ABSCHIEBUNG DROHT

Petition für Sarwar aus Pakistan unterstützen schon über 2200 Bürger

Sarwar Muhmmad und seine Chefin Martina Fischer hoffen, die Abschiebung verhindern zu können.
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Sarwar Muhmmad und seine Chefin Martina Fischer hoffen, die Abschiebung verhindern zu können.
  • Marina Birkhof
    vonMarina Birkhof
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Viel Unterstützung bekommen die Wirtsleute vom „Fischerstüberl“ in Wasserburgs Stadtteil Attel für ihren Kampf gegen die Abschiebung von Küchenhelfer Sarwar aus Pakistan.

Wasserburg – „Wir möchten, dass Sarwar bleibt“. Dieser Satz ziert eine Petition, die Martina Fischer ins Leben gerufen hat. Ihrem Mitarbeiter droht, wie berichtet, die Abschiebung. Die Wirtsleute vom „Fischerstüberl“ in Attel wollen das verhindern und bekommen dabei viel Mut machende Unterstützung – unter anderem über eine Online-Petition. Über 2200 haben schon unterschrieben.

Seit 2019 ist Sarwar Muhmmad fester Bestandteil der Küche des „Fischerstüberls“ und hat sich zu einer unverzichtbaren Arbeitskraft entwickelt. Der Pakistani kam als Wirtschaftsflüchtling vor mehr als fünf Jahren nach Deutschland, hat sich hier integriert, verliebt, eine feste Arbeitsstelle gefunden und wohnt in einer WG in Edling. „Hier ist meine Heimat“, sagt er.

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Drum sorgt das Schreiben der Behörden an Sarwar mit der Aufforderung, seinen Pass bis 18. Februar abzugeben, für große Aufregung im Team. Denn Sarwar drohe danach jederzeit die Abschiebung in sein Heimatland Pakistan, weil er kein politisch Verfolgter sei.

Das Grundproblem, so mutmaßt Fischers Sohn Matthias Eggerl, liege nicht bei den Abschiebebehörden oder der Ausländerbehörde des Landratsamts, sondern an höherer Stelle der Politik. „Die Verfahren dauern viel zu lange. Engagierte Flüchtlinge, die sich integrieren wollen haben, sich nach wenigen Jahren hier selbstständig eine Bleibeperspektive geschaffen. Und plötzlich sollen sie zurück? Dabei weiß die Behörde doch gar nicht, was für ein Mensch hinter dem Einzelschicksal steht.“

Ziel: Duldung mit Arbeitserlaubnis

Die Wirtsleute wollen sich mit dem Problem der Abschiebung an die Härtefallkommission im Landtag wenden. Auch deshalb haben sie eine Online-Petition ins Leben gerufen. Das Ziel: Im Idealfall erreichen, dass Sarwar eine Duldung mit Arbeitserlaubnis bekommt. Die Petition ist seit dem 24. Januar online.

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