Planung für Fliederstraße geht weiter: Diskurs um Details

Die Fliederstraße in Haag soll bebaut werden. Über die Ausgestaltung von Details ist der Gemeinderat nicht ganz einig.
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Die Fliederstraße in Haag soll bebaut werden. Über die Ausgestaltung von Details ist der Gemeinderat nicht ganz einig.

In die trostlos wirkende Fliederstraße soll Leben kommen. Eiineinhalb Stunden beschäftige sich der Bauausschuss des Haager Gemeinderats ausgiebig mit der geplanten Bebauung an der Straße. Doch dann fiel der einstimmige Beschluss, mit einer erneuten Auslegung in der Planung weiter zu machen.

Von Ludwig Meindl

Haag – Auf das Areal am Lagerhaus vor der B12 im Haager Norden sollen drei Mehrfamilienhäuser und zwei Doppelhaushälften gebaut werden. Für die Doppelhaushälften konnte die Gemeinde das neue „Einheimischenmodell“ geltend machen. Zu einem Streit entzündete sich in der Sitzung der Antrag von Christine Huber (Die Grünen), fossile Energien für die Heizungen auszuschließen. Zweiter Bürgermeister Stefan Högenauer, der die Sitzung leitete, erinnerte an den Grundsatzbeschluss vom 21. Januar dieses Jahres, mit dem der Gemeinderat abgelehnt hatte, künftig nur regenerative Energien auf Baugebieten zuzulassen.

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Für die drei großen Gebäude sind zentrale Pelletheizungen vorgesehen, für die zwei Doppelhäuser steht die Entscheidung noch aus. Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) vermutete, der Grundsatzbeschluss habe nur Oberndorf gegolten. Dem widersprach Eva Rehbein (SPD): „Der gilt allgemein für Haag.“ Der aktuelle Antrag richte sich gegen eine bereits getroffene Grundsatzentscheidung. Klaus Breitreiner (CSU) befürchtete, den Nutzern des Einheimischenmodells könne regenerative Energie zu teuer werden. PWG-Chef Josef Hederer verwies auf den Widerspruch: „Vor dem Antrag muss der Grundsatzbeschluss erst aufgehoben werden.“

Was ist mit der Schallschutzwand?

Die Entscheidung für den Ausschluss fossiler Energien fiel mit sechs gegen drei Stimmen unter Vorbehalt einer Prüfung der Beschlusslage durch die Verwaltung.Umstritten blieb die Schallschutzwand. Es gäbe auch andere Maßnahmen gegen den Lärm von der Straße, so Bauamtsleiter Andreas Grundner. Ob sich alle Bewohner für die Wand aussprechen müssten, wollte Dritter Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG) wissen. Es gäbe partielle Lösungen, so Högenauer. Lärmschutzwände hätten jedoch nur einen psychologischen Effekt. Kurze seien von Haus aus in ihrer Wirkung beschränkt. Es blieb bei der Option, die im Plan festgehalten ist.

Trafostation – kann die weg?

Eine neue Trafostation mit entsprechender Kabeltrasse forderten die Haager Kraftwerke im Rahmen der Befragung der Träger öffentlicher Belange an. Sie seien an der Zeitplanung zu beteiligen. Nach aktuellem Stand wird laut Zweitem Bürgermeister Högenauer die Station nicht mehr gebraucht, da die gewerbliche Bebauung im nördlichen Bereich noch nicht gewährleistet sei.

Ungeklärt sei momentan der Standort: „Der Trafo muss da sein, wo er gebraucht wird.“ Dagegen forderte Herbert Zeilinger (WfH) eine „vernünftige Planung“ mit Berücksichtigung der Station. Es gelte zu vermeiden, dass er als unnötig abgetan wird, dann aber doch gebraucht werde „und wieder alles aufgerissen werden muss“.

Flächen effizient nutzen

Die Regierung mahnte Flächensparen und „effizienten Umgang mit Siedlungsflächen“ an. Innenentwicklungspotential von Haag und demografische Entwicklung sollten geprüft werden. Damit habe man sich im Flächennutzungsplan ausgiebig befasst, sagte Högenauer. Die Grunddaten lägen vor und seien noch einzuarbeiten. Zum Bodengutachten verlangte das Landratsamt Aussagen zu Altlasten. Sie seien nicht nachgewiesen, so Högenauer.

Weitere Anregungen wurden vom Wasserwirtschaftsamt zu Starkniederschlägen aufgenommen, vom Bauernverband zu den Emissionen aus landwirtschaftlichen Betrieben, vom Landratsamt zum Schallschutzgutachten, zur Freiflächengestaltung und zur Müllentsorgung.

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