Planungen für Personalbau am Bezirksklinikum sorgen für Verriss

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Wasserburg und die Welt – Die Planung des neuen Personal-Wohnhauses für das Bezirkskrankenhaus Gabersee stößt im Bauausschuss Wasserburg auf wenig Gegenliebe.

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ stellt nach einer Umfrage die Idee einer Brücke über die Kapuzinerinsel vor. Was vor 25 Jahren in der Zeitung stand – eine Auswahl.

Wasserburg – „Die Grundrisse beziehungsweise Raumgrößen erscheinen dem vorgesehenen Zweck nicht angemessen.“ Wenn der Bauausschuss der Stadt Wasserburg so eine Formulierung gebraucht, handelt es sich um einen gnadenlosen Verriss: Den bekam jetzt ein geplantes Personal-Wohnhaus für das Bezirkskrankenhaus Gabersee. Sowohl über die Fassadengestaltung als auch über einige Wohnungsgrundrisse schüttelten die Stadträte den Kopf: Schlafzimmer die nur über andere Wohnräume erreichbar sind, Kinderzimmer mit weniger als acht Quadratmetern, die in Richtung Bundesstraße zeigen, kein Keller. „Ist denn so etwas heute noch zu vermieten?“, frage sich da Peter Stenger.

Diese Aufregung nicht verstehen kann Klaus Schedel, der den Plan entworfen hat. Er hält die Gestaltung mit „Wohnhof“ an der Nordseite und Garten im Süden für geradezu klassisch. Die gesamte Planung sei in Absprache mit dem Personalrat geschehen. Franz Reich als Personalratsvorsitzender will sich jedoch den schwarzen Peter auf keinen Fall zuschieben lassen. Man habe mit dem Architekten die Wohnungsgröße grundsätzlich abgesprochen. Doch das was nun vorgelegt sei, „das wollten wir so nicht“.

„Schnell, oft und direkt“, so stellt sich der Fahrgastverband „Pro Bahn“ die Zukunft des Filzenexpresses auf der Strecke Wasserburg – München vor. Die statistischen Daten für die Vorstellungen der Fahrgäste hat „Pro Bahn“ anhand einer umfassenden Befragungsaktion ermittelt. Neben den Wünschen nach einer besseren Ausstattung der Züge und ansprechenderen Bahnhöfen stand immer wieder die Forderung nach schnelleren Verbindungen und Taktanschlüssen im Vordergrund. In diesem Zusammenhang stellt „Pro Bahn“ eine Idee vor, die im Laufe der Studie immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Sollte die Bahn wirklich in der Altstadt losfahren, müsse man sich Gedanken darüber machen, möglichst vielen Bewohnern einen kurzen Weg zum Bahnhof zu bieten. Um die südlichen Stadtteile näher an den Bahnhof zu rücken, wurde das Konzept „Kapuzinerbrücke“ diskutiert. Die Ausführung gestalte sich dabei einfacher als zuerst angenommen, erklärt Bernd Meerstein. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund drei Millionen Mark.

Weitere Meldungen im September 1995

München – Mit einer bislang beispiellosen Massendemonstration deutscher Christen haben in München rund 30 000 Menschen gegen das Karlsruher Kruzifix-Urteil und für Kruzifixe in den Klassenzimmern demonstriert. Ministerpräsident Edmund Stoiber bekräftigte unter großem Beifall die Absicht der Staatsregierung, noch in diesem Jahr ein neues Gesetz durch den Landtag zu verabschieden, das die Verpflichtung beinhalten soll, „in jedem Klassenzimmer ein Kreuz anzubringen“.

Brest – Genau 103 Tage und rund 500 000 Ruderschläge nach seinem Aufbruch von der US-Ostküste hat Joseph Le Guen in einem Einmann-Ruderboot den Atlantik überquert und den europäischen Kontinent erreicht. Der Franzose ist der erste rudernde Postbote, der Briefe zwischen Amerika und Frankreich befördert. Die 2700 Sendungen, die in Chatham in Massachusetts abgestempelt wurden, werden für einen wohltätigen Zweck verkauft.

Göttingen – Seit Ausbruch des Krieges im früheren Jugoslawien und dem Fall der Grenzzäune in Ost- und Südosteuropa ziehen immer mehr große Tiere wie Bären, Wölfe, Luchse oder Elche in den Westen. In den betroffenen Gebieten sei das Auftauchen von Wolf und Bär bei den Menschen erfreulicherweise auf große Akzeptanz gestoßen, so der Wiener Professor Hartmut Gossow. Das gelte jedoch nicht für den Luchs: „Warum die Menschen ihn nicht mögen, weiß ich nicht.“

Bonn – Wer ab Januar eine Telefonzelle betritt, steht praktisch in der Gebührenfalle der Telekom. Der Verband der Postbenutzer wies darauf hin, dass nach der Telefon-Gebührenreform in den Zellen eine Taktgebühr von 20 Pfennig gelte. Von Hausanschlüssen könne dagegen für zwölf Pfennig pro Zeiteinheit telefoniert werden. Damit sei das Telefonieren aus der Zelle 67 Prozent teurer.

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