Pro Verlegung des Sportplatzes Ramerberg: „Wir sollten die historische Chance nicht vertun“

Die zur Verfügung stehende Fläche (Mitte unten) in Zellereit: Gegenüber den Tennisplätzen würde der Sportverein Ramerberg gerne einen neuen Fußballplatz bauen.
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Die zur Verfügung stehende Fläche (Mitte unten) in Zellereit: Gegenüber den Tennisplätzen würde der Sportverein Ramerberg gerne einen neuen Fußballplatz bauen.

Eine öffentliche Sondersitzung wird im Herbst zeigen, wie und ob es weitergeht mit der Bauleitplanung für die geplante Verlegung des Fußballplatzes Ramerberg nach Zellereit. Befürworter und Gegner kämpfen um ihre Sicht der Dinge. Das sagt der Sportverein Ramerberg, der sich für eine Verlgung ausspricht.

Von Heike Duczek

Ramerberg –„Unser Verein hat keine Zukunft, wenn wir nicht eine Lösung finden“, sind Hans Weiderer, Andreas Niedermaier und Martin Berger vom Arbeitskreis Sportplatzbau im SV Ramerberg überzeugt. Sie machen sich Sorgen, dass der neue Gemeinderat vom Vorhaben, den Fußballplatz nach Zellereit zu verlegen, wieder Abstand nehmen könnte. Die SVR-Vertreter sprechen in diesem, aufgrund der neuen Mehrheitsverhältnisse möglichen Fall von einer „vertanen historischen Chance“.

Drei Sportanlagen an einem Platz vereint

Die Flächen, die gegenüber des Tennisplatzes in Zellereit zur Verfügung stehen würden, sind nach Meinung der drei Sportvereinsvertreter optimal für einen neuen Fußballplatz. Hier könnten nach dem Bau alle Sportaktivitäten der Gemeinde Ramerberg an einem zentralen Platz gebündelt werden: Tennisplätze (WSV Zellereit), Stockbahnen (Eisschützenclub Zellereit-Sendling) und Fußballplatz (SV Ramerberg). Hier gebe es die Chance, die Flächen für 30 Jahre kostenlos zu nutzen – ein Angebot von Dorfwirt Georg Esterer, dem Grundeigentümer. Zehn weitere Jahre, so wie in Ramerberg am bisherigen Standort, das sei einfach zu kurz gesprungen für einen Verein, betonten die drei Arbeitskreismitglieder. Der SVR erhalte nur dann Fördermittel für Investitionen vom BLSV, wenn er eine Sicherung des neuen Platzes für mindestens 25 Jahre ab Fertigstellung nachweisen könne. Sie erinnern daran, dass Ramerbergs verstorbene Bürgermeisterin Barbara Reithmeier schon vor 17 Jahren die Verlegung nach Zellereit unterstützt habe – . durch eine mögliche Änderung im Flächennutzungsplan.

Erweiterung und Modernisierung im Bestand nicht möglich

Denn eine Erweiterung und Modernisierung der Anlage in Ramerberg sei nicht möglich. Der Platz hat hier zahlreiche Nachteile, betont Berger. Er liege direkt an einer befahrenen Durchgangsstraße – eine gefährliche Situation, wenn der Ball auf die Straße springe und die Kinder hinterherjagen würden. Die Kabinen seien nur über einen Fußweg entlang der viel befahrenen Straße erreichbar, die ebenfalls nicht direkt am Platz liegenden Sanitäranlagen (etwa 300 Meter entfernt) und Umkleidekabinen erneuerungsbedürftig (es ist auch nur eine einzige Toilette vorhanden). Der Platz selber sei zudem uneben und habe ein ungünstiges Gefälle. „Kurzum: Für diese Anlage werden wir mittlerweile mitleidig belächelt“, unterstreicht Niedermaier den in den Augen des SV Ramerberg schlechten Zustand der Sportanlagen.

„Der Status quo ist eine Katastrophe.“

Der Verein mit seinem 490 Mitgliedern in zwei Abteilungen (Fußball und Tanzgruppe Hot Socks), der eine intensive Jugendarbeit betreibt, benötige jedoch eine Zukunftsperspektive. „Der Status quo ist eine Katastrophe. Wir brauchen einen Ersatz, sonst müssen wir langfristig gesehen zusperren“, sagt Weiderer.

Natürlich räumen auch die SV-Vertreter ein, dass der von ihnen bevorzugte neue Standort in Zellereit-Unterfeld an der Pfaffinger Straße ein paar Probleme hat. Die Zufahrt führe über eine Gemeindestraße – aber durch eine Siedlung. Ein reines Wohngebiet sei es jedoch nicht mehr, verweisen sie auf nach ihren Angaben vorliegende neue Einschätzungen. Aufgrund der Tatsache, dass hier auch die Firma Hain ansässig sei, handele es sich eher um ein Mischgebiet. Die Engstelle an der Zufahrt könne außerdem aufgeweitet werden, betont der SVR. Lärmschutzauflagen könnten erfüllt werden – etwa durch einen Wall im Bereich der Stockschützenanlage und der Tennisplätze.

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Nach Informationen des Vereins habe die Gemeinde bereits etwa 45.000 Euro ausgegeben, um den neuen Standort planungsrechtlich zu entwickeln. Dieses Geld sei verloren, kippe der neue Gemeinderat die Planung wieder. Einen anderen Standort gebe es in Ramerberg nicht. Es ständen schlichtweg keine Flächen zur Verfügung, auch die Kommune selber besitze sie nicht. Eine Sportanlage außerhalb des Dorfkerns von Ramerberg oder Zellereit – etwa im Bereich des neuen Gewerbegebietes – mache außerdem keinen Sinn, so Berger. „Ein Sportplatz muss da sein, wo die Kinder sind. Sie müssen zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen können.“

Pachtdauer von zehn Jahren ist zu kurz

Eine westliche Erweiterung am jetzigen Standort, so ein Kompromissvorschlag, sei ebenfalls nicht möglich. Die für eine Anpachtung angebotenen Grundstücke könnten die Abstandsflächen zur Wohnbebauung nicht einhalten. Schon 2003 sei ein solcher Versuch am massiven Widerstand von Anlieger gescheitert. Eine Pachtdauer von nur zehn Jahren mit Option auf Verlängerung und die Tatsache, dass nur fliegende Bauten erlaubt seien, würden keine Zukunftsinvestitionen zulassen. Die für eine Erweiterung am Standort ins Auge gefassten Flächen seien zudem Bauerwartungsland, das dem wachsenden Ort auf Dauer für andere Zwecke zur Verfügung stehen werde, prognostiziert der SVR. Er will weiter für den Umzug nach Zellereit werben.

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