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Ein Pianist, zu Hause auf dem Ozean

Haag - Mit einem einstündigen Ein-Mann-Stück brillierte Hansi Anzenberger im Haager Pfarrheim.

Nach der Ludwig-Thoma-Lesung zu Weihnachten trat der geborene Haager nach Abschluss seiner Schauspielschule in Salzburg an seinem Heimatort erstmals als Schauspieler auf.Spärlich blieb die Kulisse, die Hansi Anzenberger nachmittags aufgebaut hatte: ein Podium, ein weißes Schiffchen. Wichtigste Requisite war seine Klarinette. Deren lang gezogener Ton kündigte den Beginn des ungewöhnlichen Ein-Mann-Schauspiels an, das an zwei Abenden im ausverkauften Pfarrsaal zu sehen war.

«Novecento» heißt die Legende eines ungewöhnlichen «Ozeanpianisten», einem Klassiker für solistischen Auftritt. Hansi Anzenberger erzählte die Geschichte von einem Findelkind, das 1900 geboren und in einer Zitronenschachtel auf dem Piano des Luxusdampfers «Virginian» gefunden wurden - deshalb der Name «Novecento».

Der Bub wuchs auf dem Schiff auf, widmete sich dem Piano und ging zeitlebens nicht von Bord: «Der Ozean war sein Zuhause.» Kurios verlief die Geschichte, die das erstaunte Publikum dem Bühnennachwuchstalent von den Lippen abzulesen schien. Der verpflichtete keinen, ihm die ganze Geschichte zu glauben, und räumte verschmitzt ein: «Ich würde es auch nicht glauben.»

Hansi Anzenberger, in seiner offiziellen Webseite inzwischen Johann Anzenberger, tat einst seine ersten Schritte auf der Bürgersaalbühne unter der Regie von «Haager-Bühne»-Gründer Erwin Kohl als Kinderstar. Schon damals konnte er Groß wie Klein begeistern. Im nahen Ramsau bei der Trachtenblaskapelle erlernte er das Klarinettenspiel. Die Klarinette nahm er nach Salzburg mit, wo er «fleißig übte» und Klassik einstudierte, um dann auf Jazz umzusteigen.

Eine Premiere bedeutete der außergewöhnliche «Einakter» auf dem Pfarrheimpodium nicht nur für das Haager Publikum, das wohl zum Teil auch aus Neugierde kam. Auch Hansi Anzenberger ging mit anderen Gefühlen als sonst auf die berühmten «Bretter, die die Welt bedeuten». Jedes Gesicht, das er vom Podium aus anschaute, schien ihm bekannt. Da befiel auch den Schauspielprofi das, was er sonst nicht kennt, Nervosität: «Ich war direkt ein bisserl aufgeregt.» xy

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