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Klaus Kaufmann im Interview

Wasserburger Klaviersommer: Professionell und familiär zugleich

Klaus Kaufmann fand die Semesterferien seiner Studenten zu lang - und schon entstand der Wasserburger Klaviersommer.
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Klaus Kaufmann fand die Semesterferien seiner Studenten zu lang - und schon entstand der Wasserburger Klaviersommer.

Ab heute heißt es wieder "Bühne frei" für insgesamt 40 Tasten- und Gesangskünstler aus allen Teilen der Welt im Alter zwischen zwölf und 40 Jahren. Wir sprachen mit dem künstlerischen Leiter Klaus Kaufmann über sein Konzept und die besondere Atmosphäre des Wasserburger Klaviersommers.

Wie ist der Klaviersommer vor 13 Jahren entstanden?

Klavierspielen ist ein diffiziles Handwerk. Ich fand die dreimonatigen Semesterferien zu lang und wollte den Studenten und Studentinnen in dieser Zeit einen Kurs anbieten, bei dem sie sich intensiv mit ihrem Instrument beschäftigen können.

Was ist das Besondere?

Im Gegensatz zu anderen Kursen dieser Art haben die Teilnehmer in Wasserburg die Möglichkeit, zusätzlich zur Ausbildung tagsüber jeden Abend vor Publikum Konzerte zu geben. Besonders am Herzen liegt mir dabei die Mischung zwischen der hohen Professionalität der Musiker und der familiären Atmosphäre, die auch das Publikum spüren kann. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass eine Wettbewerbssituation entsteht, wie sie andernorts üblich ist.

In diesem Jahr ist China gleich mit zwei Orchestern vertreten. Wie kam es dazu?

Beim Kinderklaviersommer wird das Kinderorchester "Little Shell" auftreten, das bereits vor drei Jahren hier war und das Publikum begeistert hat. Allen hat es hier so gut gefallen, dass sie unbedingt wiederkommen wollten.

Das Gastspiel des Shenzhen Grand Theater Philharmonic Orchesters am 1. August hat sich erst relativ kurzfristig ergeben und wird deshalb auch als Sonderkonzert angekündigt. Wegen der Größe des Orchesters mussten wir vom Theater Wasserburg für diesen einen Abend in die Badria-Halle ausweichen. Der Kontakt kam über Hongjia Cui, den Dirigenten des Orchesters, zustande, der zugleich Solofagottist bei den Münchener Symphonikern ist. Die kurzfristige Organisation war ein kleiner Kraftakt, aber dafür haben nun die Teilnehmer erstmals die Gelegenheit, beim Wasserburger Klaviersommer mit einem Symphonieorchester aufzutreten.

Es fällt auf, dass Asien vor allem mit China und Japan sowohl bei den Pianisten als auch bei den Sängern besonders stark vertreten ist.

Tatsache ist, dass sowohl national als auch international bei Klavier und Violine die vier asiatischen Länder Japan, China, Taiwan und Südkorea die Szene dominieren. Beim Gesang sind es Südkorea und China, was auch an den Opernhäusern festzustellen ist. Interessanterweise gilt das vor allem für die Männer. Beim Klaviersommer werden unter anderem zwei hervorragende Sänger zu hören sein.

Bei nationalen Wettbewerben in Deutschland wie "Jugend musiziert" sind übrigens Musiker mit einem asiatischen Elternteil ebenfalls in der Überzahl. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Einstellung im Elternhaus eine andere ist. Es handelt sich hier ja um einen Hochleistungssport und deutsche Eltern legen mehr Wert auf eine breitgefächerte Förderung ihrer Kinder. Eine russische Kollegin hat die Situation in ihrem Land einmal folgendermaßen beschrieben: "Ah, du bist talentiert - Pech gehabt". Auch dort werden die jungen Talente also eher auf Erfolg gedrillt. Ein weiterer Punkt sind die Berufschancen. In Asien gibt es für Berufspianisten wesentlich mehr Arbeitsmöglichkeiten als in Europa. Daher entscheiden sich beispielsweise sehr talentierte Pianisten und Pianistinnen, die es in Deutschland durchaus gibt, eher gegen ein Musikstudium.

Der Kinderklaviersommer steht wieder auf dem Programm. Was erwartet das junge Publikum?

Mit dem Auftritt der erst zwölfjährigen Pianistin Jiain Li, die bereits am Mozarteum in Salzburg studiert, möchten wir den Kindern einerseits die klassische Musik nahebringen und ihnen andererseits die Möglichkeit geben, sich ein Bild vom Leben dieser jungen Chinesin zu machen. Zwischen den einzelnen Klavierstücken dürfen nach Herzenslust Fragen an Jiain Li gestellt werden. In einem zweiten Teil wird Jiain Li zusammen mit dem Kinderorchester "Little Shell" Werke der Klassik spielen. Interview: Petra Hölzle

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