Per Mausklick in die Bürgerversammlung Rott

Live aus dem Stechl-Saal präsentierte und moderierte heuer Bürgermeister Daniel Wendrock erstmals die Bürgerversammlung online.
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Live aus dem Stechl-Saal präsentierte und moderierte heuer Bürgermeister Daniel Wendrock erstmals die Bürgerversammlung online.

Bürgermeister Daniel Wendrock präsentierte souverän wie ein Nachrichtensprecher die Nachrichten seiner Gemeinde erstmals online. Über zwei Stunden sendete er live aus dem menschenleeren Stechl-Saal in Rott und und stellte sich anschließend den Fragen der Bürger, die parallel im Live-Chat eingegangen waren.

Von Richard Helm

Rott– Die erste Bürgerversammlung online ging ihm leicht von der Hand. Wie ein Profi-Nachrichtensprecher verkündete er Nachrichten aus der Gemeinde – und stellte sich darüber hinaus noch den Fragen mancher Zuhörer, die den Livestream auf Youtube mitverfolgten.

Wendrock warnte und mahnte bei den knapper werdenden finanziellen Spielräumen. Die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum liege ihm jedoch am Herzen. Er sprach sich für eine Nachverdichtung aus. Dabei sei es nötig, dass Gebäude angemessen höher werden und so mehr Platz bereitgestellt werden kann.

Zwei große Projekte: Schule und Kläranlage

Der Grund für die Verschuldung der Gemeinde seien die Investitionen in den vergangenen Jahren. Ein Punkt davon war die flächendeckende Wasserversorgung über das Gemeindegebiet. Zudem konnte die Gemeinde viele Grundstücke erwerben, die künftig für Investitionen genutzt werden können. Für ihn ist der Grundbesitz ein großes Anlagevermögen. Wendrock betonte, dass die beiden geplanten Investitionen alternativlos seien. Der Neubau der Schule sichere den Schulstandort in Rott. Die Kosten werden sich hier auf 18,4 Millionen belaufen, davon verschlang die Unterbringung in den Containern 1,5 Millionen. Zuschüsse in Höhe von 9,4 Millionen werden erwartet. Die Gemeinden Ramerberg und Griesstätt sind anhand ihrer Schülerzahl an der Schulmiete gestreckt auf 30 Jahren beteiligt.

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Ebenso alternativlos sei die Ertüchtigung der Kläranlage. Sie stammt aus den 70er Jahren und muss dringend saniert und modernisiert werden. Die Planungen werden 2021 abgeschlossen sein. Dann soll im Frühjahr 2022 mit der Realisierung der neuen Kläranlage, ausgelegt für 7500 Haushalte, begonnen werden. Geschätzte Baukosten: 13,7 Millionen Euro.

Zum Thema Ökologie und Umwelt stellte der Bürgermeister einige Initiativen seiner Gemeinde vor, die bereits gestartet sind. Dazu bedankte er sich besonders beim Referenten für Umwelt und Nachhaltigkeit Matthias Eggerl (CSU), der mit allem Engagement und vielen frischen Ideen dieses Thema vorantreibe. Ihm sei klar, dass die Gemeinde mit diesen Maßnahmen nicht die Welt retten kann, aber sie könne mit guten Beispiel vorangehen, so Wendrock.

Der Ortskern von Rott soll behindertengerecht gestaltet werden, war ebenfalls zu hören. Ein Seniorenbeirat mit eigener Satzung solle ins Leben gerufen werden. Mit dabei: die Seniorenbeauftragte Josefine Sewald, der Referent für Senioren und Soziales, Christoph Sewald (SPD), der Behindertenbeauftragte Richard Helm und weitere Rotter Bürger über 65 Jahre.

Im nächsten Jahr wird es außerdem eine Bürgerversammlung für die Jugend geben, kündigte Wendrock an.

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Ab Januar will er auch feste Bürgermeistersprechstunden anbieten. Jeder Bürger könne am dritten Donnerstag jeden Monats ohne Termin bei ihm vorstellig werden.

Zudem will Wendrock alle Bürger in einem monatlichen Video-Newsletter zu informieren, der über die neue Homepage abrufbar sein wird.

Die jüngste Idee ist, Rotter Kulturtage mit verschiedensten Kulturformen in der Klosteranlage zu veranstalten. Rott habe hier ein historisches Juwel, das genutzt werden sollte.

Das gesamte Video der Bürgerversammlung kann jederzeit unter YouTube unter dem Suchbegriff „Bürgerversammlung Rott“ angesehen werden. Die einzelnen Folien der Präsentation werden in den nächsten Tagen auf der Internetseite der Gemeinde eingestellt.

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