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Vierbeiner auf Staatsstraße unterwegs

Wilde Flucht nach Wasserburg - Pferd Nico hält Polizei in Atem

Ausreißer Nico schaut aus, als könnte er kein Wässerchen trüben.: Privat
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Ausreißer Nico schaut aus, als könnte er kein Wässerchen trüben.
  • VonLars Becker
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Ein Pferd hielt Verkehrsteilnehmer und Polizei in Wasserburg in Atem. Die Besitzerin verrät die Hintergründe.

Wasserburg – Nico hat seine wilde Flucht auf der Staatsstraße nach Wasserburg offenbar bestens verkraftet. „Er schaut schon wieder vergnügt aus“, berichtet die Besitzerin, die nicht namentlich genannt werden möchte, auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Er ist offenbar ganz froh, dass er wieder daheim ist.“ Kein Wunder, schließlich hat das Pferd eine wahrlich einmalige Odyssee hinter sich.

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Alles begann am Dienstagvormittag mit einer ruhigen Kutschfahrt. Wie so oft „chauffierte“ Nico seine 63-jährige „Chefin“ in Alteiselfing in einem zweirädrigen Pferdefuhrwerk, einem sogenannten Sulky, durch die Gegend.

Plötzliche Wende und Sturz aus dem Sulky

„Wir waren schon fast zu Hause, nur noch 100 Meter von der Hofeinfahrt entfernt. Dann hat Nico blitzartig gewendet und dabei ist der Sulky gekippt“, berichtet Nicos Besitzerin.

Dabei fiel die 63-Jährige aus ihrem Gefährt. Als der Anhänger über sie rollte, schützte sie sich geistesgegenwärtig mit ihren Beinen. So blieb sie von schweren Verletzungen verschont.

Nico war in Panik. Er flüchtete vom Unfallort und zog den Sulky noch eine Weile hinter sich her. Nach kurzer Zeit löste sich der Halteriemen des Anhängers. Jetzt stürmte das Pferd auf der Staatsstraße 2092 in Richtung Wasserburg.

Drei Kilometer galoppierte Nico

Um die drei Kilometer galoppierte Nico – glücklicherweise ohne Kollisionen mit Autos, Zweirädern oder Fußgängern – geradeaus bis in die Watzmannstraße von Wasserburg.

Dort, im Ortsteil Burgerfeld, in unmittelbarer Nähe zum Inn, stellte sich eine mutige Münchnerin dem außergewöhnlichen Flüchtling in den Weg. Beherzt hielt die 29 Jahre alte Frau das Pferd fest und beruhigte es bis zum Eintreffen der Polizei.

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„Es hatte natürlich mehrere Anrufe zu der Flucht des Pferdes bei uns gegeben. Wir sind dann mit mehreren Streifenwagen zum Einsatzort gefahren“, erklärte ein Sprecher der Polizeiinspektion Wasserburg.

Die Beamten vor Ort leiteten zunächst Suchmaßnahmen nach der Besitzerin des Pferdes ein. Diese wurde schließlich ausfindig gemacht – und so auch die Ursache der wilden Flucht aufgeklärt.

Weil sich Nico bei der wilden Flucht verletzt hatte, wurde auch eine Tierärztin angerufen. „Wir sind sofort mit dem Pferdeanhänger hingefahren und fanden ein stark schwitzendes und verängstigtes Tier vor. Es hatte mehrere Schürfwunden. Also haben wir erst einmal Schmerzmittel gespritzt“, schildert Tierärztin Melanie Grüter auf Nachfrage.

Später durfte Nico dann zurück zum heimischen Hof. Er hat sich zwar an einem Hinterbein nach Angaben der Besitzerin eine „tiefere Fleischwunde“ zugezogen, aber schon am Tag nach seiner Flucht habe ihr Liebling nicht einmal mehr gehumpelt. Deshalb ist Tierärztin Melanie Grüter sicher: „Er wird wieder ganz gesund.“ Auch Nicos Besitzerin ging es am Tag danach bis auf den Schreck wieder „ziemlich gut“. Der Sulky habe zwar einen Achter, der lasse sich aber sicher irgendwie reparieren.

Außergewöhnlicher Einsatz für Polizei

Laut der Wasserburger Polizei habe das Pferd zwar für eine Menge Aufregung bei den betroffenen Anwohnern und Verkehrsteilnehmern gesorgt, aber ansonten offenbar keine weiteren Schäden verursacht. Der „Fall Nico“ sei aber schon ein außergewöhnlicher Einsatz gewesen: „Zum Glück ist alles so glimpflich abgegangen.“

Was die spektakuläre Flucht von Nico genau ausgelöst hat, konnte seine Besitzerin auch am Tag danach nicht sicher sagen. Ein möglicher Anhaltspunkt: An der Stelle, an der ihr Pferd plötzlich durchging, stehen verschiedene Maschinen vor einem Hof. „Ich reite, seit ich 16 bin. Ich fahre mit Pferden, seit ich 20 bin. Aber so etwas ist zuvor noch nie passiert“, erzählt die 63-Jährige. „Irgendwas war Nico an diesem Tag unheimlich. Man kann halt nicht in ein Pferd reinschauen.“

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