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PORTRÄT

Manfred Reithmeier aus Ramerberg – mit Leib und Seele Feuerwehrmann

Was für eine Aussicht: Ramerbergs langjähriger und jetzt ehemaliger Feuerwehrkommandant Manfred Reithmeier besichtigt mit seiner Tochter Martha die vier baugleichen Löschfahrzeuge für vier Gemeinden aus der Region.  Thomas Kirchgraber
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Was für eine Aussicht: Ramerbergs langjähriger und jetzt ehemaliger Feuerwehrkommandant Manfred Reithmeier besichtigt mit seiner Tochter Martha die vier baugleichen Löschfahrzeuge für vier Gemeinden aus der Region.

Manfred Reithmeier wusste schon als Kind, „ich will Feuerwehrmann werden“. Der Ramerberger war zwölf Jahre Kommandant bei den Floriansjüngern in seinem Heimatort. Jetzt hörte er aus persönlichen Gründen auf.

von Andrea Klemm und Thomas Kirchgraber

Ramerberg – „Ich war erst neun, da hatte ich meinen ersten Einsatz.“ Der fast 47-Jährige muss schmunzeln. Weil sein Papa, der Fritz Reithmeier, der früher auch schon Kommandant in Ramerberg war, keinen hatte, der auf seinen Spross aufpassen konnte, durfte er mit zum Einsatz, der Bub.

Seit über 20 Jahren bei der Berufsfeuerwehr

Zwölf Jahre war er nun selbst Kommandant in Ramerberg und hat sich nun aus persönlichen Gründen zurück gezogen. Feuerwehrler bleibt er trotzdem – sogar hauptberuflich bei der Berufsfeuerwehr in München, wo er seit über 20 Jahren Teil des Teams ist.

Freilich habe er schon viele brenzlige und gefährliche Situationen bei Einsätzen erlebt. Manfred Reithmeier ist auch Rettungssanitäter und fährt den Notarztwagen.

Beim Amoklauf im OEZ vor Ort gewesen

Zehn Menschen starben am 22. Juli 2016, als ein 18-jähriger Schüler im Münchner Olympia-Einkaufszentrum zum Amokläufer wird und um sich schießt.

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„Ich war einer der drei Notarztwagenfahrer“, berichtet er nüchtern.

Näher ins Details gehen möchte er nicht. Von der brennenden Mülltonne bis zum Großbrand, von der Baby-Reanimation bis zum eingeklemmten Schwerstverletzten – und der Schießerei im OEZ habe er alles schon erleben müssen.

„Um das alles zu verarbeiten, setzt du dich nach dem Einsatz mit deinen Kollegen auf ein Bier hin und redest darüber. Manchmal braucht es auch schwarzen Humor, um das Ganze zu dapacken“, sagt er. Man werde demütiger, wenn man schwere Stunden anderer Menschen erlebe und jammere nicht mehr so viel über eigene Problemchen.

Neuer Kommandant: Sebastian Wachter

Nun hat er sein „Baby“, die Freiwillige Feuerwehr Ramerberg, an seinen Nachfolger im Amt, Kommandant Sebastian Wachter übergeben. Ihm war es wichtig, dass Wachter ein engagiertes Team vorfindet – und, dass die Ausrüstung gut da steht.

Dafür hat er in seiner Amtszeit sehr viel für die Feuerwehr auf die Füße gestellt.

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Der gebürtige Ramerberger hat die Stärke der Mannschaft von 45 auf 70 Aktive erhöht, den Kauf eines Feuerwehr-Löschfahrzeugs von der Berufsfeuerwehr München organisiert, 2012 ein neues Mehrzweckfahrzeug angeschafft und im Jahr 2014 die Ersthelfer-Gruppe ins Leben gerufen, die unter der Leitung von Angelika Steffinger tolle Arbeit leistet.

