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Nächster Teil der Serie

Pfiat di Altlandkreis – 50 Jahre Gebietsreform: In Steppach gab‘s selten „trockene Luft“

Nach der letzten Gemeinderatssitzung in Steppach stößt der damalige Bürgermeister Michael Huber (links) mit Gemeinderäten auf eine erfolgreiche Zukunft an.
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Nach der letzten Gemeinderatssitzung in Steppach stößt der damalige Bürgermeister Michael Huber (links) mit Gemeinderäten auf eine erfolgreiche Zukunft an.

Pfiat di Altlandkreis: Vor 50 Jahren war Kommunalpolitik in Steppach Männersache. Oft waren die Sitzungen des Gremiums mehr ein feucht-fröhlicher Stammtisch.

Wasserburg/Edling – Acht Gemeinderäte und der Bürgermeister, das war 1971 vor der Gebietsreform das kommunale Entscheidungsgremium für die offiziellen Belange der damaligen Noch-Gemeinde Steppach. Frauen fehlten damals in der Kommunalpolitik. Und so lief zu damaliger Zeit so manche Gemeinderatssitzung gelegentlich mehr in Form eines Stammtischgesprächs ab und gegen die ‚trockene Luft‘ im Raum wurden nicht selten auch die gängigen Abwehrmittel eingesetzt.

Steppach baute die Straßen aus

Steppach selbst, bekannt wegen seiner Grabhügel bei Brandstätt aus der Zeit zwischen 1000 und 600 vor Christus und anderer Erd-Denkmäler, wie zum Beispiel einem Stück Römerstraße, widmete sich damals hauptsächlich dem Staßenbau. Etwa 600 Einwohner in 18 weitverzweigten Ortsteilen wollten bequemer und besser erreichbar sein, und so konnte 1965 die Gemeindeverbindungsstraße von Utzenbichl nach Albaching gebaut werden, 1968 kam die die Verbindung Untersteppach - Rudering dazu.

1969 wurde schließlich mit dem Bau der Straße von Brandstätt in Richtung Pfaffing begonnen, einer vier Kilometer langen und 500000 Mark teuren Strecke. Ein Drittel der Kosten musste die kleine Gemeinde selbst aufbringen. Aber auch die Feuerwehr kam damals zu ihrem Recht. Vor dem Anschluss an Edling am 1. April 1971 wurde noch ein neues TSF-Fahrzeug sowie diverses Ausrüstungsmaterial beschafft.

Diese Eingemeindung geschah noch in der freiwilligen Phase der Gebietsreform, in der noch gar nicht sicher war, wie mit dem damaligen Landkreis Wasserburg endgültig verfahren würde. Es herrschte also in mehrfacher Hinsicht Ungewissheit über Verwaltungswege und Zuständigkeiten.

In der letzten Sitzung vor der Beendigung der Eigenständigkeit scheint allerdings auf eine erfolgreiche Zukunft angestoßen worden zu sein. Das persönliche Bildmaterial des damals ebenfalls anwesenden Vertreters des Wasserburger Landratsamts, Herbert Martin, zuständig da unter anderem auch für die Amtskasse und die öffentliche Sicherheit, beweist zumindest, dass das damalige Gemeindeoberhaupt, Bürgermeister Michael Huber, seine Gemeinderäte bei der Sitzung nicht verhungern oder verdursten ließ.

Für den Buchhalter gab es eine halbe Sau

Dass damals in Steppach auch gespart wurde, wo es ging, davon zeugen die Erinnerungen von Herbert Martin, der in seiner 20-jährigen Tätigkeit für den Landkreis Wasserburg, unter anderem im Kommunalreferat, in engem Kontakt zu den Kommunen im Wasserburger Umland stand. Da es auch damals natürlich schon nötig war, für eine geordnete Buchführung zu sorgen, kam der Steppacher Bürgermeister auf die Idee, sich dieser Arbeit am besten dadurch zu entledigen, dass er den für die Kasse im Landratsamt mit zuständigen Herbert Martin bat, diese Arbeit für seine Gemeinde nebenbei zu erledigen – natürlich in dessen Freizeit.

Geld gab’s für den fleißigen Freizeitbuchhalter dafür aber nicht, denn das hätte ja offiziell verrechnet werden müssen, dafür aber gelegentlich als Entschädigung für die Mühen eine halbe Sau. Diese landete dann zum Leidwesen der Ehefrau am Stück auf deren Küchentisch und musste selbst zerteilt und portioniert werden.

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