Pro-Kopf-Verschuldung in Rott: 2223,07 Euro

Künftig werde jede Ausgabe der Gemeinde geprüft, ob sie wirklich notwendig sei, kündigte Bürgermeister Daniel Wendrock in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Rott an.
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Künftig werde jede Ausgabe der Gemeinde geprüft, ob sie wirklich notwendig sei, kündigte Bürgermeister Daniel Wendrock in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Rott an.

Geschäftsstellenleiter Maximilian Brockhoff stellte dem Gemeinderat in Rott die Jahresrechnung von 2019 vor und gab eine Übersicht für 2020. Der Gesamthaushalt betrug 2019 14,4 Millionen. Für die Zukunft kündigte Bürgermeister Daniel Wendrock Sparmaßnahmen wegen aktuell angespannter Kassenlage an.

Von Richard Helm

Rott – Geschäftsstellenleiter Maximilian Brockhoff erklärte: Auf den Verwaltungshaushalt entfielen 8,4 Millionen. Dazu gehören die jährlich wiederkehrenden Steuern, Zuweisungen anderer öffentlicher Stellen und Gebühren sowie die fortdauernden Ausgaben, wie Personal- und Sachkosten, Energiekosten, Versicherungsbeiträge, Umlagen und Kreditzinsen.

Zwei Millionen Euro Gewerbesteuer

Größte Posten auf der Einnahmenseite ist die Gewerbesteuer mit zwei Millionen und die Beteiligung an der Einkommenssteuer mit 2,6 Millionen Euro.

Bei den Ausgaben sind die Personalkosten von 1,4 Millionen und die Kreisumlagen von zwei Millionen die Spitzenreiter. Der Vermögenshaushalt in Höhe von sechs Millionen Euro enthält Ausgaben der Gemeinde, wie etwa die Ausgaben für den Straßenbau oder den Erwerb von Grundstücken oder Einnahmen aus dem Verkauf von Grundstücken.

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Die erforderlichen Mittel erhielt der Vermögenshaushalt 2019 vom Verwaltungshaushalt mit 1,5 Millionen, aus den Rücklagen mit einer Million und aus Kreditaufnahmen von 2,8 Millionen Euro. Damit wurden erste Zahlungen für den Neubau Schule und Hort mit 775 000 geleistet.

Weitere große Posten waren der Kanalbau im Leitenfeld mit 275 000, der behindertengerechte Ausbau des Friedhofs mit 173 000 und der Erwerb von Grundstücken mit 3,5 Millionen Euro. Kredite wurden in Höhe von 420 000 getilgt. Zum Jahresende 2019 betrug der Schuldenstand der Gemeinde neun Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2 223,07 Euro entspricht.

Den Rücklagen musste die Gemeinde eine Million entnehmen. Damit hat die Gemeinde noch Rücklagen in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Zudem stehen 611 000 Euro aus Bausparverträgen zur Verfügung. 2019 musste die Gemeinde den eingeräumten Kassenkredit nicht in Anspruch nehmen.

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In 2020 sehe es bis jetzt eher düster aus, so Brockhoff. Von den im Verwaltungshaushalt angesetzten Einnahmen in Höhe von knapp acht Millionen konnten bis dato nur 5,3 Millionen Euro verzeichnet werden. Der größte Einnahmeposten der Einkommenssteuerbeteiligung war nach drei von vier Steuerterminen mit 1,4 Millionen unter dem Ansatz, die Umsatzsteuerbeteiligung ist derzeit um 260 Tausend weniger als kalkuliert.

Kassenlage angespannt

Ein Trostpflaster sind die derzeit um rund 550 000 höher als veranschlagten Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Das veranlasste Bürgermeister Wendrock festzustellen, dass zukünftig jede Ausgabe geprüft werden müsse, ob sie wirklich notwendig sei. Schon jetzt sei es so, dass die Kassenlage angespannt ist und sie sich bis zum nächsten Steuertermin im November strecken müsse. Und die eingehenden Steuereinnahmen müssten reichen bis zum nächsten Steuertermin im Februar. Der Kassenkredit musste noch nicht in Anspruch genommen werden.

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