Viel Zeit für das Löschfahrzeug

„Besonders die Beschaffung des neuen Löschfahrzeugs vor zwei Jahren hat wahnsinnig viel Zeit in Anspruch genommen“, erzählt der Mane, „weil wir vier Feuerwehren aus der Region unter einen Hut gebracht haben und vier identische Feuerwehrautos bestellen konnten – mit entsprechenden Rabatten.“

Stolz ist Reithmeier auf den hohen technischen Standard der Ausrüstung. Auch bei der Brandhilfe sei man sehr gut aufgestellt. „Ich habe immer besonders darauf geachtet, dass unsere Leute die Technik auch gut bedienen können, weshalb der Ausbildungsstand unserer Mannschaft entsprechend hoch ist.“

12 Jahre Kommandant in Ramerberg

Schon 1988 schloss sich Reithmeier der Feuerwehr an und erinnert sich noch an seinen allerersten Einsatz: „Aus ganz junger Feuerwehrler war ich bei der Beerdigung von Franz-Josef Strauß in Rott dabei.“

Bald stieg er zum Gerätewart auf und gründete 1996 eine eigene Jungendabteilung in der Wehr Ramerberg , die er acht Jahre lang leitete, bevor er 2007 das Amt des Ersten Kommandanten übernahm.

Manfred Reithmeier brachte allerdings auch beste Voraussetzungen für seinen Job mit. Vor 21 Jahren heuerte er bei der Berufsfeuerwehr München an und ist dort gegenwärtig als Beamter zuständig für das Fahrzeugwesen als Fahrzeugmeister und die Ausbildung in der Feuerwehr-Wache Ramersdorf. Zudem ist er Ausbilder für technische Hilfeleistungen und Brandbekämpfung.

Ehefrau Inga hält ihm den Rücken frei

Von dieser Kompetenz profitierten natürlich die Mitglieder der Truppe in Ramerberg all die Jahre lang. Jeden Monat wurde unter seiner Leitung eine Übung für alle Aktiven abgehalten, Übungen für Ersthelfer sowie Schulungen für Atemschutz und Maschinisten – die Jugend wurde noch extra unterwiesen.

Für sein doppeltes Engagement in Ramersdorf und Ramerberg hat der Brandinspektor – so lautet Manfred Reithmeiers offizieller Titel – viel Unterstützung erfahren durch die damalige Kreisbrandinspektion und die Gemeinde Ramerberg, um das Einverständnis der Stadt München zu erlangen.

Er hat zwei kleine Töchter

Reithmeier bedankte sich bei allen Aktiven der Feuerwehr Ramerberg, für die fleißige Zusammenarbeit und den guten Zusammenhalt in den letzten zwölf Jahren: „Gemeinsam haben wir viel erreicht, gelernt und in Not geholfen.“

Vor lauter Feuerwehr – blieb und bleibt da noch Zeit für die Familie? Seine Reithmeiers Frau Inga hält ihm den Rücken frei und hütet daheim die Kinder Martha (5) und Rosalie (7), wenn er ausrücken oder arbeiten muss. „Meine Familie ist mein Halt. Wenn es daheim nocht so gut passen würde, wäre das alles gar nicht möglich“, sagt der Mane.

Mit Coonhound und Labrador in den Wald

Sein Ausgleich ist das „Jagern“. Auch seine Frau Inga hat den Jagdschein und begleitet ihn. Manchmal nimmt er die Kinder mit. Nicht unbedingt zur Pirsch, aber natürlich zum Rehe oder Fasane füttern im Winter. Oder wenn er Revierarbeiten zu machen hat. „Die Kinder wuseln an der Jagdhütte herum und spielen, während ich beispielsweise einen neuen Jägerstand baue.“

Mit dabei sind natürlich Winni, der Labrador, der sich über Nachsuche am oder im Wasser besonders freut. Und Coonhound Franz-Josef, mit dem seine Frau Inga viel trainiert. So schafft es die Familie, auch im Wald miteinander Zeit zu verbringen.

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