beschluss gefasst, alternativ zum Kindergarten Sankt Rupertus, für Familien mit Kleinkindern möglichst zeitnah einen Natur- oder Waldkindergarten als weiteres Angebot zur Verfügung zu stellen.

Eiselfing – Das Gremium wünschte sich dazu weitere fachliche Informationen. Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne) hatte deshalb Kerstin Fahn aus Bachmehring zur Sitzung eingeladen.

Fahn ist seit einigen Jahren pädagogische Fachkraft mit dem Zusatz für Waldkindergärten und in einer erzieherischen Einrichtung mit diesem Konzept in Tacherting tätig. Sie bot den Gemeinderäten an, Fragen aus der Sicht ihrer Erfahrungen zu beantworten.

Wie sieht der Alltag im Waldkindergarten aus?

Irmgard Inninger (UWE) wollte wissen, wie es mit Toiletten aussehe und wie die Inhalte der Vorschule in einem Waldkindergarten pädagogisch aufbereitet würden.

Bei den Toiletten war die Antwort recht kurz. „Toiletten als solche gibt es eher selten. Im Wald hat da jedes Kind seinen eigenen Platz. Manchmal gibt es aber auch Trockentoiletten.“

Die Inhalte für Vorschulkinder entsprächen denen in einem Regelkindergarten. Ulrich Hemmer (SPD) fragte nach einer Geländeeingrenzung, bezogen auf die Sicherheit der Kinder und die Aufsichtspflicht. „Je nach Lage des Geländes ist das sicher sinnvoll“, meinte Fahn.

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Angesprochen wurde auch der Aufenthalt in Schlechtwettersituationen. Hier zeigte die Fachkraft mehrere Lösungen auf. Bei ihr in Tacherting gäbe es einen gut ausgestatteten Bauwagen, „der wegen der Kleinstkinderbetreuung sogar eine Fußbodenheizung hat“. Schlechtwetterräume, die nicht zu weit vom Gelände entfernt sein sollten, gäbe es aber auch in Schulturnhallen oder anderen Gebäuden.

Ob es für einen Bauwagen eine Vorgabe bezüglich der Gruppengröße gäbe, wollte Johann Herzog (CSU) wissen, was Fahn verneinte.

Weitere Fragen zu den Spielsachen und zum Ablauf der pädagogischen Arbeit hatte Manuel Latein (UWE).

„Das ist wie in einem Regelkindergarten. Aber Materialen zum Spielen finden wir im Wald, da brauchen wir kaum zusätzliches Spielzeug. Das ist ein Grundprinzip von Waldkindergärten“, erklärte die Pädagogin dazu.

Masernimpfung ist Pflicht – Zeckenimpfung wird empfohlen

Auch nach einer möglichen Verpflichtung zu Impfungen, wie beispielsweise einer zusätzlichen Zeckenimpfung, erkundigte sich ein Ratsmitglied. „Diese wird empfohlen, und die Masernimpfung ist Verpflichtung wie in anderen Kindergärten auch“, so Fahn.

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„Wie reagieren eigentlich die Kinder auf dieses Leben im Wald“, wollte Sebastian Pauker (CSU) wissen.

Die Antwort der Referentin lautete: „Die Kinder sind unserer Erfahrung nach weniger krank, lösen Aufgaben mit einer höheren gemeinsamen Aktivität, haben ein sichereres motorisches Verhalten und ein recht umfangreiches Naturverständnis.“

Georg Lichtmannegger (UWE) sprach den allgemeinen Fachkräftemangel in Kindergärten und besonders im Bereich der Waldkindergärten an. Ebenso wollte er wissen, ob auch sogenannte Integrationskinder Aufnahme fänden. Zum Thema Integration verwies Fahn darauf, dass die Aufnahme für Kinder mit körperlichen Einschränkungen, beispielsweise mit einem Rollstuhl, aufgrund der Geländestruktur oft nicht möglich sei.

Lösung zu Betreuungspersonal, Grundstück und Trägerschaft in Sicht

Den Fachkräftemangel sehe sie ebenso, jedoch sei der Bedarf für Waldpädagogik auch ziemlich hoch.

Zur Bewerbersituation informierte der Bürgermeister: „Eine erste Bewerbung ist eingegangen, und es sieht nicht so schlecht aus, was weitere interessierte Bewerbungsvoranfragen von Fachkräften betrifft.“

Auch die Grundstücksrealisierung scheint machbar. „Ein privater Eigentümer hat seinen Grund schon angeboten, weitere haben angefragt, und Pfarrer Thomas Weiß kann sich das auf kirchlichem Grund auch gut vorstellen.“

Eine Lösung gibt es laut Reinthaler wohl auch bei der Trägerschaft für den Waldkindergarten. „Das ist ein Luxusproblem. Wir haben bereits zwei Angebote.“ (re)

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